„Charmed“-Schwestern Alyssa Milano und Rose McGowan im öffentlichen Streit

    Tiefe politische Meinungsverschiedenheit öffnet alte Wunden aus Serien-Zeiten

    Bernd Krannich – 25.08.2020, 17:45 Uhr

    Rose McGowan als Paige und Alyssa Milano als Phoebe in „Charmed“ gemeinsam vor der Kamera

    Mal gibt es gute Schlagzeilen, mal schlechte – und mal was zwischendrin. Zuletzt konnte sich Alyssa Milano darüber freuen, dass eine Fortsetzung von „Wer ist hier der Boss?“ in Angriff genommen wird (fernsehserien.de berichtete), während die Erfahrung, ab April über Wochen eine Corona-Erkrankung durchgekämpft zu haben, definitiv keine gute war, aber immerhin eine mit einem letztendlich wohl guten Ausgang.

    Nun hat sich Milano mit ihrer ehemaligen „Charmed – Zauberhafte Hexen“-Kollegin Rose McGowan einen Online-Schlagabtausch geliefert, bei dem Jene klarstellte: Du hast für eine giftige Arbeitsatmosphäre gesorgt, so dass McGowan bei jeder Verlängerung von „Charmed“ in Tränen ausgebrochen sei, dass es weiter ging.

    Der Funke, der nun das Pulverfass entzündete – „Charmed“ endete immerhin bereits 2006 – ist die anstehende Präsidentschaftswahl in den USA. Dort hat sich die zuletzt als Aktivistin auftretende Milano deutlich auf die Seite der Demokraten und deren Kandidaten Joe Biden gestellt.

    McGowan sieht die demokratische Partei kritisch, was sie auch immer wieder etwa via Twitter kundtut. Einerseits war der wegen zahlreicher gewaltsamer Sexualverbrechen verurteilte Filmmogul Harvey Weinstein ein wichtiger Großspender der Partei gewesen – McGowan hat angegeben, von Weinstein im Jahr 1997 vergewaltigt worden zu sein. Und die Ansicht vertreten, dass die prominente Demokraten-Politikerin und ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton aktiv versucht habe, die Veröffentlichung der Enthüllungen über Weinstein zu verhindern. Aktuell gibt es auch gegen Joe Biden spezifische Anschuldigungen, denen McGowan Glauben schenkt. So kommt die Schauspielerin zu dem Schluss, dass die demokratische Partei nur eine andere Seite des alten Übels aber keine wirkliche Verbesserung sei.

    Auf Twitter hatte Milano McGowan wegen deren Kritik an den Demokraten vorgeworfen, dass ihr Generalvorwurf Die Demokraten helfen den einfachen Leuten auch nicht der Verbesserung des Lebens zahlloser, schlechter als sie selbst gestellter Personen verhindere – und dass solche Mitteilungen in der aktuellen Situation ein Indiz für Geltungssucht seien.

    In ihrer Erwiderung hatte McGowan Milano in gleicher Münze zurückgezahlt: Einerseits habe sich Milano verschiedenen Bewegungen als Sprecherin aufgedrängt wie #MeToo, um ihren eigenen Ruhm zu steigern. Und sie habe zu „Charmed“-Zeiten 250.000 US-Dollar pro Woche verdient, aber immer wieder kindische Wutausbrüche gehabt habe, bei denen das Zitat gefallen sei: Sie zahlen mir nicht genug für den Scheiß hier.

    Während diverse Personen die eine oder andere Partei ergriffen und Milano entweder mit dem Hashtag #AlyssaMilanoIsALie angriffen oder ihren Einsatz in sozialen Themen lobten, hielt sich die Dritte im „Charmed“-Bunde – Holly Marie Combs – lieber raus: We are all different and stand up for our own beliefs. That’s the kind of independence the show stood for then and we stand for now. It’s actually very appropriate that we are different and do not pretend otherwise. kommentierte sie, nachdem ein Fan sie bei Twitter zu der Auseinandersetzung angesprochen hatte.

    Mittlerweile hat Milano McGowan geblockt. Auf Anfrage von E! kommentierte sie: Verletzte Menschen verletzen Menschen. Weiter darauf einzugehen passt nicht zu meinen Vorsätzen bezüglich meinem persönlichen Wohlergehen. (Hurt people hurt people. Commenting any further doesn’t align with my wellness plan.)

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1983) am melden

      Offensichtlich ist, dass beide Schauspielerinnen, die Aufmerksamkeit brauchen! Man weis, dass es am Set alles andere als harmonisch zuging - mitunter. Allerdings, ist es von beiden mehr als armselig, ihre persönlichen Ansichten und Sympathien oder Antipathien breit zu treten.
      Das zeigt nur, wie verbreitet, das Suchtverhalten bezüglich twitter mittlerweile ist!

      Und wer von beiden wen wählt, ist erstens eine private Angelegenheit, welche niemanden etwas angeht und zweitens ist es nicht nötig, dass die beiden Damen ihren Zickenkrieg von vor 10 Jahren fortführen. Das ist einfach nur noch peinlich. Da lobe ich mir Holly Marie-Combs.
      Die verhält sich wenigstens rational.
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      • (geb. 1983) am melden

        Lieber User 894531,

        wenn ich könnte, würde ich Dir jetzt einen graphischen "Daumen hoch" geben;
        da das aber hier leider derzeit nicht möglich zu sein scheint, mach' ich das anders:

        DAUMEN HOCH, User894531 :)
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        • am melden

          Die Sache ist eigentlich wirklich einfach:
          Wenn Rose McGowan gegen die Demokraten bei dieser Wahl auftritt, dann tritt Sie damit für Trump ein, und das sollte nun wirklich niemand der halbwegs Intelligent ist, Frauenrechte geachtet sehen möchte etc. etc. auch nur andenken!

          Darüber hinaus ist McGowan als Schauspielerin ausserhalb von Charmed offensichtlich gescheitert. Sie sucht zwar die Publizität, aber das ist dann auch schon alles, und sich von jemandem wie Weinstein "vergewaltigen" zu lassen, ist auch nicht unbedingt eine Glanzleistung für eine intelligente, emanzipierte Frau, macht aber einen Sinn, wenn man als Frau alles daran setzt, eine bestimmte Rolle zu bekommen (den Begriff der Besetzungscouch gibt es nicht von ungefähr, und auch nicht erst seit #Metoo!!), und dann nach 20 Jahren, in denen der weitere Erfolg ausbleibt, mit einem "Skandalbuch", auf den öffentlichen Zug aufspringen, und noch einmal Kohle daraus machen zu wollen!
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