„Good Girls Revolt“: Amazon bestellt keine zweite Staffel

    Absetzung am Tag der Premiere der deutschen Synchronfassung

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 02.12.2016, 16:49 Uhr

    „Good Girls Revolt“ – Bild: Amazon Studios
    „Good Girls Revolt“

    Die Entscheidung fiel schnell: Am 28. Oktober war „Good Girls Revolt“ erst beim Streaming-Dienst Amazon Prime gestartet, heute wurde die deutsche Synchronfassung nachgeliefert (fernsehserien.de berichtete). Nun steht schon fest: Bei Amazon wird es keine zweite Staffel geben. Allerdings wollen die Serienproduzenten von Sony TV und dessen Tochterfirma TriStar TV wohl versuchen, das Format andernorts unterzubringen.

    Laut Deadline kommt die Absetzung durchaus überraschend. Die Kritiken für das Format seien insgesamt solide gewesen. Für Amazon war es gar bei den weiblichen Zuschauern zwischen 18 und 49 Jahren die zweiterfolgreichste Serienstaffel hinter der Auftaktstaffel von „The Man in the High Castle“ gewesen. Insgesamt seien demnach knapp 67 Prozent der „GGR“-Zuschauer weiblich gewesen – kein Wunder, handelt die Serie doch von den weiblichen Mitarbeitern einer Zeitung in den 1960er Jahren, die beginnen, um gleiche Arbeitsbedingungen und mehr Anerkennung für ihren Beitrag zu kämpfen.

    Dass es sich um eine Serie handelt, die ein Geschlecht besonders angesprochen hat, ist nicht etwa ein Nachteil, sondern ein Vorteil. Bei Streamingdiensten und anderen kostenpflichtigen Paketangeboten geht es darum, dass eine Serie für eine gewisse Zuschauerschaft die „Lieblingsserie“ sein muss, damit diese bereit sind, Geld zu zahlen.

    Deadline mutmaßt, dass eventuell auch ein gewisser Richtungswechsel hinter dem jetzigen Serienaus stehen könnte. Hätten die frühen Serien bei Amazon noch auf „Ideen“ gesetzt („Mozart in the Jungle“, „Transparent“, „Bosch“, „Man In the High Castle“ und eben „Good Girls Revolt“) habe der Anbieter zuletzt viel Geld in zugräftige Namen gesteckt (Woody Allen, David E. Kelley/Billy Bob Thornton, Jeremy Clarkson und zuletzt Robert de Niro/Julianne Moore/David O. Russell).

    In das Muster würde auch die Absetzung von „Hand of God“ nach Produktion aber noch vor Ausstrahlung der zweiten Staffel passen.

    Die Geschichte von „Good Girls Revolt“ basiert auf einer wahren Begebenheit. 1970 verklagten 46 weibliche Angestellte des renommierten US-Nachrichtenmagazins Newsweek ihren Arbeitgeber wegen sexueller Diskriminierung. Bei der Zeitschrift durften damals nämlich nur Männer Artikel schreiben, die Frauen lediglich Post verteilen oder Fakten checken. Eine von ihnen, Lynn Povich, veröffentlichte 2012 das Sachbuch „The Good Girls Revolt“ über die damaligen Ereignisse. In der Serienadaption heißt das Magazin jetzt „News of the Week“ und der Kampf der Researcherinnen für gleiche Arbeitsbedingungen beeinflusst ihre Ehen, Karrieren, Liebesleben und Freundschaften.

    Hauptrollen haben Genevieve Angelson, Anna Camp, Erin Drake, Chris Diamantopoulos, Hunter Parrish, James Belushi, Joy Bryant und Grace Gummer.

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