• 47 Min.
    Die erste Folge der Dokumentation „Ein NS-Verbrecher auf Jobsuche“ zeichnet den Fluchtweg des NS-Kriegsverbrechers Walther Rauff nach – von den Schlachtfeldern Osteuropas bis nach Lateinamerika. Rauff, eine Schlüsselfigur des NS-Terrors, war auch für Massenmorde verantwortlich und entzog sich nach 1945 systematisch der Strafverfolgung. 1942 entwickelte Rauff eine besonders perfide Mordmethode: Gaswagen, die als mobile Tötungsmaschinen in den besetzten Gebieten eingesetzt wurden. Als die Erschießungen für die Soldaten „zu belastend“ wurden, sollte Rauff eine „effizientere“ Lösung finden. Später wurde er nach Tunesien versetzt, wo er die Deportation der nordafrikanischen Juden plante – ein Vorhaben, das nur durch die Niederlage der Wehrmacht verhindert wurde. In Norditalien leitete Rauff als Gestapo-Chef brutale Operationen gegen Partisanen und die jüdische Bevölkerung. Doch als die Niederlage nahte, wechselte er die Seiten: Über Kontakte zur katholischen Kirche, darunter Bischof Alois Hudal, sicherte er sich Fluchthilfe. US-Geheimdienste, darunter der spätere CIA-Chef Allen Dulles, zeigten wenig Interesse an seiner Festnahme – im beginnenden Kalten Krieg galten ehemalige Nazis plötzlich als nützliche Verbündete gegen die Sowjetunion und den Kommunismus. Rauff floh aus einem Internierungslager in Rimini, tauchte in Rom unter und organisierte von dort die Flucht weiterer NS-Täter in den Nahen Osten. 1948 wurde er persönlicher Berater des syrischen Diktators Husni az-Za’im. Selbst der israelische Geheimdienst kontaktierte ihn, um Informationen über die syrische Armee zu erhalten. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 10.11.2026 arte
  • 54 Min.
    1949 bricht Walther Rauff nach Lateinamerika auf. In Ecuador angekommen trifft er den jungen chilenischen Offizier Augusto Pinochet, den er wenige Jahre später in Chile wiedersehen wird. Mit Hilfe der Akten von CIA und BND lässt sich sein weiterer Weg verfolgen. Im Kampf gegen den Kommunismus wird Rauff vom Bundesnachrichtendienst angeworben. Geschützt von alten Nazis in den westdeutschen Behörden kann er trotz eines Haftbefehls wegen NS-Kriegsverbrechen in die Bundesrepublik reisen. Als Walther Rauffs Name beim Adolf-Eichmann-Prozess fällt, wird seine entscheidende Rolle beim Einsatz der Gaswagen öffentlich. Aus Furcht vor einer Anklage wegen Komplizenschaft stellen die deutschen Behörden einen Auslieferungsantrag. Rauff wird in Chile festgenommen, doch das Verfahren zieht sich in die Länge, bis Rauffs Verbrechen nach chilenischem Recht verjährt sind. Er wird wieder freigelassen. Nach Pinochets Staatsstreich 1973 findet Rauff eine neue Anstellung. Als Vertrauter des Chefs von Pinochets Geheimpolizei, Manuel Contreras, den er in Ecuador kennenlernte, nimmt er aktiv an der Verfolgung der Gegner der Diktatur teil. Er hat Verbindungen zum Internierungslager Dawson und zur Sekte Colonia Dignidad, in der Altnazis Folter- und Pädophilie-Verbrechen begingen. Dieser Film blickt mit außergewöhnlichem Archivmaterial auf die dunkle Karriere des NS-Kriegsverbrechers, der 1984 in Chile stirbt. Seine letzten Unterstützer verabschieden sich bei seiner Beerdigung mit einem Hitlergruß. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 10.11.2026 arte

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