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    Seit dem Amtsantritt von Papst Franziskus schienen offene Diskussionen wieder möglich. Aber aber die Reformkräfte sind zunehmend frustriert, weil konkrete Schritte ausbleiben. Letzteres liegt auch an entgegengesetzten Front: Aus dieser Richtung, die jede Reform unterbinden will, hagelt es Angriffe auf Papst Franziskus – aus dem deutschsprachigen Raum ebenso wie aus den USA und anderen Ländern: Reaktionäre Gruppen – international gut vernetzt – gehen so weit, dem Papst vorzuwerfen, er verbreite selbst Irrlehren, er sei somit ein „papa haereticus“. Die Gefolgschaft verweigern sie ihm – denn sie sehen mit dem Reformgeist auch „den Rauch Satans“ in die Kirche eingedrungen, wie es schon Papst Paul VI. bald nach dem Konzil formuliert hatte. Diese Angriffe kommen ausgerechnet aus Milieus, die sich unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI. als die einzig „Papsttreuen“ bezeichnet hatten. Wer sind diese Gegner des gegenwärtigen Papstes? Was ist ihr Kirchen- und Weltbild? Und von wem werden sie – und aus welchen Gründen – unterstützt? (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 17.01.2023 ORF 2
    Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 23.05.2025
  • Frauen kämpfen um ihre Freiheit. Gemäß jüdischem Recht kommt eine gültige, koschere Scheidung nur zustande, wenn der Ehemann dieser ausdrücklich zustimmt. Er muss seine Frau freigeben. Verweigert er seine Zustimmung, so bleibt die Frau durch die Ehe an ihn gebunden. In Israel müssen alle Scheidungen gemäß jüdischem Recht vor einem Rabbinatsgericht durchgeführt werden. Und immer wieder gibt es Fälle, in denen Frauen teils jahrelang um ihre Freiheit kämpfen. Batya Kahana-Dror ist orthodoxe Jüdin – und Feministin. Die Anwältin gehört zu den wenigen Frauen, die eine Zulassung für die israelischen Rabbinatsgerichte haben. Sie nutzt jede rechtliche Möglichkeit für Frauen wie Noa, Sarah und Oshrat in ihrem Streben nach Freiheit. Die Dokumentation porträtiert die drei Fälle, die stellvertretend stehen für all jene Israelinnen, die die Scheidung wollen, deren Männer aber ihre Einwilligung verweigern. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 16.05.2023 ORF 2
    Österreichische Erstausstrahlung ursprünglich angekündigt für den 09.05.2023
  • Man muss nicht an Gott glauben, um an Schicksal zu glauben. An Wendungen des Lebens – wie Krankheit, Tod oder Trennung – stellen sich Menschen oft die Frage, ob das ihr Schicksal sei. Wie verhält sich der Glaube an ein unveränderliches Schicksal zu Freiheit und Verantwortung? Wann macht es Sinn, sein Schicksal zu akzeptieren, wann, dagegen anzukämpfen? Und wann wird der Glaube an ein Schicksal hinderlich, wann befreiend? Auch wenn die Quantenphysik die Existenz des reinen Zufalls längst bewiesen hat, hält der Mensch doch gerne an der Vorstellung fest, dass das Leben mehr ist als Zufall, so der katholische Theologe Prof. Thomas Prügl von der Universität Wien: „Das Leben braucht das Schicksal. Das Schicksal ist die Summe der Dinge, die sich unvorhergesehen mir darbieten. Aber das Leben ist das, was ich aus dem Schicksal mache.“ (Text: 3sat)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 10.02.2023 3satOriginal-TV-Premiere Di. 27.11.2018 ORF 2
