„Donna Leon“: Uwe Kockisch ist tot

Darsteller des Commissario Brunetti wurde 81 Jahre alt

Ralf Döbele
Ralf Döbele – 24.12.2025, 14:20 Uhr

Uwe Kockisch (1944⁠–⁠2025) – Bild: rbb/ARD Degeto/Martin Menke
Uwe Kockisch (1944⁠–⁠2025)

Als Commissario Brunetti erreichte er bei Krimi-Fans im In- und Ausland Kultstatus: Uwe Kockisch prägte die ARD-Reihe „Donna Leon“ 16 Jahre lang. Mit seiner ruhigen, unaufgeregten Darstellung gab er der Figur Kontur vor der Traumkulisse Venedigs. Bereits am Montag ist der Charakterdarsteller im Alter von 81 Jahren in seiner Wahlheimat Madrid nach langer Krankheit verstorben, wie seine Agentur nun bestätigte.

Geboren wurde Uwe Kockisch am 31. Januar 1944 in Cottbus. Sein Vater starb im Zweiten Weltkrieg, er selbst wuchs in der DDR auf und lernte zunächst den Beruf des Tagebau-Maschinisten. 1961 versuchte er im Alter von 17 Jahren über die Ostsee zu fliehen, wurde gefasst und kam für rund ein Jahr ins Gefängnis. Später gelang ihm der Sprung in die Kunst, er schlug sich zunächst am Theater als Bühnenarbeiter und Statist durch und begann seine Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin.

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Es folgten Engagements in Cottbus und im damaligen Karl-Marx-Stadt, bevor Kockisch Anfang der 1970er Jahre nach Ost-Berlin ans Maxim-Gorki-Theater wechselte. Dort blieb er rund zwei Jahrzehnte Ensemblemitglied, spielte Klassiker von Shakespeare und Tschechow ebenso wie moderne Stücke von Peter Handke oder Susan Sontag. Zeitgleich erhielten Rollen in Fernsehen und Film zunehmend größere Bedeutung in seiner Karriere.

Seit den 1970er Jahren stand Kockisch vor der Kamera, zunächst für DEFA-Produktionen, später für gesamtdeutsche Projekte. Er übernahm Hauptrollen in Literaturverfilmungen, arbeitete mit Regisseuren wie Lothar Warneke und Michael Gwisdek. Mitte der 1990er Jahre folgte mit der in Berlin angesiedelten ARD-Krimiserie „Zappek“ der endgültige Durchbruch beim gesamtdeutschen Fernsehpublikum.

2003 übernahm Uwe Kockisch dann die bereits durch die Romanvorlagen ikonische Hauptrolle von Commissario Guido Brunetti in der „Donna Leon“-Filmreihe der ARD. 22 Mal verkörperte er den bekannten Ermittler und bis zum Finale 2019 blieb er den Venedig-Krimis treu. Eine weitere prägende Figur war Hans Kupfer in der Serie „Weissensee“, die von 2010 bis 2018 die Geschichte einer Ost-Berliner Familie erzählte. Für seine Arbeit erhielt Uwe Kockisch den Adolf-Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis. Insgesamt wirkte er in mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen mit.

Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • am

    Unfassbar, dass nun auch er nicht mehr lebt. Venedig ohne Brunetti ist unvorstellbar, aber es war ja eh Schluss mit der Krimi Serie. Aber er war ein toller Schauspieler. Wir mochten ihn sehr. Wir haben uns so oft die Venedig Krimis angesehen. Jetzt fehlen mit ihm eh schon 3 Darsteller! Die Serie könnte eh nicht weiter gehen.
    Ruhe in Frieden Commissario Brunetti / Uwe Kokisch....😢😢
    • (geb. 1983) am

      Was für ein Mist! Hoffentlich, war sein letzter Weg ein leichter!
      • am

        Wenn geliebte Schauspieler gehen, wird mir immer die eigene Endlichkeit besonders bewusst. Donna Leon endete 2019, Herr Kokisch wirkte jünger als er war. Er ruhe in Frieden.
        Wie Menschen selbst anlässlich eine Todes Gift verspritzen können, ist mir schleierhaft.
        • (geb. 1955) am

          RIP Uwe Kockisch.


