2026
Der Baltische Weg – Eine Menschenkette für die Freiheit
Folge 63 (45 Min.)
In einem Park in Litauen werden die Monumente aus der Sowjetzeit aufbewahrt. Spätestens seit dem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 sind sie im Stadtbild nicht mehr gewünscht.Bild: SWR/Maximilian WolfIm Sommer 1989 liegt eine besondere Stimmung in der Luft – eine Mischung aus Freiheitsdrang und Mut. Die Reformpolitik Michail Gorbatschows ab Mitte der 1980er Jahre hilft den baltischen Staaten bei ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit. Sogenannte Volksfronten werden gegründet, die im Rahmen der Perestroika geduldet sind. Ein Meilenstein ist das Sängerfest im Sommer 1988 in Tallinn bei dem Hunderttausende friedlich für Freiheit demonstrieren. Dieses Ereignis prägt den Namen der baltischen Unabhängigkeitsbewegung: Singende Revolution. Ein Jahr später folgt eine ehrgeizige und symbolträchtige Aktion: eine über 600 Kilometer lange Menschenkette von Tallinn in Estland über Riga in Lettland bis nach Vilnius in Litauen. Sie soll weltweit auf das Unrecht der sowjetischen Besatzung aufmerksam machen. Trotz fehlender moderner Kommunikationsmittel wie Mobiltelefonen oder Internet gelingt es, diesen beeindruckenden Protest zu organisieren – ein historisches Zeichen für Mut und Zusammenhalt. (Text: ARD)Deutsche TV-Premiere Mo. 19.01.2026 Das Erste Die Apple-Story: Eine Vision verführt die Welt – Der erste Biss
Folge 64 (30 Min.)Steve Jobs startet in einer Garage in Kalifornien mit dem Traum, die Welt zu verändern. 50 Jahre später ist Apple eines der wertvollsten Unternehmen der Welt und Milliarden Menschen können sich ein Leben ohne Geräte wie das iPhone nicht mehr vorstellen. Doch zu welchem Preis? Die dreiteilige ARD-Dokumentation „Die Apple-Story -Eine Vision verführt die Welt“ erzählt die Geschichte einer technologischen Revolution, die unser Leben fundamental verändert hat – im Guten wie im Schlechten. 1976 bauen Steve Jobs und Steve Wozniak den ersten Apple-Computer. Ihr Ziel: Technologie demokratisieren. Für den jungen Jobs ist der Computer mehr als eine Maschine: ein Instrument der Befreiung, ein Alltagsgegenstand, vergleichbar mit einem Bleistift oder einer Gitarre.Er nennt es „ein Fahrrad für den Geist“. In Deutschland reagieren die Menschen zu diesem Zeitpunkt noch skeptisch. Doch Apple versteht es seine Vision in Bilder und Gefühle zu übersetzen. Im legendären Werbespot von 1984 positioniert Apple sich als Rebell gegen das „Big Brother“-Establishment von IBM. Die Dokuserie begleitet Apples Weg von der Gegenkultur zum Weltkonzern: den triumphalen Macintosh-Launch, Jobs’ dramatische Entlassung, seine Jahre bei NeXT und Pixar, die spektakuläre Rückkehr zu Apple und schließlich die iPhone-Revolution, die „die Menschheit fundamental verändert“ hat, wie Zukunftsforscher Tristan Horx beschreibt. Folge 1 – Der erste Biss 1976 bauen Steve Jobs und Steve Wozniak den ersten Apple-Computer. Der junge Jobs sieht darin ein Instrument der Befreiung, „ein Fahrrad für den Geist“. In Deutschland reagieren die Menschen zu diesem Zeitpunkt noch skeptisch. Doch Apple versteht es, seine Vision in Gefühle zu übersetzen. Im legendären Werbespot von 1984 positioniert Apple sich als Rebell gegen das „Big Brother“-Establishment. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere Mo. 30.03.2026 Das Erste Palast der Republik: Honeckers Traum aus Marmor und Asbest
Folge 65 (45 Min.)Er war immer mehr als nur ein Gebäude: Der Palast der Republik sollte die DDR in neuem Glanz zeigen. Kaum etwas erinnert heute mehr an ihn – nur die Erinnerungen seiner Besucher an ein leuchtendes Traumhaus und den schmerzhaften Akt der Schließung. – Udo Lindenberg im Palast der Republik.Bild: rbbEr war immer mehr als nur ein Gebäude: Der Palast der Republik sollte die DDR in neuem Glanz zeigen. Kaum etwas erinnert heute mehr an ihn – nur die Erinnerungen seiner Besucher an ein leuchtendes Traumhaus und den schmerzhaften Akt der Schließung. Vor 50 Jahren, am 23. April 1976, eröffnet, war der Palast der Republik immer mehr als nur ein Gebäude: Sein Bau war das Symbol für eine DDR in neuem Glanz, modern und weltoffen. Ein sozialistischer Tempel der Pop und Politik, Propaganda und Spektakel in einem Haus versammelte.Mit „Brot und Spielen“ buhlte der Staat um Anerkennung bei der Bevölkerung, die das Angebot auskostete und den leuchtenden Glaspalast dennoch als „Honeckers Lampenladen“ verspottete. Trotzdem zog dieses Traumhaus als einzigartige Mischung aus Parlamentsgebäude inklusive Gemäldegalerie und Kulturhaus mit Disco und Bowlingbahn die Massen an wie kaum eine andere Einrichtung. Im Schnitt besuchten fast zehntausend Besucher pro Tag das Haus. Hier gab es, was es sonst nicht gab: Radeberger Bier, Weine aus Meißen und sogar Cocktail „Manhattan“ für 3,55 Mark der DDR. 1990 wurde der Palast der Republik wegen Asbestbelastung geschlossen und später saniert, bis von ihm nur noch ein Stahlgerippe übrigblieb. Im wiedervereinten Deutschland begann eine Debatte um Erhalt oder Abriss des Gebäudes. 