Die 800. „Simpsons“-Folge nimmt Bezug auf die allererste Episode „Es weihnachtet schwer“
Bild: Disney+
„Die Simpsons“ stehen kurz vor dem nächsten Meilenstein: In den Vereinigten Staaten wird am morgigen 15. Februar die sage und schreibe 800. Folge der Rekord-Zeichentrickserie ausgestrahlt. Wie nun bekannt wurde, wird das Jubiläum auf besondere Weise zelebriert, die insbesondere den Fans der frühen „Simpsons“-Staffeln gefallen dürfte: Für die Episode „Irrational Treasure“ kehrt die Serie zumindest teilweise zum klassischen Retro-Animationsstil (inklusive 4:3-Format) zurück, der in der ersten Staffel aus dem Jahr 1989 noch Standard war: Sie beginnt mit einer Nachstellung der allerersten Folge „Es weihnachtet schwer“.
Wie viele andere Zeichentrickserien stellten auch „Die Simpsons“ ab dem Jahr 2009 auf digitale Animation um, wodurch der klassische Stil durch einen HD-tauglichen Look für Breitbildfernseher ersetzt wurde. Technisch handelte es sich um ein Upgrade, das jedoch auch seinen Preis hatte. Executive Producer Matt Selman, der 1997 zu den „Simpsons“ stieß, merkt gegenüber TVLine kritisch an: Als die Serie digital wurde, wirkte ein Großteil der Animation für mich zu sauber, zu scharf, zu perfekt, und sie schien nicht mehr so liebenswert und charmant wie in der klassischen Ära.
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Für die Jubiläumsfolge über die berühmte Familie aus Springfield habe er deshalb versucht, mithilfe digitaler Effekte die Serie um etwa 10 Prozent zurück in diese Richtung zu lenken – mit dickeren, raueren Linien. Er gesteht: Ein Teil von mir wünscht sich, wir könnten jetzt einfach jede Folge so gestalten, aber ich glaube, es wäre seltsam, in jeder Folge komplett zu diesem Retro-Stil zurückzukehren. Gerade für die Kinder, die die Serie auf Disney+ entdeckt haben, wäre das ein ziemlicher Bruch, so Matt Selman im Interview mit TVLine.
Die von Autorin Christine Nangle verfasste 800. Folge beleuchtet die Beziehung zwischen Marge und Knecht Ruprecht, dem Hund der Simpsons, und zeichnet ihre sich über die Jahre entwickelnde Dynamik nach. Selman meint, es sei eine perfekte Jubiläumsfolge, weil sie mit dem Ende der ersten Folge beginnt und dann einen Zeitsprung macht. Fans sollten insbesondere während der ersten zwei Minuten der Folge nach Anspielungen auf berühmte Episoden der letzten 38 Jahre Ausschau halten.
Darüber hinaus wird die Folge Parodien auf „The Pitt“ und „Das Vermächtnis der Tempelritter“ beinhalten. Insbesondere freut sich Matt Selman darüber, dass die Jubiläumsfolge eines der wichtigsten Kriterien der „Simpsons“ erfüllt: Sie habe Herz. Wenn eine Folge nicht im Dienste einer emotionalen Wahrheit à la Jim Brooks steht, einer tiefen, emotionalen Wahrheit, dann haben wir keine wirklich gelungene ‚Simpsons‘-Folge geschaffen, so Selman.
Dank eines bemerkenswerten Deals ist die langfristige Zukunft der „Simpsons“ bis ins Jahr 2029 gesichert. Dann wird die 40. Staffel erscheinen, womit die Animationsserie ihren Status als am längsten laufende fiktionale Primetime-Produktion der Fernsehgeschichte zementiert. Darüber hinaus erscheint am 23. Juli 2027 der zweite, noch namenlose „Simpsons“-Kinofilm, fast auf den Tag genau 20 Jahre nach der Premiere des ersten Kinofilms.
Ein Ende ist also nicht in Sicht – und gegenüber TheWrap teilte Matt Selman mit, dass für die „Simpsons“ nie ein Serienfinale geschrieben werde. Vor etwa anderthalb Jahren haben wir eine Folge gedreht, die eine Art Parodie auf das Serienfinale war. Wir haben alle möglichen Serienfinal-Konzepte in eine einzige Folge gepackt. Das war sozusagen meine Art zu sagen: Wir werden nie ein richtiges Serienfinale drehen. Wir haben mitten in der Serie ein Serienfinale gemacht, das sich über alle Ideen eines runden Abschlusses oder eines Endes lustig gemacht hat. Sollte die Serie jemals enden, gäbe es kein Finale, sondern nur eine normale Folge – vermutlich mit ein paar kleinen Anspielungen, aber nicht überemotional im Stil von „Wir werden euch alle vermissen.“