Nic Kaufmann zählt heute zu den prägendsten Gesichtern der Creator-Generation. Auf TikTok und Instagram erreicht der deutsch-indische Influencer über 20 Millionen Follower weltweit. Internationale Luxusmarken und Fashion Labels buchen ihn für Kampagnen und laden ihn zu ihren exklusivsten Events ein, darunter Prada, Dior und Louis Vuitton. Er sitzt in den Front Rows der Fashion Weeks in Mailand und Paris, läuft über rote Teppiche wie bei den Filmfestspielen in Cannes oder sogar bei den Oscars. Doch sein Weg begann weit entfernt von Glamour und Millionenreichweite.
Geboren in Singapur, wuchs Nic als deutsch-indischer Teenager zwischen unterschiedlichen Welten auf. In der Schule fühlte er sich oft übersehen, hatte nur wenige Freunde und litt unter der Trennung seiner Eltern. Mode spielte damals keine Rolle. Nic war Außenseiter, verbrachte viel Zeit vor dem Computer und kämpfte mit Unsicherheit und dem Gefühl, nicht dazuzugehören. 2018 zog er für ein Informatikstudium nach München. Aus Langeweile postete er sein erstes TikTok-Video, einfach, um es mal auszuprobieren.
Aus einem spontanen Clip wurde innerhalb kürzester Zeit ein weltweites Publikum. In den ersten drei Jahren nach seinem TikTok-Start gab Nic alles für seine Karriere. Content, Content, Content, das war seine einzige Devise. Familie und Freunde kamen dabei oft zu kurz. Als sein Vater plötzlich starb, war Nic erst 21 Jahre alt. Dieser Verlust brachte ihn zum Nachdenken. Er realisierte, dass Erfolg nicht alles sein kann, dass er Termine absagen darf und dass Familie und enge Freunde genauso wichtig sind wie Reichweite und Karriere.
Daraufhin nahm er sich bewusst eine Auszeit, um an sich zu arbeiten und seine mentale Gesundheit in den Fokus zu rücken. Nic spricht heute offen über den Druck hinter dem Erfolg: über Selbstzweifel, den ständigen Vergleich, den Leistungsdruck durch Plattformen wie TikTok und Instagram und über die Frage, was es mit dem eigenen Selbstbild macht, wenn Millionen Menschen täglich zusehen. Wie bleibt man authentisch in einer Welt, in der der Algorithmus mitentscheidet, wie sichtbar man ist und wie erfolgreich? Ein wichtiger Part in Nics Karriere ist sein enger Freund Benji Krol, ebenfalls ein weltweit erfolgreicher Creator mit Millionenpublikum.
Die beiden sind nicht nur eng befreundet, sondern haben gemeinsam eine eigene Firma gegründet. Damit wollen sie unabhängiger von klassischen Creator-Agenturen werden und mehr Kontrolle über ihre eigenen Projekte, Kooperationen und ihre Marke behalten. „Money Maker“ begleitet Nic Kaufmann mitten hinein in diese Welt zur Fashion Week nach Mailand, auf den roten Teppich in Cannes und in den Alltag hinter den perfekt inszenierten Bildern.
Der Film erzählt von einem jungen Mann, der sich aus Einsamkeit und Unsicherheit eine globale Karriere aufgebaut hat und zeigt zugleich die Schattenseiten des Creator-Business zwischen Klicks, Selbstinszenierung und Leistungsdruck. Es ist das Porträt einer Generation, für die Social Media Karrierechance, Bühne und permanenter Stresstest zugleich geworden ist. (Text: ARD)