„Little America“: Historische Miniserie mit Elisa Schlott und Jonas Nay angekündigt

    Deutsch-amerikanische Emanzipationsgeschichte Anfang der 1950er Jahre

    Glenn Riedmeier – 04.03.2020, 12:14 Uhr

    Drehstart zu „Little America“

    Die ARD hat die Produktion einer neuen historischen Miniserie angekündigt. Unter der Federführung des SWR entsteht „Little America“, eine deutsch-amerikanische Emanzipationsgeschichte, die Anfang der 1950er spielt, als die Amerikaner Aufbruch, individuelle Freiheit und Freizügigkeit in den Westen Deutschlands brachten. Insgesamt sechs Folgen wird die Serie umfassen. Elisa Schlott („Das Verschwinden“), Franziska Brandmeier („Parfum“), Reomy D Mpeho („Tödliche Flucht“) und Jonas Nay („Deutschland 83“, „Der Club der singenden Metzger“) wurden für die Hauptrollen besetzt.

    Die Handlung spielt im Jahr 1951 in der fiktiven pfälzischen Kleinstadt Kaltenstein, die sich mitten im Aufbruch zu einer neuen Welt befindet. Von heute auf morgen werden Hunderttausende amerikanische GIs stationiert und die Stützpunkte der US-Army massiv ausgebaut. Die beschauliche und weitgehend archaische Provinz verwandelt sich quasi über Nacht in ein El Dorado der Dollars und der Unmoral – und zugleich in eine moderne Gesellschaft. Vier Schicksale stehen im Mittelpunkt der Serie, die die gewaltigen Geburtswehen zu Beginn der deutsch-amerikanischen Freund­schaft beleuchten.

    Die Bauerntochter Marie Kastner nimmt eine Stelle auf der Base an, nachdem die Amerikaner ihrer Familie Grund und Boden genommen haben. Auf der anderen Seite ist der schwarze GI George, der in Deutschland zum ersten Mal Freiheit erlebt, innerhalb des Militärs aber weiter mit Rassismus zu kämpfen hat. Erika Strumm, die Tochter des Bürgermeisters und Maries beste Freundin, empfängt die Amerikaner – wie ihr profitorientierter Vater – mit offenen Armen und stürzt sich ins Kaltensteiner Nachtleben. Siegfried, Erikas Bruder und Maries Verlobter, kehrt hingegen unverhofft aus der russischen Kriegsgefangenschaft heim, während seine Schwester im Kloster moralisch gebessert werden soll und seine Jugendliebe Marie Gefühle für George entwickelt.

    Die beiden ungleichen Protagonistinnen machen in den Wirren der Zeit eine gegenläufige Entwicklung: Marie eröffnen sich durch die Liebe zu George und ihren Job bei Colonel McCoy und dessen kultivierter Frau Amy neue Horizonte. Sie emanzipiert sich von Siegfried und ihrer bäuerlichen Herkunft. Währenddessen wird Erika in ihrem Freiheitsdrang von ihrer katholisch-konservativen Mutter gebremst und droht, an den Zwängen der Zeit zu scheitern. Die Freundinnen driften auseinander in einer Zeit, in der sie einander am meisten brauchen.

    In weiteren Rollen stehen Dietmar Bär, Anna Schudt, Winnie Böwe, Aljoscha Stadelmann, Paul Sundheim, Julia Koschitz, Philippe Brenninkmeyer, Samuel Finzi und Godehard Giese vor der Kamera. Regisseur Dror Zahavi inszeniert die Serie nach Drehbüchern von Johannes Rotter, Christoph Mathieu und Ben Braeunlich. Produziert wird „Little America“ von Simone Höller und Michael Smeaton, Producerinnen sind Greta Gilles und Anemone Müller.

    Die Dreharbeiten haben in der Eifel begonnen und dauern voraussichtlich bis Juni. Weitere Drehorte sind Köln, der Raum Heidelberg und Idar-Oberstein. „Little America“ wird von der FFP New Media in Koproduktion mit dem federführenden SWR, der ARD Degeto, WDR und NDR für Das Erste und die ARD Mediathek produziert. Gefördert wurde die Serie von der Film- und Medienstiftung NRW und der MFG Baden-Württemberg.

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