Helga Göring ist tot

    DDR-Fernsehstar starb mit 88 Jahren

    Michael Brandes – 13.10.2010

    Helga Göring ist tot. Eine der beliebtesten Schauspielerinnen des DDR-Fernsehens starb nach Informationen der „Bild“-Zeitung bereits am 3. Oktober in einem Berliner Pflegeheim. Sie wurde 88 Jahre alt.

    Von 1952 bis 2007 stand Helga Göring, die in Westmedien gern als „Inge Meysel des Ostens“ beschrieben wurde, in weit über 100 Film- und TV-Produktionen vor der Kamera. Ihren großen Durchbruch schaffte sie 1972 in „Die große Reise der Agathe Schweigert“, einem antifaschistischen TV-Zweiteiler der DEFA. In dem berührenden Antikriegsdrama spielte sie eine Mutter, die ihren Kurzwarenladen aufgibt, um in der Nazizeit nach ihrem verschollenen Sohn zu suchen. Es war ihr persönlicher Lieblingsfilm.

    Schon 1952 bekam sie bei der DEFA ihre erste Hauptrolle im Film „Das verurteile Dorf“. Mit Beginn der 60er Jahre war Helga Göring immer öfter auch im Fernsehen präsent, bevorzugt mit resoluten Frauenrollen in Familienserien. In den 60er, 70er und 80er Jahren war sie unter anderem in den Serien und Mehrteilern „Irrlicht und Feuer“, „Krupp und Krause“, „Ein Zimmer mit Ausblick“, „Verflucht und geliebt“, „Maxe Baumann“, „Geschichten übern Gartenzaun“ und „Leute sind auch nur Menschen“ zu sehen. Gemeinsam mit Herbert Köfer verkörperte sie Ende der 70er Jahre in der vergnüglichen Serie „Rentner haben niemals Zeit“ eines der beliebtesten Fernsehpaare des Ostens.

    Die Wende brachte ihr beruflich kein Glück: Nach ihrer Rolle als Oma Anna, dem Familienoberhaupt der „Spreewaldfamilie“ (1990), blieben interessante Angebote aus. Bis 2007 war sie noch überwiegend in kleinen Gastrollen in vielen bekannten ARD- und ZDF-Serien zu sehen, darunter „Der Landarzt“, „Tatort“ und das „Großstadtrevier“.

    In einem Interview mit dem Radiosender „MDR Info“ würdigte Herbert Köfer seine langjährige Filmpartnerin heute als „große deutsche Schauspielerin“ und als „wunderbaren Menschen“, der privat schüchtern und zurückhaltend wirkte und frei von Star-Allüren war. Köfer hätte sich gewünscht, „dass man nach der Wende mehr an Helga Göring gedacht hätte.“

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Drei reizende Schwestern, Geschichten übern Gartenzaun, Dr. Federau und Neumann 2x klingeln und natürlich die Rolle der Großmutter in der Spreewaldserie das war Helga Göring wie ich sie sehr gern gesehen habe.

      Auch ich werde mich immer wieder gern an sie erinnern.

      Nachdenker
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        Sehr gern mochte ich den Film "Die große Reise der Agathe Schweigert" (nach einem roman von anna seghers) mit ihr in der Hauptrolle .
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          Noch nie von Ihr gehört.
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            Ich auch nicht, aber als Wessi bleibt das nicht aus.
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            ich kenne nicht wirklich viel von ihr -aber gehört habe ich schon von ihr . Sie hat wohl eine beachtliche Lebensleistung auf zu weisen, und für viele war sie auf dem bildschirm so präsent wie bei uns eben z.b. Inge Meysel -daher finde ich wavetimes bemerkung nicht nur überflüssig -sondern auch frech!

            schön das Sie ein langes und mit sicherheit erfülltes leben hatte...


            Gruß Sir Hilary
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            Ich auch nicht, muss man ehrlich gesagt auch nicht.....
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            Manchmal frage ich mich, was in Deinem Kopf vorgeht. Wenn darin etwas vorgeht.

            Du bist erbärmlich, und diese Beleidigung kommt von Herzen!
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            Ich glaube nicht, dass du so einen Kommentar als passend gefunden hättest, hätte man ihn zu Heidi Kabel gepostet. Beides waren Volksschauspielerinnen und hatten viele Fans.
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            So ein Kommentar ist nirgends passend, egal, um wen es geht! Aber Du kannst Dir die Argumentation ohnehin sparen, es ging nicht um die Schauspielerin an sich, sondern nur um ihre Herkunft. Ossis sind nämlich die Nemesis in Balous Leben, und er wird nicht müde, das bei jeder Gelegenheit zu erklären ... *klick*, *klick*, *klick* usw..

            Da wird selbst eine verstorbene alte Dame, vor der er bis dato nie gehört hat, zur Bedrohung ...
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            Da sich Balou mal verehrend über Heidi Kabel äußerte, dachte ich, man könnte solch dummen Kommentaren am besten so beikommen, wenn man die Schreiber dazu bringt, sich zu überlegen, ob man sowas in den Threads lesen möchte, die denen gewidmet sind, die man selbst verehrt.

            Aber, nach dem, was ich noch gelesen habe, scheine ich wohl da etwas zu viel verlangt zu haben. Solche Menschen denken gemeinhin nie so weit. Ob ihm überhaupt bewusst ist, dass hier nicht nur "Wessis" unterwegs sind?
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          "Inge Meysel des Ostens" wird meines Erachtens weder ihr noch Inge Meysel gerecht. Helga Göring war ein ganz anderer, sehr herber Typ. Ich mochte sie als Darstellerin unheimlich gern, sie hatte etwas sehr Vertrautes, Natürliches.

          Mit 88 hat sie ein schönes Alter erreicht, aber leider war es in den Jahren nach der Wende sehr ruhig um sie. Ich werde mich immer gern an die starke alte Dame des DDR-Fernsehens erinnern.

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