• Folge 7 (40 Min.)
    In der Tiefe des Meeres wie ein Fisch: Die Speerfischerin Mitsuki auf der Jagd nach Beute. – Bild: ZDF und Johannes Waltermann
    In der Tiefe des Meeres wie ein Fisch: Die Speerfischerin Mitsuki auf der Jagd nach Beute.
    Heldenreise unter Wasser: Die 26-jährige Mitsuki ist Weltmeisterin im Speerfischen (Spearfishing) an der Küste Kaliforniens. Gefahr für Leib und Leben nimmt die Japanerin dabei in Kauf. Als Kind hatte Mitsuki noch Angst vor dem Wasser, da sie beinahe ertrunken wäre. Mit 16 Jahren verließ sie Japan nach der Trennung ihrer Eltern, wagte zunächst in England einen Neustart. Dann zog es sie in die USA, wo sie als Köchin arbeitete. Der Dokumentarfilm von Florian Baron beeindruckt mit atmosphärischen Unterwasseraufnahmen, die Mitsuki schwerelos bei der Jagd zeigen. Mitsuki empfindet die Schönheit des Ozeans als Kraftquelle, die ihr half, große persönliche und emotionale Hürden zu überwinden. Die einsame und minimalistische Unterwasserjagd, ohne Atemgeräte und mit nur einem Speer bewaffnet, ist für sie eine existenzielle Erfahrung. In den sozialen Medien postet Mitsuki Videos, in denen sie selbst gefangene Fische ausnimmt, kunstvoll filetiert und zubereitet. Für die Umweltaktivistin und Köchin zählen absolute Transparenz und Ehrlichkeit in ihrem Handeln zu ihrem Credo. Sie tötet nur soviel, wie sie später auch selbst verwerten kann. Florian Baron hat die ungewöhnliche junge Frau während seines Stipendiatenaufenthalts in der Villa Aurora in Pacific Palisades kennengelernt. In seinem Dokumentarfilm macht er entscheidende Fragen unserer Zeit an ihrer Person fest. Denn Mitsukis Leben konfrontiert mit Fragen der Nachhaltigkeit und Lebensführung sowie nach Identität und kultureller Zugehörigkeit. Der Dokumentarfilmer war für 3sat bereits mit seinem Porträt über den Kriegsveteranen „Joe Boots“ erfolgreich, das 2017 unter anderem den Deutschen Menschenrechtspreis verliehen bekam. (Text: 3sat)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 23.02.2026 3sat
  • Folge 8 (45 Min.)
    Angstfrei und von Empathie getragen, gelingt es Rosina eine ungewöhnliche Nähe zu Tieren herzustellen.
    Rosina ist 28 und lebt auf einem Bauernhof in Niedersachsen – ein stiller, unscheinbarer Ort, der für sie zu einem Experimentierraum wird. Hier teilt Rosina ihren Alltag mit geretteten Kühen, Schweinen, Gänsen und Ziegen. Der Film zeigt Momente tiefer Verbindung zwischen Rosina und ihren Tieren, erzählt aber auch von den Schwierigkeiten, die ein solcher Lebensweg mit sich bringt. Was passiert, wenn man mit Tieren lebt, ohne sie zu benutzen? Ohne Hierarchien, ohne Kontrolle, ohne die Rollen, die wir Menschen ihnen zugeschrieben haben? Während in der Region und auch auf dem Hof ihrer Eltern Tiere konventionell gezüchtet und getötet werden, entscheidet sich Rosina für etwas Ungewöhnliches: Sie schaut nicht weg. Sie bleibt und hält fest, was geschieht, während die Follower auf ihrem Social Media Kanal beobachten, wie aus scheinbar kleinen Gesten ein stiller Aufstand gegen tief verankerte Normalität entsteht. So wird ein Dorf in Niedersachsen zu einem Ort, an dem sich etwas verschiebt: unser Blick auf Tiere, auf uns selbst, auf Macht und Nähe. Die Filmemacherin Angelika Herta begleitet Rosina durch die Jahreszeiten und zeigt, wie mutig es ist, gängige Vorstellungen von Zusammenleben zu sprengen. Und wie provozierend ein Alltag wird, der sich weigert, Tiere als Ressourcen zu betrachten. Ihre Protagonistin Rosina stellt eine einfache, aber tiefgehende Frage: Wenn wir Tiere als Gefährten sehen würden – was würde das an uns selbst verändern? Angelika Herta, in Österreich geboren, absolvierte nach einem Studium der vergleichenden Literaturwissenschaften ein Studium an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Für ihre künstlerische Arbeit wurde sie mit dem „SHOOT“ Nachwuchspreis für Künstlerinnen von KHM & IFFF Dortmund+Köln 2021 ausgezeichnet. Mit dem Kurzfilm „Wir Tiere“ (2022) begann ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Mensch und Tier. 3sat zeigt „Rosina. (Text: 3sat)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 23.02.2026 3sat
  • Folge 9 (25 Min.)
