2026
Plötzlich ist alles anders
Folge 52 (15 Min.)
Bis zu 300 Einsätze jährlich begleiten Notfallseelsorger wie Albrecht Roebke in der Region Bonn und Rhein-Sieg-Kreis.Bild: ZDF und Kirchenkreis Bonn/M. BöschemeyerWenn Unfälle, Katastrophen oder Anschläge passieren, wird der evangelische Pfarrer Albi Roebke gerufen. Er leitet und koordiniert die Notfallseelsorge in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis. Albi Roebke begleitet seit 25 Jahren Menschen in den schlimmsten Stunden ihres Lebens. Wenn die Polizei zum Beispiel eine Todesnachricht überbringen muss, ist er dabei als „die erste Hilfe für die Seele“. In Momenten, die kaum auszuhalten sind, wo plötzlich alles anders ist, kann der Mensch den Boden unter den Füßen verlieren. Der 57-Jährige weiß, dass es manchmal die kleinen Dinge sind, die einen Weg aus der Ohnmacht ebnen.„Rituale wie das geliebte Butterbrot helfen dabei, gefühlt die Kontrolle über das Leben zurückzugewinnen“, sagt Roebke. Er weiß, wovon er spricht, denn er hat selbst diese Erfahrung gemacht: 2015 verlor er durch einen Autounfall seine Eltern und seinen Bruder. Wie schafft Mensch es, Krisen zu bewältigen, wie kann der Glaube dabei helfen? „Mir hilft mein Glaube, weil ich sagen kann: Gott, wo warst du? Da gibt es jemanden, den ich ansprechen kann, mit dem ich über das Unfassbare in Austausch treten kann“, sagt Roebke. Karfreitag erinnert an den Verlust von Jesus Christus. Aber der Tag erinnert auch daran, dass in einer Katastrophe auch der Keim der Hoffnung auf ein neues Leben steckt. „Genau das erleben wir in der Notfallseelsorge“, sagt Albi Roebke, „wie Menschen manchmal Kraft in der Krise finden. Für mich ist Notfallseelsorge einer der wenigen Orte, wo Gott uns erlaubt, bei seinen Wundern über die Schulter zu schauen.“ „Leben ist mehr“ begleitet den evangelischen Pfarrer Albi Roebke in seiner Tätigkeit als Notfallseelsorger. Zu Wort kommen auch Menschen, denen er in den schlimmsten Stunden ihres Lebens beigestanden hat: Wie haben sie diese Momente erlebt, was hat ihnen geholfen? Inwiefern hat sie diese Erfahrung verändert? (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 01.04.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Fr. 03.04.2026 ZDF Eine Pause für die Seele – Auszeit im Kloster
Folge 53 (15 Min.)Alexander Brandl ist Pfarrer und Theologisch-Pädagogischer Vorstand im Kloster Schwanberg. Er weiß, dass das Verlassen des Alltags für eine Auszeit im Kloster auch herausfordernd sein kann.Bild: ZDFChristi Himmelfahrt erinnert ans Loslassen, um Veränderung zu ermöglichen und lädt dazu ein, neue Perspektiven einzunehmen. Das ist in der Abgeschiedenheit im Kloster Schwanberg möglich. „Mal durchatmen und richtig tief nachdenken über mein Leben und meine Arbeit, das wünsche ich mir“, sagen Besucher des evangelischen Klosters Schwanberg. Die Schwestern nehmen regelmäßig Gäste auf und lassen sie an ihrem Leben teilhaben. Schwester Franziska begleitet die Gäste durch ihre Auszeit im Kloster – ein Programm, was immer mehr Menschen anspricht: „Unsere Gäste kommen aus ganz unterschiedlichen Lebenslagen und Motivationen hier her.Die meisten sind jedoch auf der Suche nach Antworten oder möchten Ruhe finden.“ Kloster Schwanberg bietet ganz unterschiedliche Arten der Klosterauszeit an: in kompletter Stille, in der Gemeinschaft mit anderen Frauen oder auch speziell für Studierende. Auch sie sollen von der ruhigen Klosteratmosphäre profitieren – sei es, um vor den Klausuren Kraft zu tanken oder um „Kopf und Herz“ vor dem neuen Semester freizubekommen. Alle Gäste sind eingeladen, an den festen Gebetszeiten der Schwestern teilzunehmen. Anschließend wird gemeinsam gearbeitet: beim Spülen, im Haus und im weitläufigen Klostergelände. Das soll Raum zum Nachdenken geben. Den schätzt auch Pfarrer Alexander Brandl: „Für mich geht es bei Christi Himmelfahrt auch darum, dass ich neu auf mein Leben schaue, quasi aus der Vogelperspektive. Im Alltag sehe ich oft nur To-do-Listen. Von oben sehe ich: Da ist ganz viel Göttliches in meinem Leben.“ „Leben ist mehr!“ begleitet Schwester Franziska und die Besucher bei ihrer Auszeit im Kloster. Inwiefern verändern die Tage im Kloster ihren Blick auf sich und die Gesellschaft. Was lernen sie? Was nehmen die Gäste mit in ihr Leben? (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 13.05.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Do. 14.05.2026 ZDF Bauernhof statt Altenheim – wo das Leben weitergeht
Folge 54 (15 Min.)Die ersten Bewohner und Bewohnerinnen haben sich gut eingelebt. Das Mittagessen ist der tägliche Treffpunkt in der Essküche.Bild: ZDFIn der Sendung zum Reformationstag geht es um Aufbruch: Aus einem Bauernhof wird ein Pflegebauernhof für ältere Menschen. Inmitten von Tieren und Natur soll ihr Leben würdig weitergehen. Auf dem Bauernhof mit 24 Senioren-WG-Zimmern soll das Leben weiterhin selbstbestimmt sein. Zwischen Hühnern, Gartenarbeit und Küche können die Bewohnerinnen und Bewohner weiterhin aktiv am Leben teilnehmen – jeder nach eigenen Kräften und Interesse. Josephin Kiefer, die Gründerin des Hofes, kennt die Schwierigkeiten der Pflege aus eigener Erfahrung. Zweimal musste sie miterleben, wie ihre Großeltern mit dem Einzug ins Pflegeheim ihre Eigenständigkeit und Lebensfreude verloren.Für sie steht fest: Pflege kann auch anders aussehen. „Teil des Konzeptes ist es einfach, dass die Menschen wirklich die Dinge tun, die sie ihr Leben lang getan haben. Meine Oma hat zum Beispiel gesagt, als sie ins Seniorenheim kam: ‚Ich habe 80 Jahre nicht Bingo gespielt. Ich fange jetzt auch nicht an, Bingo zu spielen.‘ Ja, aber sie hat 80 Jahre lang Gemüse geschnippelt für Suppen. Keine künstliche Bespaßung, sondern wirklich das, was das Leben der Menschen ausgemacht hat.“ Aus einer Idee wird Realität. 2022 zieht Josephin mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einen denkmalgeschützten Hof in Diedenshausen bei Siegen. Seitdem baut die Familie den Hof zu einem Ort um, an dem sie sich auch selbst vorstellen können, alt zu werden. „Leben ist mehr!“ begleitet Josephin Kiefer bei der Eröffnung ihres Pflegebauernhofs. Wie gelingt es ihr, einen Ort zu schaffen, an dem pflegebedürftige Menschen in Würde altern und trotzdem gebraucht werden? Und wie kommen die Senioren und Seniorinnen in ihrem neuen Zuhause zurecht? (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Sa. 31.10.2026 ZDF
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