  • An die Stelle des Glaubens an einen Gott tritt heute nicht selten der Glaube an das Schicksal – so zeigen es neuere Untersuchungen zum Wandel religiöser Einstellungen. Hat der „Glaube an das Schicksal“ Konsequenzen für die Lebensgestaltung? Führt er in einen passiven Fatalismus oder zur Auflehnung gegen eine anonyme Macht, die letztlich alles vorherbestimmt? Ein Reporter hat sich auf eine Spurensuche begeben. (Text: ORF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 05.09.2026 ARD alphaOriginal-TV-Premiere Di. 09.09.2025 ORF 2
  • Kaum jemand macht sich Gedanken darüber, was der Papst bei seinen öffentlichen Auftritten trägt und vor allem, wer die Roben und Accessoires anfertigt. Filippo Sorcinelli ist international renommierter Designer für sakrale Gewänder in Italien, er ist bekennender Katholik und lebt offen homosexuell. Ein Spagat, der nicht immer einfach zu bewältigen ist. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 13.05.2025 ORF 2
  • Die Soldaten der Schweizergarde, die in ihren einzigartigen Uniformen sofort erkennbar sind, schwören persönlich, den Papst zu schützen. Offiziell gegründet wurde die Schweizergarde 1506. Heute wie damals verlässt der Papst sich auf diese kleine Armee engagierter Männer, die ihn vor den ständigen Bedrohungen einer instabilen Welt schützen. Die Dokumentation blickt auf die Vergangenheit und Gegenwart der Schweizergarde. Der Film erinnert daran, wie dieses besondere Militärkorps vor 500 Jahren entstand, und zeigt erstmals Dokumente aus den Privatarchiven der Schweizergarde, die von einer geheimen Mission auf dem Höhepunkt des Zweiten Weltkriegs erzählen: Ein Offizier der Schweizergarde fuhr eine Lkw-Ladung Waffen von der Schweiz zum Vatikan und riskierte es dabei, von deutschen Truppen und alliierten Bomben getötet zu werden. Alles nur, um Papst Pius XII. vor der Entführung durch Adolf Hitler zu retten. Außerdem geht der Film der Frage nach, warum sich junge Männer auch heute noch für die Schweizergarde entscheiden, und gibt exklusive Einblicke in das Leben der Soldaten in ihrer Kaserne im Vatikan. Er zeigt ihre alltäglichen Aufgaben, sowohl innerhalb des päpstlichen Palastes als auch zum Schutz des Papstes auf seinen Reisen ins Ausland. Die Dokumentation „Die Schweizer Garde – Das geheime Leben“ wurde in Italien, im Vatikan und in der Schweiz gedreht. Sie enthält Interviews mit namhaften Historikern, Sicherheitsexperten, Journalisten, Veteranen der Schweizergarde, den Gardisten selbst und ihren Familien. Der Filmemacher Jesús Garcés Lambert wurde in Italien mit einem „Golden Globe Award“ ausgezeichnet. Seine Filme sind in über 60 Ländern zu sehen und wurden auf wichtigen internationalen Filmfestivals ausgezeichnet. (Text: ORF)
    Österreichische Erstausstrahlung ursprünglich angekündigt für den 02.12.2025
  • Ihr Widerstand gegen Zwangssterilisation und gegen die NS-Euthanasie gilt als einer der mutigsten Proteste der katholischen Kirche gegen das Nazi-Regime: Anna Bertha Königsegg, Vinzentinerin und Visitatorin des Ordens, agierte erstaunlich offen und dennoch geschickt gegen die Anweisungen des Terrorregimes. So gut sie konnte, stemmte sich die ausgebildete Krankenschwester gegen Abtransporte ihrer geistig behinderten Patienten in den sicheren Tod. Ein Film über eine außergewöhnliche Frau. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 22.11.2022 ORF 2