    Porträt der Mutter als animierte Filzfigur.
    Ein kleiner schwarzer Rabe führt in die Vergangenheit einer unkonventionellen Mutter und beschreibt den Begriff „Rabenmutter“ einmal anders. Der Vogel nimmt die Zuschauer mit in eine Art Zauberwelt und auf die Suche einer ungewöhnlichen Frau nach sich selbst zwischen Einsamkeit und Liebe. Formal ergänzen sich dokumentarisches Material mit kunstfertigen Figuren, die von der Filmemacherin geformt sind. Denn in „Mama Micra“ ist die Mutter eine Puppe aus Filz, die mit ihrer eigenen Stimme von ihrem starken Drang nach Freiheit erzählt, und sich aus dem Off als „echte Vagabundin“, beschreibt, die Nomaden in der Wüste um ihren Freiraum beneidete. Die letzten zehn Jahre ihres Lebens lebte sie ihren Traum vor allem in der Enge eines Nissan Micra, mit dem sie offenbar rastlos durch die Welt fuhr. Sie wusch sich morgens in Hotelbädern und schlich sich gelegentlich auch in Frühstücksräume, um dort zu essen. Irgendwann hatte die Mutter in ihrem Micra dann den Kontakt zu ihrer Tochter verloren, die als Filmemacherin die Erzählung ihrer Mutter mit ihren eigenen Erinnerungen kontrastiert. Aber kein Verschwinden scheint für immer unversöhnlich zu enden, zumindest nicht in dieser liebevollen Stop-Motion-Produktion. Der Film feierte 2024 seine Premiere auf dem „International Documentary Film Festival Amsterdam“ (IDFA) und war 2025 sowohl für den „Deutschen Kurzfilmpreis“ als auch für den Preis der „Internatioal Film Association“ (IDA) in Los Angeles nominiert. Das Hamburger Studio „Fabian&Fred“ produziert seit 2015 erfolgreich Animationsfilme für den internationalen Markt, wobei auch stets dokumentarische Formen ihren Platz haben. (Text: 3sat)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 23.02.2026 3sat
  • Folge 10 (35 Min.)
    Da Laura bislang keinen Bedarf an Pflegeleistungen anerkannt bekommt, leistet ihr Lebensgefährte Övünç die Care-Arbeit.
