• Folge 50 (51 Min.)
    (1) Russland: Die Generation Z In Moskau feiert die Jugend weiter, die es sich leisten kann. In Kostroma, weiter nördlich, läuft Putins Propaganda auf Hochtouren, um dort die Jugend zu militarisieren, die die alte Größe und Macht Russlands wieder neu erringen soll. In St. Petersburg leben die Studierenden an der Kunstakademie in ihrer Blase, während draußen junge Straßenmusizierende ihre Lieder sorgfältig auswählen. Spätestens die Verhaftung der jungen Naoko schreckte sie auf. Sie hatte Titel von Sängern interpretiert, die als „Agenten des Auslands“ gebrandmarkt waren. Naoko hat der Druck ins Exil gezwungen. Offiziell schickt Russland nur freiwillige Soldaten an die Front, junge Wehrpflichtige müssten da nicht hin, heißt es. Die jungen Leute in Russland haben gelernt, nicht zu viel zu sagen, vor allem nicht zu Journalisten aus dem Westen. Einem Westen, dem die Machthaber den Rücken gekehrt haben, und sich in Richtung Asien wenden – auch wenn sich die meisten jungen Russen eher als Europäer, denn als Asiaten fühlen. (2) Madagaskar: Die kleinen Helfer der KI Mit kleinen Löhnen, manche ohne Vertrag oder sozialen Schutz, füttern sie von Antananarivo aus die KIs von Google, Amazon oder ChatGPT: David, Vater von drei Kindern, erledigt das in seinem Wohnzimmer, in einer Pause zwischen den Schichten seines Imbisses in der Nachbarschaft. Elina, 25 Jahre alt, gehört zu den wenigen, die einen Arbeitsvertrag haben und ein modernes Büro bei einem örtlichen Unternehmen. Dani hingegen arbeitet allein. Um Zugang zu den in seinem Land verbotenen Plattformen zu erhalten, musste er auf eigene Kosten ein ausländisches Konto einrichten. Viel verdient er dabei nicht, aber er träumt von Unabhängigkeit und einem Haus für seine Familie. Ein Blick hinter die unbekannten Kulissen der künstlichen Intelligenz, zwischen Überleben, Improvisation und Innovationen in einem Land, das zur Klickfabrik wurde und einer Art Zukunftslabor. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 08.08.2026 arte
  • Folge 51 (52 Min.)
    (1) Liberia: Die Droge der lebenden Toten Am Rande der Hauptstadt Monrovia haben die sogenannten „Zogos“, die Vergessenen und Umherirrenden, auf Friedhöfen Zuflucht gefunden. Sie sind süchtig nach der synthetischen Droge „Kush“, einer Mischung aus Lösungsmitteln, Opiaten und künstlichen Cannabinoiden, die für ein paar Cent verkauft wird. Sie schlafen auf Gräbern, suchen Schutz zwischen den Kreuzen und leben dort, wo die Toten der Bürgerkriege ruhen. Ihre ausgezehrten Körper bedecken die anonymen Gräber, als würde sich die Geschichte Generation für Generation wiederholen. Diese Reportage führt in eines der ärmsten Länder der Welt. Über die Hälfte der Bevölkerung Liberias lebt unterhalb der Armutsgrenze. Sie zeigt die Aussichtslosigkeit einer Jugend, deren Körper von Krieg und Drogen gezeichnet sind. Und sie stellt einen Mann vor, der trotz aller Probleme daran glaubt, dass es noch möglich ist, eine Seele nach der anderen zu retten. (2) Bougainville: Das nächste Land der Welt Es war ein langer Weg dahin, nach der Kolonialisierung durch Deutschland und Australien, der erzwungenen Angliederung 1975 an Papua-Neuguinea und dem Unabhängigkeitskrieg in den 1990er Jahren mit Tausenden Toten. Theoretisch verfügt Bougainville über alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Unabhängigkeit: Fast 98 Prozent der 300.000 Einwohner unterstützen die Bewegung. Im Inneren der Insel liegt eine der größten Kupfer- und Goldminen der Welt, seit drei Jahrzehnten ist sie geschlossen. Die bitterarme Bevölkerung will dort wieder Gold und Kupfer fördern, um die Wirtschaft ihres neuen Landes anzukurbeln. Allerdings haben nur internationale Multis das Knowhow und die Kapazitäten dafür. Die Vereinigten Staaten und China gewinnen in der Region zunehmend an Einfluss, sie haben bereits großes Interesse am nächsten Land der Welt. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 15.08.2026 arte

Mehr Spoiler…

Hol dir jetzt die fernsehserien.de App