  • „Ich bin mir relativ sicher, dass es auch jenseits der Erde Leben gibt“, erklärt der Wiener Astronom Franz Kerschbaum. „Allerdings wird das vorwiegend einfaches Leben sein. Intelligentes Leben wird es wahrscheinlich auch geben im Kosmos, es dürfte aber deutlich seltener sein, als wir denken.“ Das „James-Webb-Teleskop“ – im Dezember 2021 ins All geschossen – könnte da Aufklärung bringen. Der Zehn-Milliarden-Dollar-„Sternengucker“ wird nicht nur tief in die Vergangenheit unseres Universums blicken, er wird auch die Atmosphären von Hunderten und Aberhunderten von Exoplaneten untersuchen können. „Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte haben wir damit die Möglichkeit, nach Spuren von Leben im All zu suchen und das Vorhandensein von Leben nun auch wissenschaftlich nachzuweisen“, erklärt die Salzburger Astrophysikerin Lisa Kaltenegger, Leiterin des „Carl Sagan Institutes“ an der Cornell-University in den USA. Die Chancen dafür seien hoch, so die Forscherin. Sollte die Menschheit irgendwann tatsächlich Hinweise auf extraterrestrische Lebensformen finden, würde das unser Bild des Universums auf revolutionäre Weise verändern. Aber noch ist es nicht so weit. Spekulationen über Aliens und außerirdische Spezies aller Art müssen bis auf weiteres Science-Fiction bleiben – ein wissenschaftliches Gerücht, das die Phantasien von Millionen Menschen befeuert. Die Beschäftigung mit den Geheimnissen des Kosmos hat aber auch eine religiöse Komponente. Manche werden von einem existenziellen Gefühl des Staunens ergriffen, wenn sie sich die Dimensionen des Universums vergegenwärtigen. Andere meinen, die Beschäftigung mit kosmologischen Fragen lehre den Menschen vor allem Demut. Und wieder andere halten den Kosmos für ein lebendiges Wesen oder – auch diese Hypothese gibt es – für ein riesiges, überdimensionales Gehirn. Der in Bern lehrende Theologie Andreas Losch hat seine persönliche Antwort auf eine der Urfragen der Menschheit gefunden: „Wenn Sie mich fragen, wo ist Gott? Dann sage ich: jenseits, wo immer das ist. Aber auch: in allem drin.“ (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 17.05.2022 ORF 2
    Österreichische TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 10.05.2022
  • Die kleine Mary wächst in der Nachkriegszeit in einem Vorort Dublins in ärmlichen Verhältnissen auf. Sie ist eines von sieben Kindern. Ihr Weg scheint vorgezeichnet – in einem erzkonservativen, katholischen Umfeld und Elternhaus. Die Schule, die erste große Liebe – vielleicht schon der Partner fürs ganze Leben? Doch diese Perspektive ist für Mary wenig attraktiv. Sie sucht das Abenteuer, wenn auch auf ungewöhnliche Weise: Der Orden „Sisters of Mercy“ bietet ihr eine Chance, das traditionsverhaftete Irland hinter sich zu lassen. Sie lässt sich nach Afrika versetzen und taucht dort ein, in eine nahezu unüberschaubare Welt der Not und Armut. Hier findet die temperamentvolle Frau ihr neues Zuhause – in den größten Armenvierteln Afrikas. Jenen von Nairobi. Das ist nun vierzig Jahre her . Heute gilt die mittlerweile 73 jährige als „Mutter der Kinder von Mukuru“. 800.000 Menschen leben in diesem – neben Kibera – größten Slum Nairobis. Sie gründet Schulen und Berufszentren für die Ärmsten der Armen gibt ihnen damit eine realistische Hoffnung auf ein Leben außerhalb dieser Hölle aus Elend, Gewalt und Verbrechen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 28.03.2023 ORF 2
  • Martina Kainz und Evelyne Adoun.