    Mit Anfang 30 erkrankt Laura Kansy an ME/​CFS. Eine Erkrankung, für die noch kein Weg zur Heilung bekannt ist. Was bedeutet es, nicht zu wissen, ob und wann man wieder gesund sein wird? Wie findet man seinen Platz in dem neuen, nun kranken Körper? Der autobiografische Film ist der Versuch, das Filmemachen nicht aufzugeben, sondern es zu nutzen, um lebendig zu bleiben. Ein Versuch, in der Unfreiheit einen Raum von Freiheit zu erkämpfen. Die Filmemacherin Laura Kansy ist eine von geschätzt 500.000 Menschen in Deutschland, die an ME/​CFS erkrankt sind. Myalgische Enzephalomyelitis/​Chronisches Fatigue Syndrom ist eine Multisystemerkrankung, die seit 1965 von der WHO gelistet ist und meist durch Viren wie COVID oder Epstein-Barr ausgelöst wird. Obwohl die Krankheit lebenseinschneidend ist – 60 Prozent der Erkrankten sind arbeitsunfähig, 25 Prozent können das Haus oder sogar das Bett nicht mehr verlassen – gibt es kaum Forschung und keine Behandlungsmöglichkeiten. Viele Erkrankte sind auf tägliche Pflege angewiesen; die Verantwortung lastet auf pflegenden Angehörigen, die oftmals keine Unterstützung aus dem Gesundheitssystem bekommen. Laura Kansys künstlerischer Dokumentarfilm vermittelt in einer Mischform aus Beobachtungen, Elementen eines filmischen Tagebuchs und Animationen, welche Auswirkungen die Krankheit hat. Statement der Regisseurin Laura Kansy: „Dieser Film ist ein sehr persönlicher. Denn er geht um mich. Eines Morgens bekomme ich eine leichte Grippe: Gliederschmerzen, Muskel- und Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, nicht endende Müdigkeit. Diese Symptome halten bis heute – zweieinhalb Jahre später – an. Dieser Film ist ein Film über Carearbeit, über einen kranken Körper und einen Geist, der lernen muss, in ihm weiterzuleben. Er entsteht aus dem Bett heraus, in einer Zeit größter Unsicherheit: Werde ich wieder arbeiten können, wieder Filme machen, mein Leben selbstständig führen? Die Erinnerung an mein früheres, freies Leben ist nah – und zugleich fern.“ Laura Kansy hat an der Hochschule für Fernsehen und Film München, am „Satyajit Ray Film and Television Institute“ in Kalkutta, Indien, und an der Filmuniversität Babelsberg Kamera und Regie studiert. Während ihres Studiums arbeitete sie auch als Videokünstlerin im Theater und mit verschiedenen bildenden Künstler*innen. Diese Zusammenarbeiten prägten die Ästhetik ihre Filme. 3sat zeigt „Hello New Body, how are you today?“ im Rahmen der 3sat-Dokumentarfilmreihe „DocuMe“, die von Menschen in Veränderungsprozessen erzählt und mit Erzählformen abseits des medialen Mainstream experimentiert. (Text: 3sat)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 02.03.2026 3sat
  • Folge 11 (40 Min.)
    In der Gemeinschaft der Jugendhilfe Leimbach findet Nikolai die Hilfe zur Selbsthilfe, die es ihm ermöglicht, seinem Leben eine neue Richtung zu geben.
    Sucht und Straftaten – mit 17 Jahren hatte Nikolai die Wahl zwischen einem Jahr Gefängnis oder Therapie: Er entschied sich für die stationäre Jugendsuchthilfe in Leimbach. Der Film begleitet Nikolai knapp zwei Jahre auf seinem Weg: vom erstem „Clean-Geburtstag“ – damit ist ein Jahr nüchtern sein gemeint – bis zum Ende der richterlichen Auflagen und erzählt von Nikolais Ringen mit Regeln und seinem Kampf mit inneren Dämonen. Die Frankfurter Kamerafrau Vita Spieß begleitete für ihren ersten Dokumentarfilm den inzwischen 20-jährigen Nikolai auf seinem langen und nicht immer einfachen Weg aus der Sucht – bis hin zu einem erfolgreichen Schulabschluss. Mit Geduld und Empathie fängt sie Momente voller Humor und Lebensfreude ein. Inmitten von Rückschlägen und kleinen Siegen offenbart sich