In der neuen Real-Life-Dokuserie wagen sechs Frauen und Männer einen radikalen Neustart: Sie werden Busfahrerinnen und Busfahrer – ein Job, für den sie Mut und starke Nerven brauchen. Busse bringen uns zur Arbeit, zur Schule und nach Hause. Doch schon heute fehlen bundesweit rund 20.000 Fahrerinnen und Fahrer, Tendenz steigend. Immer mehr Verkehrsunternehmen setzen auf Quereinsteiger, die innerhalb von rund vier Monaten ausgebildet werden. Die Serie begleitet sechs dieser Neueinsteiger aus Hamburg ganz nah – von den ersten theoretischen Unterrichtsstunden über Fahrtraining, Vollbremsung und Nachtfahrten bis hin zu den ersten Einsätzen im Linienverkehr.
Denn der Alltag im ÖPNV verlangt weit mehr als eine bestandene Führerscheinprüfung. Die Fahrerinnen und Fahrer tragen große Verantwortung. Authentisch, emotional und mitten aus dem echten Leben erzählt die Serie vom Mut, noch einmal neu anzufangen. Antje (47) Antje hat jahrelang in der Pflege gearbeitet – ein Beruf, der sie an ihre Grenzen gebracht hat. Ihr Mann fährt bereits Bus, ihr Sohn macht gerade die Ausbildung. Nun möchte auch sie umsteigen. Doch der Weg dorthin ist anspruchsvoller als gedacht: Hindernisse umfahren, Technik beherrschen – und vor allem die Prüfungsangst in den Griff bekommen.
Ihr Fahrlehrer ist jedoch beeindruckt: Antje lernt schnell aus Fehlern und macht eine starke persönliche Entwicklung durch. Fabian (32) Der ehemalige Bundeswehrsoldat muss sich zunächst wieder daran gewöhnen, einen völlig neuen Beruf zu lernen und Fehler zuzulassen. Auch das Vertrauen in seinen Fahrlehrer fällt ihm nicht leicht. Bei einer seiner ersten Nachtfahrten zeigt eine unfreiwillige Vollbremsung eindrücklich, welche Verantwortung auf ihm lastet.
Trotzdem bleibt er überzeugt: Der Schritt ist richtig – er möchte einen sicheren Job und endlich mehr Zeit, um seine Tochter von der Kita abzuholen. Elham (27) Elham kommt ursprünglich aus Afghanistan und freut sich, hier einen Beruf ergreifen zu können, der in ihrer Heimat für Frauen kaum möglich wäre. Sie hat bereits in Hamburg als Taxifahrerin gearbeitet. Busfahren klingt für sie zunächst entspannter – doch der Eindruck täuscht. Der Bus ist riesig und nicht nur die bevorstehende Prüfung zehrt an den Nerven.
Ob sie es schafft, wirklich im neuen Job anzukommen? Niels (28) Der Mediengestalter möchte wortwörtlich „Menschen bewegen“. Auf der Suche nach einem abwechslungsreichen Beruf erlebt er schon bei einer seiner ersten Nachtfahrten, dass es hier vielleicht mehr Nervenkitzel gibt, als ihm lieb ist. Dennoch geht er weiter seinen Weg und freut sich darauf, bald auch seine Familie im Bus von A nach B zu bringen. Kemal (47) Nach vielen Jahren in der Gastronomie mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und Wochenenddiensten ist Kemal seit kurzem alleinerziehender Vater.
Er möchte mehr Zeit mit seinen beiden Kindern verbringen. Auf den neuen Job freut er sich sehr: Seine erste Fahrstunde fühlt sich für ihn fast an wie Bobbycar-Fahren früher. Doch auch auf ihn warten noch einige Herausforderungen. Sebi (50) Sebahate, Spitzname Sebi, konnte bisher keine richtige Berufsausbildung machen. Seit Jahren träumt sie davon, Busfahrerin zu werden. Nachdem sie sich zunächst erfolglos beworben hat, darf sie nun endlich die Ausbildung starten. Sie ist überglücklich. Dennoch hat sie großen Respekt vor den Herausforderungen – ihre größte Sorge: der Umgang mit schwierigen Fahrgästen. (Text: ZDF)