Im Westjordanland geht es um Land, Wasser und die Zukunft der Region. Seit Beginn des Gazakriegs hat die Gewalt dort zugenommen. Wie leben die Menschen mit diesem Konflikt? ZDF-Sonderkorrespondentin Katrin Eigendorf reist für „auslandsjournal frontlines“ ins Westjordanland. Sie verbringt Zeit mit palästinensischen Familien und israelischen Siedlern und sucht das Gespräch auf beiden Seiten. Katrin Eigendorf will verstehen, was der Konflikt für den Alltag der Menschen bedeutet. Palästinensische Familien berichten ihr von der Angst vor Angriffen und davon, wie schwer es für sie ist, ihr Land zu bewirtschaften. Israelische Siedler erklären, warum sie sich dort niederlassen und welchen Anspruch sie auf das Gebiet erheben.
Oft liegen ihre Häuser und Dörfer nur wenige Hügel auseinander – ihre Lebensrealitäten jedoch weit entfernt. Besonders sichtbar wird der Konflikt während der Olivenernte. Der Zugang zu Bäumen, Wasserquellen und Wegen ist für viele palästinensische Familien existenziell. Zugleich verändern israelische Siedlungen und Außenposten die Landschaft. Eigendorf fragt: Wie lebt es sich unter diesen Bedingungen? Und ist ein Zusammenleben noch möglich? Die Begegnungen finden unter ungleichen rechtlichen Bedingungen statt: Israel hält das Westjordanland seit 1967 besetzt.
Palästinenser im besetzten Gebiet unterliegen in weiten Teilen israelischem Militärrecht, israelische Siedler israelischem Zivilrecht. Der Internationale Gerichtshof erklärte in einem Gutachten vom Juli 2024, dass Israels fortdauernde Präsenz in den besetzten palästinensischen Gebieten rechtswidrig ist. Er stellte auch fest, dass Israel den Siedlungsbau einstellen muss. Israel weist die Bewertung zurück. Katrin Eigendorf zeigt Menschen auf beiden Seiten – ohne ihre Positionen oder ihre Lebensbedingungen gleichzusetzen. Ihre Reise macht sichtbar, wie der Streit um einzelne Hügel und Felder die Zukunft des Westjordanlands prägt. (Text: ZDF)