    Mit fünf Jahren wurde die aus Benin stammende Evelyne Adoun von ihrem Onkel an eine Geschäftsfrau in Nigeria verkauft. Sechs Jahre war ihr Alltag geprägt von Misshandlungen und harter Arbeit, doch dann gelang ihr die Flucht – und mit Hilfe der Don Bosco Schwestern ein Neustart. Die ORF-Redakteurin Gundi Lamprecht hat sie in Benin und in Österreich begleitet. In dem Porträt erzählt sie, warum sie heute in Wien „Urban tourism“ studiert, wovon sie träumt und was es nach solch einer Erfahrung braucht, um ein selbstermächtigtes Leben zu führen. Im „kreuz & quer plus“: Jüdisches Straßenfest: Vielfalt, Kultur und Sicherheit am Judenplatz. (Text: ORF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 27.06.2026 ARD alphaOriginal-TV-Premiere So. 21.06.2026 ORF 2
  • Hinfallen und wieder aufstehen – das ist eine elementare Erfahrung, die Kinder möglichst früh lernen sollten, sagt die Zirkuspädagogin Ruth Schleicher. Frustration kommt erst dann auf, wenn man das Gefühl hat, dass die Anstrengung umsonst war. Doch wer eine weitere Perspektive auf das Dasein hat, ist weniger gefährdet, sich von den vielen ermüdenden und entmutigenden Begebenheiten des Alltags kleinkriegen zu lassen. Wie diese Frustrationstoleranz entwickelt und kultiviert werden kann, zeigt die Doku. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 16.01.2024 ORF 2
  • Wie wollen sie leben? Wonach sehnen sie sich? Woran hängen sie ihr Herz? – Jennifer Rezny hat junge Menschen aus unterschiedlichsten Milieus getroffen und hat mit ihnen über ihre Lebensentwürfe, ihre Sorgen und ihre Ideen für die Zukunft gesprochen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 04.10.2022 ORF 2
  • Seit etwa 80 Jahren hat sie nicht mehr Klavier gespielt. Aber nun, mit über 90 Jahren und erblindet, nimmt sich Marianne noch einmal Klavierstunden. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, ein einziges Stück zu lernen: „An den Frühling“ von Edvard Grieg. Marianne hat viel durchgemacht in ihrem Leben. Vor fünf Jahren starb auch ihr Mann. Für das lyrische Stück von Grieg hat sich die zierliche Dame entschieden, weil es so lebensbejahend sei und eine tiefe Weisheit in sich trage. Sie will es bis zum Ende spielen lernen: „Ich werde es schaffen, und so lange sterbe ich auch nicht.“ – Ein Film über ein ungewöhnliches Leben und eine lebensstarke Frau. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 18.01.2022 ORF 2
  • Treffen sich ein Rabbi, ein Pfarrer und ein Imam – und treten zu einem gemeinsamen Wettkochen gegen eine Spitzenköchin an: Religion muss nicht immer schwere Kost sein. Auch wenn im Laufe der interreligiösen Küchenaktion so allerlei über religiöse Speisen, Speisenvorschriften, das Judentum, das Christentum und den Islam geplaudert wird: Das Kochen der drei religiösen Herren ist vor allem unterhaltsam. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 08.02.2022 ORF 2
  • Sternenkinder – diesen Namen tragen Kinder die vor, während oder kurz nach der Geburt versterben. Wie viele es hiervon in Österreich genau gibt, ist unklar, denn obwohl jede dritte bis vierte Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt endet, gibt es hierzu keine Statistik. Der Umgang mit Sternenkindern hat sich in den letzten Jahren jedoch stark verändert. Für die Doku hat Andrea Eder Eltern sogenannter „Sternenkinder“ getroffen und mit ihnen über das Tabuthema gesprochen, Expertinnen geben Einblick in neue Entwicklungen in Österreich. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 11.03.2025 ORF 2
  • Österreichische TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 22.09.2023
  • Vor 1700 Jahren trafen Bischöfe in Nicäa, dem heutigen Iznik in der Türkei, zusammen, um die Grundlagen des christlichen Glaubens zu klären. Ein heidnischer Laie, Kaiser Konstantin, hatte das Konzil dort einberufen. Doch die Vorgeschichte dieser ersten großen Kirchenversammlung führt auch nach Österreich. Die Doku rekonstruiert, wie Glaubenslehren und politische Kräfte hinter dem historischen Meilenstein wirkten, der das Christentum bis heute prägt. (Text: ORF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 06.12.2025 ARD alphaOriginal-TV-Premiere So. 30.11.2025 ORF 2