          Die Krimiserie " Donna Leon" sehe ich sehr gerne. Seine Art als Commisario hat Mohr sehr gut gefallen. Sein Tod berührt mich sehr.
          • am

            Sein Tod macht mich sehr traurig :-( Vor allem weil er ein ruhiger und ehrlicher Mensch war, der auch seine Rollen wunderbar lebensecht spielte. Das kann nicht jeder ! Ich kann mir denken, dass nun die ganze Serie eingestellt wird. Auf jeden Fall sah er wirklich viel jünger aussah als er war. Ein ehrenwerter Mann/Schauspieler/Lebensgefährte !!
            • (geb. 1994) am

              Starker Charakter-Darsteller.
              Ruhe in Frieden!
              Hätte max. auf 60 geschätzt!
              In seinen Donna Leon Filmen als Brunnetti hat er nicht älter als 50 ausgesehen!
              • am

                Habe gestern Abend den Weihnachtsfilm "Wenn wir uns begegnen" mit dem wunderbaren Uwe Kockisch.Und heute diese Nachricht.Bin Sehr traurig.
                • (geb. 1961) am

                  Hut ab was er in DDR durch......
                  wirkte sehr sympathisch und nett. 
                  Ruhe in Frieden
                  • (geb. 1971) am

                    Ich war ein großer Fan , bin es immer noch,denn ich gucke mir "weißensee" immer wieder an. 
                    Als ich an Heiligabend von seinem Tode erfuhr, machte mich das sehr sehr traurig.  Noch trauriger fand ich,dass kein TV Sender ihm eine Huldigung für sein Schaffen ehrte. Vielleicht im nachtprogramm wo es keiner mit kriegt. Machen die leider bei allen so. 


                    Jedenfalls verließ ein großartiger Mensch die Bühne  und meine aufrichtige Anteilnahme gilt den Hinterbliebenen.
                    Lieber Herr Kokisch, ruhen Sie in Frieden. Danke,dass Sie uns mit Ihrer Schauspielkunst und Ihrem Wesen großartige Unterhaltung geboten haben.
                    • (geb. 1969) am

                      Danke. Ich schließe mich Ihrem Kommentar an. Ein ganz besonderer, ausdruckstarker Schauspieler. Ich hätte ihm 100 gesunde Jahre gewünscht.
                    • (geb. 1971) am

                      Ja, da haben Sie Recht, trotz seines Alters wirkte er jünger. Leider schreibt das Leben sein eigenes Drehbuch und das Ende. Es ist so traurig.
                    • am

                      Würdigung fehlt nicht! Sendungen (Filme und Porträt) im TV und in der Mediathek vorhanden!
                    • (geb. 1971) am

                      @alte schneegansDanke für die info, ich hab es gegen späteren Abends bzw am nächsten Tag in der Mediathek gefunden . Ich mochte ihn sehr.
                  • (geb. 1966) am

                    Neid ist schon was schönes...
                    U.K. hat früh den Vater im Krieg verloren, war somit Halbwaise, erlernte dann einen Handwerksberuf und war zumindest schon als junger Mann so mutig, nicht wie millionen von Lemmingen das DDR Regime zu akzeptieren, zu unterstützen oder eine Stasi-Karriere anzustreben, sonder die DDR versuchen zu verlassen. Mit der Konsequenz ins Gefängnis zu wandern. Danach sich als Bühnenarbeiter durchzuschlagen, und letztendlich eine im späten Alter großartige Karriere als Kommissario Brunetti hinzulegen.
                    Jeder ist zu einem bestimmten Teil seines eigenen Erfolges Schmied. Neider gibt's immer. RIP Uwe Kockisch, RIP Kommissario, die Rolle war ihm auf den Leib geschrieben, Krol war unmöglich besetzt. Großen Dank an die Produzenten, ich liebe Venedig und ich ich liebe die Bücher und großartigen Verfilmungen.
                    • (geb. 1971) am

                      👍
                  • am

                    Es ist immer unglaublich wieviel Glück einige Menschen haben so eine Karriere hinzulegen und reich zu altern, während andere in die Obdachlosigkeit gehetzt werden, die schon das Pech hatten unter arme kranke Eltern geboren zu werden. Die Krimireihe mit ihm waren sehr gut inszenierte Filme. Doch von seiner echten Person her sei er nicht besonders altruistisch gewesen heißt es.
                    • (geb. 1966) am

