HBO: Programmausweitung 2019 und offen für mehr aus Westeros

    Neuigkeiten vom amerikanischen Pay-TV-Vorreiter

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 15.02.2019, 16:31 Uhr

    „Game of Thrones“ – Bild: HBO
    „Game of Thrones“

    Im Rahmen der TCA Press Tour stand HBOs Programmverantwortlicher Casey Bloys Rede und Antwort und hat dabei zahlreiche Aus- und Einblicke rund um den Sender gegeben.

    Programmausweitung

    Das bisherige Modell der Pay-TV-Sender in den USA wird durch eine Schwemme an Streaming-Diensten mit zahllosen On-Demand-Serien ausgehebelt. Markantes Beispiel dafür sind die vergangenen Emmy-Nominierungen, wo Netflix letztendlich mit „Masse“ die „Klasse“ von HBO überboten hat. Im Rahmen des Erwerbs von Warner Media (inklusive HBO) durch AT&T war bereits in Branchenkreisen gemutmaßt worden, dass HBO bald ein höheres Budget für einen größeren Serienausstoß erhalten wird.

    Das wird zumindest 2019 zutreffen, wenn HBO mit knapp 150 Stunden Eigenproduktionen plant – 50 mehr als 2018. Dafür wird man ab Mai auch den Montagabend als Termin für Erstausstrahlungen nutzen, nicht nur, wie bisher fast ausschließlich, den Sonntag. Der Programmplatz wird im Mai mit der Miniserie „Tschernobyl“ eingeweiht, ein exaktes Startdatum gibt es aber nicht. Das Output-Level soll dann in Zukunft etwa so gehalten werden – es sollen also nicht „jährlich 50 weitere Stunden“ hinzukommen. Bloys wiederholte frühere Aussagen, dass es vor allem auf die Qualität der Projekte ankomme, damit diese bestellt würden, nicht darauf, dass man eine bestimmte Stundenzahl erreichen wolle – die Marke HBO soll nicht verwässert werden.

    Game of Thrones

    Natürlich kann man vom Chef des „Game of Thrones“-Senders nichts anderes erwarten, als dass er das im April beginnende Finale der Serie in den höchsten Tönen lobt: „Alles, was ich – selbst ein Fan – definitiv sagen kann, ist dass die Jungs [Anm.: die Showrunner Benioff und Weiss] einen brillanten Job gemacht haben und die Serie in einer dramatisch befriedigenden und in einer emotional befriedigenden Weise beenden.“

    Über mögliche weitere Spin-Offs neben dem bereits bestellten Serienpiloten (fernsehserien.de berichtete) äußerte Bloys: „Ich möchte mein Programmangebot nicht darauf ausrichten, dass es vom ‚Game of Thrones‘-Franchise abhängt. Allerdings hat George R. R. Martin eine enorm reichhaltige Welt geschaffen. Wir müssten verrückt sein, uns nicht an weiteren Serien dazu zu versuchen, aber wir werden es definitiv nicht zum alleinigen Fokus unserer Programmgestaltung machen.“

    Zum bereits bestellten Serienpiloten lehnte Bloys kategorisch jeden Kommentar zu Terminplanungen für einen potentiellen Serienstart ab: Erstmal werde im Sommer der Pilot gedreht. Dabei werde man wiederum einen Teil im irischen Belfast drehen. Aber wie schon bei „Game of Thrones“, scheint man auch abseits von Irland drehen zu wollen.

    Weiterhin beleuchtete der HBO-Boss die aktuelle Funkstille um das umstrittene Serienprojekt „Confederate“ der „Game of Thrones“-Schöpfer David Benioff und D.B. Weiss – es soll in einer alternativen Geschichtsschreibung eine Welt zeigen, in der die Südstaaten der USA den Bürgerkrieg überdauerten und wo es folglich immer noch Sklaverei gebe (fernsehserien.de berichtete). Bloys führte aus, dass sich die beiden Produzenten aktuell noch um das Ende von „GoT“ kümmern. Danach werden sie sich eingehender damit beschäftigen, ihre „Star Wars“-Filmtrilogie (fernsehserien.de berichtete) auf die Beine zu stellen, bevor sie dann wieder Zeit für „Confederate“ hätten – das „Star Wars“-Engagement habe sich halt dazwischen gedrängt.

    Serien-Zukunft

    Während die dritte Staffel der Anthologie-Serie „Room 104“ bereits abgedreht ist, bereitet HBO noch vor deren Ausstrahlung eine vierte Staffel vor: „Wir sprechen mit [den Serienschöpfern Jay Duplass und Mark Duplass] darüber“ und „In Sachen Zeitplan sind wird offen. Ich bin sicher, wir werden mehr machen“, so Bloys’ Aussage, die bisweilen als feste Bestellung einer vierten Staffel gedeutet wurde. Auch bei den aktuell in Ausstrahlung befindlichen Comedys „Crashing“ und „High Maintenance“ zeigte sich Bloys zuversichtlich und von der kreativen Entwicklung überzeugt – eine endgültige Entscheidung werde es aber erst nach der kompletten Ausstrahlung der aktuellen Staffeln geben.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Ja, da hat Netflix etwas richtig gemacht. Nicht falsch verstehen, ich war immer ein großer Freund dessen, was HBO im Laufe der letzten Dekaden herausgebracht hat. Aber man muss auch eingestehen, dass das Unterhaltungsniveau der letzten angeblich großen Würfe aus dem Hause HBO erheblich gesunken ist.

      Qualitätsserien müssen nicht langsam, verquer und langweilig sein! So ist die "neue Hitserie" "Westworld" von interessanten Ansätzen zu einem völlig verkrampft-verkünstelten erzählerischen Disaster mutiert. Um heute am Markt bestehen zu können reicht es nicht, den Geschmack einiger weniger Kritiker zu befriedigen. Wenn HBO das nicht langsam mal schnallt, sehe ich für die Marke schwarz.
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