„Das spart Ressourcen“: BR stellt eigenständige Mediathek ein

    Doppelbetrieb endet mit Überführung in die ARD Mediathek

    Lukas Respondek
    Lukas Respondek – 14.08.2022, 14:00 Uhr

    Die BR Mediathek wird in die ARD Mediathek überführt – Bild: Bayerischer Rundfunk/ARD Design
    Die BR Mediathek wird in die ARD Mediathek überführt

    Nach vielen Jahren des Parallelbetriebs von ARD Mediathek und BR Mediathek wird der BR seine Mediathek nicht mehr als eigenständiges Produkt weiterführen. Das bestätigte der Sender gegenüber fernsehserien.de. Perspektivisch werde das Angebot in die ARD Mediathek überführt. Zeitgleich aber gliedert der BR einzelne Radiosendungen aus der gemeinsamen ARD Audiothek aus – und verweist auf die eigene BR Radio App.

    Wer eine Sendung des BR Fernsehens online nachholen will, hat seit Jahren die Möglichkeit, diese in der gemeinsam von allen ARD-Anstalten gestemmten ARD Mediathek anzuschauen oder sie in der BR-eigenen Mediathek abzurufen. Dieser Doppelbetrieb findet bald ein Ende: Die BR Mediathek wird perspektivisch in die ARD Mediathek überführt. Das spart Ressourcen und hilft bei der Sichtbarkeit unserer eigenen Inhalte, so der BR gegenüber fernsehserien.de. Die Überführung solle planmäßig im Laufe des Frühjahrs 2023 abgeschlossen sein.

    Hintergrund ist die Fokussierung auf die fünf großen Digital-Plattformen der ARD. Der BR habe sich verpflichtet, mit den anderen Landesrundfunkanstalten die gemeinsamen Energien auf die ARD Mediathek, die ARD Audiothek sowie auf Tageschau.de, Sportschau.de und KiKa.de zu fokussieren. Der BR erklärt:

    Dadurch haben wir die beste Chance auf größtmögliche Wahrnehmbarkeit unserer wertvollen Inhalte in der digitalen Welt. Der Erfolg der ARD Mediathek bestätigt diese Richtung: 2021 hatte sie mehr als zwei Milliarden Videoabrufe, im Vergleich zum Jahr 2020 ein Plus von 62%. Dieser Trend setzt sich auch im ersten Halbjahr 2022 fort.

    Da der Bayerische Rundfunk in der ARD Mediathek inzwischen höhere Abrufzahlen als in der eigenen Mediathek erreiche und es auf der ARD-Plattform seit Kurzem sehr gut gestaltete und auch gut angenommene Regionalfenster gibt, die es ermöglichen, Inhalte je nach Region und Interesse auszusuchen, habe sich der BR für die Überführung in die ARD Mediathek entschieden. Der Sprecher betont: Die regionale Verwurzelung und die regionale Vielfalt, um die uns alle europäischen Länder beneiden, wollen wir natürlich aufrecht erhalten.

    Hat bald ausgedient: die eigenständige BR Mediathek BR Mediathek/​Screenshot

    Der BR folgt mit dieser Entscheidung vergleichsweise spät dem von anderen Landesrundfunkanstalten der ARD bereits vollzogenen Schritt zur Überführung eigener Mediatheken in das gemeinsame ARD-Angebot. Ohnehin ist eine Vielzahl der Sendungen von BR und ARD alpha bereits auch in der ARD Mediathek abrufbar. Einzelne Sendungen finden sich derzeit aber tatsächlich nur in der BR Mediathek, so etwa Fritz Egners Popmusik-Doku „Now & Then“ oder die Literatursendung „Gottschalk liest?“.

    Begrenzte Ressourcen auch bei Audio-Inhalten

    Konträr zur Fokussierung der ARD-Fernsehsendungen in gemeinsamen ARD-Angeboten gliedert der BR ausgewählte Radiosendungen aus der ARD Audiothek aus, so auch das „Tagesgespräch“, eine werktags auf Bayern 2 und im Fernsehen bei ARD alpha ausgestrahlte Call-In-Sendung. Als Audiosendung wird das „Tagesgespräch“ seit Monatsbeginn nicht mehr als Podcast in der ARD Audiothek und auf anderen Podcast-Plattformen angeboten, sondern lediglich in der BR Radio App. Auch diese Entscheidung begründet der BR mit dem Blick auf den effizienten Einsatz begrenzter Ressourcen. Das zwischenzeitlich auf über 200 Podcast-Feeds gewachsene Portfolio des BR werde konsolidiert. Der BR führt aus:

    Es wurde nötig, Prioritäten zu setzen. Diese liegen fortan auf einer gut austarierten Auswahl zugkräftiger Angebote, die in der ARD Audiothek in Podcast-Form angeboten werden. Auf der anderen Seite werden bestimmte Sendungen aus dem linearen Programm nicht mehr zu Podcasts umgewandelt und der damit verbundene Aufwand eingespart – sie stehen damit weder auf Drittplattformen wie Apple Podcasts noch in der ARD Audiothek zur Verfügung. Das betrifft auch Sendungen zu tagesaktuellen Themen, die oft in kürzester Zeit ihre Aktualität verlieren und dann erfahrungsgemäß nur noch wenige Abrufe als Podcast erzielen. Dazu gehört das „Tagesgespräch“, aber in der Vergangenheit z.B. auch Sendungen wie „kulturLeben“ oder „Was heute geschah“.

    Der BR verweist nun auf die BR Radio App, einen – trotz fehlender Abo-, Download- und Suchfunktionen und trotz kurzer Verweildauer – sehr komfortablen, nutzerfreundlichen Weg, das gesamte Programm der BR-Radiowellen sieben Tage lang zum Nachhören anzubieten. Die technische Basis der App mache keine aufwendige Podcast-Umwandlung mehr nötig. Als Fernsehsendung bleibt das „Tagesgespräch“ der ARD Mediathek jedoch erhalten.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

      weitere Meldungen