  • Die Transplantationsmedizin eröffnet neue Möglichkeiten: Sie kann Menschenleben retten und die Situation von Patienten, die chronisch geschädigt sind, nachhaltig verbessern. Doch dem steigenden Bedarf steht ein Mangel an Spenderorganen gegenüber. Regisseur Zoran Dobric hat betroffene Patienten, ihre Angehörigen, Ärzte und Ethiker getroffen. In seinem Film beleuchtet er – nah an einzelnen Schicksalen – die Chancen und Gefahren der Transplantationsmedizin sowie die brisantesten ethischen Fragen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 21.03.2023 ORF 2
  • Häusliche Gewalt ist im Iran ein weit verbreitetes Problem: Die einzige offizielle Studie besagt, dass 66 Prozent der Frauen häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich deutlich höher. Die Dokumentation der iranischen Regisseurin Mina Keshavarz begleitet ein Jahr lang die Aktivistinnen der Kampagne „Stoppt häusliche Gewalt gegen Frauen“ bei ihrer Arbeit. Die engagierten Protagonistinnen wollen einen Gesetzesentwurf zur Abstimmung ins Parlament bringen, um der systematischen Gewalt gegen Mädchen und Frauen endlich Einhalt zu gebieten. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 11.10.2022 ORF 2
  • Die Suche nach dem Heiligen Gral gehört zu den größten Mythen des Christentums. Bei diesem rätselhaften Gegenstand soll es sich um den Kelch handeln, aus dem Jesus und seine Jünger beim Letzten Abendmahl getrunken haben. Wer ihn besitzt, so heißt es, besiegt seine Feinde, kann Tote erwecken und wird unsterblich. Doch niemand weiß, wie dieses machtvolle Mysterium aussieht oder gar, wo es sich befindet. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler folgen der Spur des Grals nach Israel, Spanien und Frankreich. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 26.03.2024 ORF 2
  • Welche strukturellen Faktoren in der Kirche können Missbrauch begünstigen und warum ist Klerikalismus problematisch? Diese Fragen erläutert die Dogmatikerin Gunda Werner. Es sind Fragen, die auch den Theologen Wolfgang Treitler beschäftigen. Er selbst hat in seiner Jugendzeit im Internat im Stift Seitenstetten in den 1970er Jahren Missbrauch erlebt. Im Gespräch mit dem nunmehrigen Abt von Seitenstetten erzählt er eindrücklich, warum der Missbrauchsskandal auch theologisch vor brisante Fragen stellt: wie etwa vor jene nach dem Gottesbild. Zur Bedeutung der Sexualmoral kommt u. a. der Sexualtherapeut Jonni Brem zu Wort, der Täter aus dem kirchlichen Umfeld therapiert. Wie die Doku zeigt, wurde die Kirche in Österreich mit Christoph Kardinal Schönborn zum Vorreiter im Bemühen, Missbrauchsfälle in den eigenen Reihen aufzuklären und zu verhindern. Deutlich wird dies auch anhand aktueller Beispiele: Der Besuch im bischöflichen Internat Augustinum in Graz zeigt die Veränderungen seit den 1970er Jahren, wie dort mit der belasteten Geschichte umgegangen wird und wie Präventionsarbeit gelingen kann. Doch was hat sich innerkirchlich wirklich verändert? Und wo stehen Reformen noch aus? Neben Experten und Expertinnen hat Clara Akinyosoye auch kirchliche Vertreter getroffen, etwa Bischof Benno Elbs. Er betont in der Doku, warum Machtkontrolle in hierarchischen Organisationen wie der Kirche wichtig sind, und spricht sich für eine grundlegende Reform in der Frauenfrage aus. Das Treffen der Redakteurin mit dem spätberufenen Priesterseminaristen Clemens Haudum gibt einen Einblick in das gemeinsame Leben im Priesterseminar in Wien heute – einem Ort, an dem die zukünftigen Priester ausgebildet werden, und geht der Frage nach, inwiefern Empfehlungen der Fachleute hier umgesetzt werden. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 07.06.2022 ORF 2
