Während Filmemacher Hector Obalk seine Aufnahmen von Lucian Freuds Gemälden an seinem Schnittarbeitsplatz Revue passieren lässt, kommentiert er Freuds Karriere. Für Obalk ist Lucian Freud der größte Maler Großbritanniens, wenn nicht der ganzen Welt, weil er mit dem Realismus seiner ersten Werke vor 60 Jahren gegen den Strom seiner Zeit schwamm. Obalks Dokumentation steckt voller Elan, Einfühlsamkeit, Spannung, Humor, subtiler Bilder und kommunikativem Enthusiasmus. Begleitet wird er von Suiten Johann Sebastian Bachs. Es gibt keine Interviews mit Experten, keine biografischen
Einzelheiten und intime Enthüllungen, nur das Körperliche von Freuds Bildern, detailgetreu und in HD-Qualität gefilmt. Die Erzählung gibt die Richtung vor, in der die Bilder vorbeiziehen, und regt den Zuschauer dazu an, sich nach dem Was und Wie der Malerei zu fragen. Dabei geht es nicht um kunstgeschichtliche Betrachtungen, sondern um reine Kunstkritik, die den Zuschauer immer wieder mit seinem eigenen ästhetischen Urteil konfrontiert, denn Obalk schreckt nicht davor zurück, das eine hart zu kritisieren, um anderes überschwänglich zu loben. (Text: arte)