Larissa Marolt im Interview: „Es sind oft die Menschen mit Ecken und Kanten, die interessant sind“

    Über ihre neue Serie „Blutige Anfänger“, „Sturm der Liebe“ und „Ich bin ein Star“

    Glenn Riedmeier – 28.01.2020, 10:00 Uhr

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    Larissa Marolt

    Larissa Marolt zählt zu den schillerndsten Persönlichkeiten der deutschsprachigen Medienlandschaft. Die Kärtnerin erlangte größere Bekanntheit mit ihrer Mitwirkung bei „Germany’s Next Topmodel“ und „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“. Im Gegensatz zu so manch anderem Teilnehmer konnte sie die Formate erfolgreich als Sprungbrett nutzen und ist seit einigen Jahren hauptberuflich Schauspielerin.

    Von November 2017 bis Oktober 2018 spielte Larissa Marolt die Hauptrolle der Alicia Lindbergh in der ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“. Darauf folgten Theaterengagements – und nun eine neue ZDF-Krimiserie. Im Mittelpunkt von „Blutige Anfänger“ stehen Hochschüler der Polizeifachhochschule Halle an der Saale, die in ihrem Praxis-Semester mit ihren ersten Mordfällen konfrontiert werden. Larissa Marolt verkörpert Leonie Ruska, eine zwielichtige Hochschülerin und angehende Polizistin, die ein Geheimnis in sich trägt. Zu sehen ist die erste Staffel ab dem 29. Januar mittwochs um 19:25 Uhr im ZDF. Alle zwölf Folgen liegen schon jetzt in der ZDFmediathek auf Abruf bereit.

    Im Gespräch mit fernsehserien.de-Redakteur Glenn Riedmeier spricht Larissa Marolt über die neue Serie und verrät außerdem, ob sie sich unter Schauspielkollegen Respekt erarbeiten musste, weshalb „Sturm der Liebe“ ein hartes und intensives Training war und ob sie heute ihre Teilnahme beim Dschungelcamp und ähnlichen Formaten bereut.

    Der Hauptcast von „Blutige Anfänger“ ZDF/Tobias Schult

    fernsehserien.de: Liebe Frau Marolt, Sie spielen in der neuen ZDF-Serie „Blutige Anfänger“ eine Hauptrolle. Wie würden Sie Ihre Figur Leonie Ruska beschreiben?

    Larissa Marolt: Leonie ist sehr impulsiv, aber auch ein sehr zerrissener Mensch, der sich leidenschaftlich in der Liebe verliert. Dadurch vernachlässigt sie ihre Karriere. Das Schöne an der Rolle ist, dass Leonie ein Geheimnis hat und man nicht ganz durchblicken kann, ob sie gut oder böse ist. Es ist natürlich toll, als Schauspielerin das zu verkörpern.

    War das mit ein Grund, weshalb Sie die Rolle angenommen haben?

    Larissa Marolt ARD/Christof Arnold

    Larissa Marolt: Ja, auf jeden Fall. Aber vor allem ist „Blutige Anfänger“ eine Krimiserie – und ich liebe Krimis! Nachdem ich zuvor zwei Jahre lang eine Ärztin gespielt habe, darf ich jetzt eine angehende Polizistin der Mordkommission spielen. Das ist eine ganz andere Richtung, ein ganz anderes Genre, und deshalb für mich auch so spannend. Die Rolle hat mir gefallen und der Dreh im Sommer ist sich terminlich ausgegangen. Denn neben der Serie war ich knapp fünf Monate vertraglich auch an die Theaterinszenierung „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“ bei den Karl-May-Festspielen gebunden. Das war ein extremer Sommer für mich, denn ich habe zwei Rollen gespielt, die unterschiedlicher nicht hätten sein können – aber es hat funktioniert.

    Was ist für Sie das Besondere an „Blutige Anfänger“?

