„heute journal“: Schutzanzug-Mann hinter Claus Kleber sorgt für Aufsehen

    Eine Kunstaktion und ihre Auflösung bei „aspekte“

    Ralf Döbele – 12.09.2020, 11:42 Uhr

    Claus Kleber hatte im gestrigen „heute journal“ ungewohne Gesellschaft

    Es war ein Moment, der bei so manchem Zuschauer die Frage ausgelöst haben dürfte, ob er vielleicht das dritte Bier nach Feierabend nicht hätte trinken sollen. Während der letzten Anmoderation von Claus Kleber im gestrigen „heute journal“ tauchte auf einmal eine Person in einem blauen Schutzanzug hinter dem Anchorman auf. Und dieser schien einen bemerkenswerten Einfluss auf den Nachrichtenprofi zu haben.

    Der Mann mit Schutzanzug, roten Handschuhen und Schutzbrille begann hinter Claus Kleber zu gestikulieren und konnte so scheinbar geradezu magisch beeinflussen, in welche Richtung sich die Amoderation entwickelte. Denn anstatt des Textes, den Kleber über die Konzertmeisterin Jeeyun Lee von der Staatskapelle Berlin vortrug, hörten die Zuschauer kurzzeitig einen nachdenklichen Monolog über das Leben eines Busfahrers. Danach verschwand der Schutzanzug-Mann wieder aus dem Bild, der Berliner Beitrag lief ohne Auffälligkeiten.

    Was war passiert? Einen ersten Hinweis lieferte Claus Kleber am Ende der Sendung: Es muss irgendwie in der Anmoderation so komische Störungen gegeben haben hier. Wir gehen der Sache nach. Das sieht irgendwie nach Kunst aus, das ist was für ‚aspekte‘, die klären das auf, bin ich sicher. Kurz danach postete er auch ein kurzes Statement auf Twitter.

    Tatsächlich lieferte das ZDF-Kulturmagazin „aspekte“ ab 23:00 Uhr dann die Lösung des Rätsels. In einem Beitrag wurde die Aktion als Projekt des Medienkünstlers Christian Jankowski vorgestellt, der damit Menschen in sogenannten „systemrelevanten Berufen“ eine Stimme geben will. So rückten eben kurzzeitig ein Busfahrer und dessen Gedanken ins Zentrum der Anmoderation im „heute journal“.

    „aspekte“-Moderator Jo Schück mit einem von Christian Jankowskis „Engeln“ ZDF/Screenshot

    Auch an anderer Stelle war die Aktion bereits zu sehen, so im „ZDF-Morgenmagazin“, bei Bild TV während eines Auftritts von Gesundheitsminister Jens Spahn oder auch bei „aspekte“ selbst bei einer Anmoderation von Jo Schück. Der „aspekte“-Beitrag über Christian Jankowski und sein Kunstprojekt ist in der ZDFmediathek abrufbar.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1967) am melden

      Oh man, habe es zwar nicht gesehen, aber, sowas geht mal gar nicht!!
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      • (geb. 1935) am melden

        Ich fand diesen Blödsinn fehl am Platz.
        Nachrichten, und dann ist es gut.
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        • am melden

          Nenene, das hat ja so gar nicht funktioniert. Der Beitrag hätte dann auch ins Magazin "Aspekte" gehört. Im "Heute Journal" bitte keine solche Sperenzchen in der Anmoderation. Von mir aus dann gerne im hinteren Teil, wo sonst das Feuilleton seinen Platz hat, da kann man diese Art von Eigenwerbung gut unterbringen, aber so war das der Griff ins Klo.

          @Blu7
          Was ist eine Instenzierung? Im Duden steht das Wort jedenfalls nicht.
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          • am via tvforen.demelden

            So eine Aktion halte ich für eine Nachrichtensendung unangemessen. Eine Informationssendung ist kein Ratespiel. Außerdem hat man einige Fernsehzuschauer unnötigerweise beunruhigt. Auf einen Beitrag in einer nachfolgenden Sendung kann man auch auf seriöse Art und Weise hinweisen.
            • (geb. 1984) am melden

              Nur peinlich so eine Instenzierung. Kein Wunder wenn heute bei den 14-49jährigen schon oft nicht mehr unter den Top 3 Nachrichtensendungen oder in den Top 20 der meistgesehenen Sendungen landet.
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