  • Am 18. Dezember 2023 veröffentlichen das Dikasterium für die Glaubenslehre in Rom und Papst Franziskus eine – scheinbar – bahnbrechende neue Erklärung. Homosexuelle und sogenannte „irreguläre“ Paare, also etwa wiederverheiratete Geschiedene, dürfen vom Priester gesegnet werden. Die Erklärung wird von vielen hierzulande als überfällige Liberalisierung aufgenommen. Doch der Jubel verebbt rasch. In Afrika, in Asien, aber auch in konservativen Teilen der Kirche des Westens – etwa in den USA – gilt die Erklärung als skandalöser Abfall Roms vom Glauben. Rom reagiert und präzisiert im Jänner 2024: Die Segnungen sollen kurz und beiläufig ausfallen, die Verbindung selbst werde nicht gesegnet. Sexualität außerhalb der Ehe und Homosexualität bleiben Sünde. Dennoch scheint in den Dokumenten auch die pastorale Sorge um Homosexuelle und „Irreguläre“ durch – sie sollen sich durch den Segen in der Kirche willkommen und aufgehoben fühlen. Ein unmöglicher Spagat, meinen viele Theologen und auch homosexuelle Paare, die sich der Kirche nahe fühlen. Die Sprache bleibe verletzend, eine wirkliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Sexualität finde nicht statt. Papst Franziskus selbst ist schon in seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires für die Homo-Zivilehe eingetreten. Nach vier Monaten im Amt verurteilt er ausdrücklich und medienwirksam die Diskriminierung von Homosexuellen: „Wenn jemand gay ist und guten Willen hat und den Herren sucht, wer bin ich, diese Person zu verurteilen?“ Worte, die den Kern seines pastoralen Denkens auf den Punkt bringen – gerade angesichts der Verfolgung Homosexueller in der Welt. Die von Franziskus später einberufenen Bischofssynoden und die Weltsynode diskutieren auch darüber. Für eine Änderung der Lehre gibt es aber keine Mehrheit. Die Dokumentation analysiert die Hintergründe der enormen Spannungen in der katholischen Weltkirche bei diesem Thema. Peter Beringer hat dazu Seelsorger, betroffene Paare und Theologen befragt. In der Praxis, so stellt sich heraus, ist die Kirche zumindest hierzulande der offiziellen Lehre weit voraus: Eheähnlicher Segen für homosexuelle Paare ist gang und gäbe, Homosexuelle arbeiten auf Gemeindeebene selbstverständlich mit. Für andere homosexuelle Frauen und Männer ist trotzdem der Bruch mit der Kirche irreparabel: Zu lange habe die Kirche verabsäumt, die Gleichwertigkeit aller Menschen in den Köpfen zu verankern. Es gebe nach wie vor eine Weigerung, Erkenntnisse der Humanwissenschaften zu Sexualität, Partnerschaft und Liebe zur Kenntnis zu nehmen. 2000 Jahre Tabuisierung und Ablehnung von Homosexualität durch die christliche Sündenlehre – sie lassen sich nicht mit einem Federstrich des Vatikans aus der Welt schaffen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 27.02.2024 ORF 2
  • Homs, eine bedeutende Stadt im Westen Syriens, war im Bürgerkrieg besonders schweren Zerstörungen ausgesetzt. Ihre Einwohner, besonders religiöse Minderheiten, wurden von islamistischen Eroberern ermordet oder vertrieben, die Stadt von Regierungstruppen bombardiert. Regisseur Daham Alasaad kehrt nach 13 Jahren zurück in seine Heimatstadt, in der sich wie in einem Brennglas die Situation Syriens widerspiegelt. Alasaad trifft Menschen aus verschiedenen religiösen Gruppen und Stadteilen, spricht mit Polizisten und Politikern und fährt mit einer christlichen Pilgergruppe nach Mar Elias. Dort war der berühmte Priester Jacques Mourad von der Terrorgruppe IS gefangen gehalten worden – heute ist er katholischer Erzbischof von Homs. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 03.02.2026 ORF 2
  • Der deutsche Priester Franz Stock lebte während des zweiten Weltkrieg als Kriegspfarrer in Paris. Trotz des Verbots führte er Tagebuch und gab darin auch Auskunft über Prozesse und Hinrichtungen durch die Besatzung der Nazis. Die Doku gibt spannende Einblicke in die Geschichte Frankreichs zur Zeit des Nationalsozialismus und den Widerstand in Frankreich. Wie konnte Pfarrer Franz Stock als Kriegspfarrer der Wehrmacht und Gegner des Nazi-Regimes überleben? (Text: ORF)
    Österreichische Erstausstrahlung ursprünglich angekündigt für den 30.01.2026

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