„Kevin Can F**k Himself“: Düstere Sitcom-Satire findet deutsche Heimat bei Prime Video

    Emmy-Gewinnerin Annie Murphy als zu sich selbst findende Gattin

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 02.07.2021, 11:19 Uhr

    „Kevin Can F**k Himself“ – Bild: AMC
    „Kevin Can F**k Himself“

    Die mit einiger Spannung erwartete düstere Satire „Kevin Can F**k Himself“ hat eine deutsche Heimat gefunden: Am 27. August wird die Auftaktstaffel bei Prime Video veröffentlicht. Aktuell läuft sie in den USA bei „The Walking Dead“-Sender AMC.

    Im Zentrum steht die gestresste Gattin Allison McRoberts (Annie Murphy; zuletzt Emmy-Gewinnerin für „Schitt’s Creek“). Deren Ehemann verhält sich „wie ein typischer Sitcom-Gatte“: In der Serie wird seinen Späßen, über die seine Freunde und auch die Zuschauer lachen, Annies deprimierendes Leben gegenübergestellt.

    Hinter der Serie stehen als Executive Producer Rashida Jones und Will McCormack über ihre Firma Le Train Train („Claws“), entwickelt wurde das Format von Valerie Armstrong („Lodge 49“, „SEAL Team“). Craig DiGregorio („Shrill“) fungiert als Showrunner und Executive Producer.

    Der Titel der Serie bezieht sich unverhohlen auf die Sitcom „Kevin Can Wait“ mit Kevin James sowie die Tatsache, dass nach deren erster Staffel entschieden wurde, dessen Seriengattin zu Grabe zu tragen – deren Darstellerin Erinn Hayes verlor ihren Job. Besonders ärgerlich für viele: Die Begründung dafür war, dass die stabile Ehe die Handlungsmöglichkeiten des Protagonisten eingeschränkt hätte. „Kevin Can F**k Himself“ will mit seinem Ansatz durchaus feministisch sein und einen popkultur-kritischen Ansatz liefern: Über Jahrzehnte standen im Zentrum von Familien-Sitcoms immer wieder die Ehemänner, die sich wie Kindsköpfe verhielten, während deren Seriengattinnen gute Miene zum bösen Spiel machten – und zu Stichwortgeberinnen degradiert wurden, die aller Logik zum Trotz an ihren Ehen festhielten.

    Das wird in „Kevin Can F**k Himself“ auch optisch hervorgehoben. Einerseits werden zahlreiche Familienszenen – mit Allison, ihrem Gatten Kevin (Eric Petersen), dessen Vater Pete (Brian Howe), seinem besten Freund Neil (Alex Bonifer) und Neils Schwester Patty (Mary Hollis Inboden) – in einer hell ausgeleuchteten Sitcom-Kulisse (dem klassischen „Wohnzimmer mit Sofa“) gezeigt. Wenn Allison jedoch alleine ist, ist das Bild (in Single-Camera-Technik) düster und es wird klar, dass das ärmliche Ehepaar, obwohl beide arbeiten, in einer Bruchbude lebt.

    Während die unsichere Allison vom Aufbau einer schönen Zukunft mit dem Gatten träumt, lebt der in den Tag hinein und macht mit seinen Freunden Faxen. Erschwerend für Allison kommt hinzu, dass ihr Haus eben von Kevins Freunden belagert wird, die ihm den Rücken stärken und seinen Spott an den „humorlosen“ Ansichten der Gattin mittragen. So gehört es zu Allisons Plänen für eine bessere Zukunft, umzuziehen, damit sie zusammen mit Kevin – der ihr immerhin mal vermittelt hat, dass sie für ihn das Wichtigste im Leben ist – zur Eheidylle zurückkehren kann.

    Am 27. August wird die komplette, achtteilige Auftaktstaffel von „Kevin Can F**k Himself“ bei Prime Video veröffentlicht.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1966) am

      Super, der Freitag-Abend am 27.08.21 ist gerettet, nach dem 3 Liga Spiel Hallescher FC - SC Verl hätte ich irgendwas aus der Konserve schaun müssen... GÄHN, Dorfmund Hoppenheim GÄÄÄÄHHN und Seia A oder la Liga ne ne. Nun, da werde ich dann mal Prime nach dieser "DÜSTEREN" Sitcom-Satire durchforsten, die 5 Sekunden Zeit nehm ich mir. Und da es nur 8 Folgen sind schaff ich die locker bis mein Jahres Abo im September abgelaufen ist. Für dan Fall das mich diese "DÜSTERE" Sitcom um den Schlaf bring oder ich mir vor Lachen in die Hose mache melde ich ich noch mal.
      • am

        Der amerikanische "Humor" wird immer schlimmer.

        Gut, dass es hier nicht für jedermann zu sehen ist.
        • (geb. 1979) am

          Heile-Welt-Sitcom ist halt nicht mehr so gefragt, weil die Realität nun mal anders aussieht. 
          Deswegen schau ich mir aber ganz gerne mal Sitcoms an, mit Lachern aus der Konserve. Hin und wieder brauch ich mal die Welt in der Probleme innerhalb von 20 Minuten gelöst werden, um der realen zu entfliehen. 
          Problem: Die meisten in letzter Zeit waren eher 08/15, wie The Crew oder Daddy Please Stop Embrassing Me und einige wurden zurecht abgesetzt.

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