Nikolais unerschütterlicher Wille, sich selbst neu zu finden: „Aufgeben ist keine Option für mich“, sagt er. Unterstützung findet er dabei in der Gemeinschaft der Jugendhilfe Leimbach, einer vollstationären Einrichtung für süchtige männliche Jugendliche. Grundlage für das Leimbacher Modell ist eine Lebensgemeinschaft von ehemals süchtigen Erwachsenen, die aufgrund ihrer eigenen Biografie eine Nähe zur Erlebnis- und Erfahrungswelt der Jugendlichen aufbauen können und 365 Tage im Jahr mit ihnen zusammenleben, zusammen lernen und zusammen arbeiten. Vita Spieß hat sich als Cinematografin dem künstlerischen Dokumentarfilm für Kino und Fernsehen verschrieben. Besonders interessiert es sie, Menschen zu begleiten und dabei eine besondere Nähe zu den Protagonist*innen herzustellen. Viele der von ihr fotografierten Filme wurden mit Preisen ausgezeichnet, unter anderem 2021 mit dem Preis von HessenFilm und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur für die beste Bildgestaltung des Kinodokumentarfilms „Heil Dich Doch Selbst“ von Yasmin C. Rams. 3sat zeigt „Nikolai“ im Rahmen der 3sat-Dokumentarfilmreihe „DocuMe“, die von Menschen in Veränderungsprozessen erzählt und mit Erzählformen abseits des medialen Mainstream experimentiert. (Text: 3sat)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 02.03.2026 3sat
  • Folge 12 (35 Min.)
    Keine Angst vor absoluter Nähe: Die Künstlerin Alisa wagt den Schritt in die französische Metropole.
    Alisa Safina hatte eine Karriere als Künstlerin in Moskau vor sich. Doch dann hielt es sie im Land Putins nicht mehr. Mit 200 Euro in der Tasche ging sie auf volles Risiko nach Paris. Zunächst gelingt ihr eine sanfte, wenn auch nicht komfortable Landung in der Pariser Künstlerszene. Alisa betreut eine frühere Galeristin mit Parkinson, und erfindet sich als Performance-Künstlerin neu. Doch Ölfarben und das Leben in Paris sind teuer. Privat findet Alisa schnell Anschluss. Erstmals in ihrem Leben kann sie ihre Liebe zu Frauen offen zeigen, und erstmals hat sie eine feste Freundin. Es sind dann nicht nur finanzielle Gründe, die Alisa und ihre Partnerin Katya zum Umzug nach Marseille veranlassen. Alisa nimmt dort ihr „Kimono-Projekt“ in Angriff, in dem sie sich auf ihre Heimat Russland bezieht, wo Patriarchen sich traditionell gern im Morgenmantel fotografieren lassen. Auch begibt sie sich nach Phasen des Grübelns und der Selbstzweifel als eine Art Vergangenheitsbewältigung zurück in die Welt des Eiskunstlaufs, der sie als Kind einige Zeit angehörte, auch wenn ihr Körper dafür immer zu groß geraten war. Der ebenfalls aus Russland stammende Filmemacher Mikhail Barynin hat Alisa seit ihrer Ankunft in Paris begleitet. Wie er ist Alisa mittlerweile Teil einer russischen Diaspora von Künstlerinnen und Kreativen in der französischen Hauptstadt, die bereits im 19. Jahrhundert Referenzpunkt für Kunstambitionen und unkonventionelle Lebensentwürfe war. „Alice in Paris“ zeichnet das Porträt einer unangepassten jungen Frau, die gern vorgeschriebene Rahmen sprengt und als Künstlerin versucht, in einem fremden Land Fuß zu fassen. Mikhail Barynin, Jahrgang 1985, ist Absolvent der renommierten „Moscow International Film School“. Sein Dokumentarfilm „24 Snow“ über die harten Lebensbedingungen eines Pferdezüchters in der Arktis wurde 2017 auf der Berlinale gezeigt. 3sat zeigt „Alice in Paris“ im Rahmen der 3sat-Dokumentarfilmreihe „DocuMe“, die von Menschen in Veränderungsprozessen erzählt und mit Erzählformen abseits des medialen Mainstream experimentiert. (Text: 3sat)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 02.03.2026 3sat

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