                      Siehe Kommentar oben, Neid...
                    • (geb. 1971) am

                      @User001: ich finde  ihren Beitrag ,in diesem Zusammenhang mit seinem tod, nicht angebracht.  Kannten Sie ihn persönlich? Reich? In Obdachlosigkeit gehetzt?  ??
                      Glauben Sie,allein mit Glück kommt man im Leben weiter? Ich denke,  mit Zielstrebigkeit und Fleiß. Wenn man die Person und ihre Biografie nicht kennt,sollte man mit solchen Äußerungen zurück haltend sein.
                    • (geb. 1966) am

                      Neid ist schon was Schönes...
                      Wer sich den Lebenslauf von Uwe Kockisch etwas näher ansieht, 
                       wird erkennen, dass seine "goldene" Karriere, die ihm dann Wohlstand, oder "Reichtum", wie Sie es nennen, nicht von alleine gekommen und wohlverdient war.
                      Es gibt andere Schauspielkarrieren, die rein aus familiärem Hintergrund, Dynastien, aus reichem Hause "entstehen". Die Familien kennt man..
                      Uwe Kockisch konnte darauf nicht zurückgreifen, hat hart gearbeitet war in seiner Jugend mit dem Versuch aus der DDR zu fliehen unglaublich mutig.
                      RIP Uwe Kockisch, RIP Kommissario.
                    • (geb. 1971) am

                      @ Gladiator: vollkommen zutreffend, danke- ich hätte es nicht besser formulieren können.
                    • am

                      Man sollte mit Kommentaren über Menschen,die man nicht persönlich kannte,und wo es mal "hiess" vorsichtig sein.Woher stammt diese Behauptung?Aus welchem Grund wurde sie gemacht?Also,nicht so oberflächlich urteilen!
                    • (geb. 1971) am

                      👍
                  • (geb. 1965) am

                    R.I.P Uwe Kockisch. Warst ein großartiger Schauspieler😢. Die ganze Crew der Donna Leon Verfilmungen war perfekt. Michael Degen ist ja schon vor ein paar Jahren verstorben. Oder "Weißensee", ebenfalls eine tolle Serie. 
                    Schade.
                    Hier regte sich jemand über die deutschen Schauspieler auf die Italiener, Türken etc verkörpern.
                    Nun Donna Leon ist eine Amerikanerin die lange in Venedig lebte aber nie auf italienisch veröffentlicht hat. Und Erol Sander ist ein Türke. Also🤷‍♀️
                    • (geb. 1966) am

                      👍👍👍
                    • (geb. 1966) am

                      👍👍👍
                  • am via tvforen.de

                    donna leon habe ich nie gesehen. solche Filme da, deutsche Produktion, aber Kommissar in Italien, Istanbul, sonst wo... im Ausland.
                    sind in der Regel teilsynchronisiert und das sind qualitativ miserable Filme.
                    man merkt, wenn ein Schauspieler synchronisiert wird.
                    ich kann zwar voll synchronisierte Filme gucken, aber teilsynchronisierte Filme wirken einfach wie nix Halbes und. nix Ganzes, wie schlecht hingestümperte Filme, die aufgrund von irgendwelchen Vorgaben mit einem Mix aus synchronisierten und nicht synchronisierten Schauspielern von vornherein schlecht sind.
                    weiß. nicht, wie es bei Donnna Leon ist. aber in der Regel bindet man da einheimische Schauspieler ein, die teilsynchronisiert sind.
                    die Crux des paneuropäischen Films.
                    • am

                      RIP! 🥲
                      Immer mehr Schauspieler die unser Leben teilweise begleiteten gehen jetzt. 
                      Venedig war natürlich die Glanzrolle, die er mit Mitte 70 noch spielte.
                      • (geb. 1977) am

                        Das ist sehr traurig. Ich mochte seine Arbeit. Ein hervorragender Schauspieler. Möge er in Frieden ruhen.🌹
                        • am

                          Nach dem Sergente  Dietmar Mössmer am 2. Mai 2025 und seinem Vorgesetzten Michael Degen, ist der dritte Hauptdarsteller verstorben.😥😥😥
                          • am via tvforen.de

                            Der "Commissario" war wohl seine Paraderolle neben vielen anderen Filmen und Serien in denen er mitwirkte. Habe ihn immer gerne gesehen. R.I.P.
                            • am via tvforen.de

                              sah immer jünger aus als er war.
                              • am via tvforen.de

                                sah immer jünger aus als er war.

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