„Glee“: Serienschöpfer bringt Reboot ins Gespräch

Ryan Murphy fühlt sich inspiriert von neuen, jungen Fans

Bernd Krannich
Bernd Krannich – 29.07.2026, 17:30 Uhr

"Glee": Serienschöpfer bringt Reboot ins Gespräch – Ryan Murphy fühlt sich inspiriert von neuen, jungen Fans – Bild: FOX

Es gibt Serien, bei denen man persönlich direkt Feuer und Flamme für eine Fortsetzung ist. Und dann gibt es solche, bei denen man eher skeptisch wäre. Erfolgsproduzent Ryan Murphy zeigte sich in einem Interview angetan von der Idee, seinen früheren Serienerfolg „Glee“ in neuer Form fortzusetzen.

Hintergrund seiner Idee ist, dass er ausgemacht hat, dass aktuell viele neue Zuschauer die Serie für sich entdecken und begeistert von ihr sind. Warum also nicht eine Fortsetzung machen, die aktuelle Themen angeht?

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[“Glee“] ist interessant, weil es zurückkommt: So viele junge Leute sehen es jetzt [erst]. Und ich denke mir: Vielleicht sollten wir nochmal auf die Serie zurückkommen. Und weiter: Meine nostalgischen Gefühle und meine Liebe zu der Serie sind groß genug, dass ich denke: ‚Hm, vielleicht würden die Leute eine neue Inkarnation in irgendeiner Form sehen wollen.‘ Also ja, ich liebe die Serie, und ich liebe, was aus ihr wurde und welchen bleibenden Eindruck sie bei vielen Menschen hinterlassen hat.

„Glee“ gehört noch zum „Frühwerk“ von Ryan Murphy und war im Jahr 2009 seine dritte Serienschöpfung (zusammen mit den Ko-Schöpfern Brad Falchuk und Ian Brennan) – nach dem satirischen Teen-Drama „Popular“ und „Nip/​Tuck“. Der Erfolg von „Glee“ ebnete den Weg für sein gewaltiges Serienimperium mit Anthologie-Serien wie „American Horror Story“ und „Monster“, „Scream Queens“, „Pose“ und dem umfangreichen Rettungshelfer-Franchise um „9-1-1 Notruf L.A.“.

„Glee“ erzählte die Geschichte eines Glee-Clubs („Show-Chor“) im ländlichen Lima, Ohio an der William McKinley High School. Dabei zeigte die Serie einige an der Schule recht unpopuläre Außenseiter, die durch die Beschäftigung mit Musik Freunde finden, sich durch Probleme mit Familie, Sexualität, Identität und Bullying arbeiten. Die Serie brachte es in sechs Staffeln zwischen 2009 und 2015 auf 121 Folgen, dazu kamen eine Casting-Sendung mit zwei Staffeln („The Glee Project“), zahlreiche Soundtracks und eine Konzerttournee mit Konzertfilm.

Hauptrollen hatten anfangs unter anderem Matthew Morrison als Lehrer Will Schuester und Cory Monteith, Lea Michele, Chris Colfer, Dianna Agron, Kevin McHale, Amber Riley, Jenna Ushkowitz, Naya Rivera, Jayma Mays, Jane Lynch und weitere, spätere Nachrücker umfassten Melissa Benoist (danach „Supergirl“) und Grant Gustin (danach „The Flash“) .

„Glee“ war allerdings bei weitem nicht frei von Kontroversen. Das begann damit, dass immer wieder zuvor wichtige Charaktere plötzlich aus der Handlung verschwanden. Generell war bei „Glee“ die Serie der Star, nicht die Darsteller. Das wurde auch durch das Setting an einer Highschool unterstützt, wo Schüler nun einmal nur vier Jahre sind. Dazu kamen Berichte über Auseinandersetzungen im Cast. Auch das Arbeitspensum der Darsteller war wegen der aufwändigen Proben für die Musikstücke gewaltig.

Der überraschende Tod von Cory Monteith an einer Drogenüberdosis vor der fünften Staffel überschattete dann den Rest der Serie – Monteith hatte zuvor offen zu langjährigen Drogenproblemen gestanden und die Serienrolle zeitweise dafür hervorgehoben, sein Leben gerettet zu haben. Da Monteiths Charakter in der übergreifenden, auf sechs Staffeln ausgelegte Serienhandlung eine zentrale Rolle hatte, mussten die Produzenten umdenken – Murphy hatte später eingestanden, dass es wohl besser gewesen wäre, „Glee“ direkt nach dem Todesfall zu beenden.

Während „Glee“ beim Sender FOX als Quotengranate einschlug, brachen spätere Staffeln schließlich ein. Auch die erst nach Produktionsende vermehrt ausgeplauderten Probleme zwischen Darstellern am Set hinterließen einen zunehmend schalen Beigeschmack.

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