    Larissa Marolt: Es ist eine Serie, die einen internationalen Touch hat. Sie ist sehr modern aufgezogen, es ist ordentlich Tempo drin. Der Cast besteht aus jungen, neuen Gesichtern, aber es sind auch ein paar etablierte Schauspieler dabei. Es war wirklich cool, mit ihnen arbeiten zu dürfen.

    Sie wurden also vom restlichen Ensemble gut aufgenommen?

    Larissa Marolt: Ja, sehr. Ich hatte von Anfang an mit allen eine gute Chemie und einen offenen, herzlichen Umgang. Wir haben uns wirklich gut verstanden. Davon, dass wir großen Spaß beim Dreh hatten und auch mal herumgeblödelt haben, profitiert auch die Serie. Denn die Freundschaft zwischen Leonie und der von Luise von Finckh gespielten Inka wird in der Serie eine wichtige Rolle spielen.

    Larissa Marolt und Luise von Finckh ZDF/Conny Klein

    Es gibt jeweils einen zentralen Fall pro Episode, aber auch einen besonders dramatischen Handlungsstrang um Leonie. Sie bandelt mit einem Dekan an, der von Gedeon Burkhard verkörpert wird. Die erste Folge endet diesbezüglich mit einem verheerenden Cliffhanger. Die Story um Leonie durchzieht sich also episodenübergreifend?

    Larissa Marolt: Genau, der Fall Leonie spielt eine wichtige Rolle durch alle Folgen der Serie. Ich möchte an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten, aber es wird auf jeden Fall noch einiges kommen.

    Sie selbst sind im Schauspielbereich längst keine blutige Anfängerin mehr … 

    Larissa Marolt: (lacht)

     … oder sehen Sie das anders?

    Larissa Marolt: Nee, eine blutige Anfängerin bin ich nicht mehr. Ich bin schon rausgewachsen (lacht)! Natürlich mache ich noch Fehler, aber ich glaube, es gibt nichts Menschlicheres als Fehler zu machen. Auch die besten Schauspieler machen noch Fehler. Meiner Meinung nach macht es Menschen sogar sympathisch, wenn sie nicht perfekt sind. Es gibt doch nichts Langweiligeres als perfekte Menschen. Es sind oft die Menschen mit Ecken und Kanten, die interessant sind.

    Larissa Marolt in „Blutige Anfänger“ ZDF/Conny Klein

    War es schwierig, sich Respekt als Schauspielerin zu erarbeiten, weil vielleicht manche Kollegen dachten: „Das ist doch die aus dem Dschungelcamp“?

    Larissa Marolt: Als Schauspielerin musste ich mich schon behaupten. Das ist nicht von einem Tag auf den anderen passiert. Ich habe ganz klein angefangen mit einer Mini-Rolle. Es hat ein paar Jahre gedauert, bis die Leute mich als Schauspielerin wahrgenommen haben. Angefangen hat das, als ich in der populären ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“ eine Nebenrolle übernommen habe – woraus dann eine Hauptrolle wurde. In dem Moment hat sich auch mein Bild in den Medien plötzlich geändert. Auf einmal war ich nicht mehr das Model Larissa Marolt, sondern die Schauspielerin Larissa Marolt.

    War das Ihr Ziel?

    Larissa Marolt: Ja, ich möchte als Schauspielerin wahrgenommen werden. Wenn heute noch jemand „Model Larissa Marolt“ schreibt, kennt er mich nicht oder hat schlecht recherchiert. Das ist einfach nicht mehr aktuell. Ich bin seit Jahren hauptberuflich Schauspielerin und habe eine Reihe unterschiedlicher Rollen gespielt. Ich kann ja nichts dafür, dass ich lange Beine habe und wie ein Model aussehe (lacht)!

    Auf der nächsten Seite erläutert Larissa Marolt, weshalb „Sturm der Liebe“ ein hartes und intensives Training war und verrät, ob sie heute ihre Teilnahme beim Dschungelcamp und ähnlichen Formaten bereut.

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