2002 beschloss der Bundestag, dass der von Asbest befreite Rohbau des Palastes dem Nachbau des Berliner Schlosses als Humboldt-Forum weichen soll. Für nicht wenige ehemalige DDR-Bürger war der Abriss des Republikpalastes der offensichtliche und schmerzhafte Beweis für den Umgang der Bundesrepublik mit dem DDR-Erbe. Die Dokumentation erzählt nicht nur vom Aufstieg und Fall eines symbolträchtigen Gebäudes, sie widmet sich einem einmaligen historischen Ort, der wie kaum ein anderer die wechselvolle Geschichte des geteilten und wiedervereinten Deutschlands spiegelt. An Zeiten im „Volkspalast“ erinnern sich neben vielen anderen der Sänger Frank Schöbel, die Journalistin Elke Bitterhof und der Politiker Gregor Gysi. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere Mo. 20.04.2026 Das Erste Vom Hakenkreuz zum Totenkopf – Der FC St. Pauli und seine Geschichte
Folge 66 (45 Min.)Es ist eine andere Erzählung über den FC St. Pauli. Heute steht der Verein für Antifaschismus, Toleranz und gesellschaftliches Engagement im deutschen Fußball. Doch hinter dem Image des rebellischen Kiezklubs verbirgt sich eine komplexe Geschichte mit dunklen Kapiteln. Der Verein hat sich seit den 1980er-Jahren zu einem der bekanntesten Fußballklubs weltweit entwickelt, nicht wegen sportlicher Glanzleistungen, sondern wegen seiner einzigartigen Fankultur und eines politischen Selbstverständnisses, das weit über den Hamburger Kiez hinaus strahlt.Der Kiezklub und seine Widersprüche Diese neue Story wagt den unbequemen Blick in die Vergangenheit des Vereins. Die Aufarbeitung der eigenen Geschichte – eine Arbeit, die vor allem das Museum des FC St. Pauli seit einigen Jahren aktiv vorantreibt. Während der jüdische Spieler Selig Cahn 1942 mit einem der ersten Transporte nach Auschwitz deportiert und dort in der Gaskammer ermordet wird, erhält ein ehemaliger Spieler und hochrangiger Vereinsfunktionär trotz düsterer NS-Vergangenheit die goldene Ehrennadel des Klubs. Erst 2010 wird sie ihm posthum aberkannt. Zwei Schicksale, ein Verein. Warum hat der FC St. Pauli sein „braunes Erbe“ so lange nicht aufgearbeitet? Reichsadlerflagge und Rassismus am Millerntor Fan und Zeitzeuge Nazim Evren erlebt Anfang der 1990er-Jahre eine entscheidende Wende mit: Ein türkischer Freund wird bei einem Heimspiel im Stadion zusammengeschlagen. Ein rassistischer Übergriff – und das zu einer Zeit, in der am Millerntor schon die Totenkopf-Flagge weht. „Die Ausländerfeindlichkeit im Stadion war überraschend und unerwartet“, erzählt Evren. Darauf folgt etwas, das den Verein bis heute prägt. Erstmals werden Fans aktiv – sie vertreiben Neonazis und Altnazis von den Rängen. Die Metamorphose des Vereins beginnt. Bis Ende der 1990er-Jahre spielt die Mannschaft am Millerntor, das den Namen Wilhelm-Koch-Stadion trägt. Dann kommt heraus: Der Namensgeber war NSDAP-Mitglied. Ein Naziname für den antifaschistischen Verein? Eine Tatsache, die der Aktivist Ronny Galczynski nicht akzeptieren kann. Er engagiert sich für die Aufarbeitung der Vereinsgeschichte und reicht 1998 den Antrag für die Umbenennung des Stadions ein. „Ich bin persönlich angegangen worden: ‚Leute wie Sie brauchen wir nicht im Verein‘ und: ‚Wären wir mehr Alte gewesen, hätten wir Sie heute rausgeschrien‘“, erinnert sich Galczynski an die Mitgliederversammlung damals. Zwischen Totenkopf-Flagge und Hakenkreuz: das Porträt eines Vereins im Widerstreit mit sich selbst Was ist der FC St. Pauli wirklich? Und wofür steht er? Ein Verein ist mehr als Sport und Stadionbesuch. Er stiftet Identität und trägt damit auch gesellschaftliche Verantwortung. In Zeiten, in denen Rechtsextremismus und Antisemitismus wieder an Sichtbarkeit gewinnen, stellen die Filmemacherinnen unbequeme Fragen: Wie geht ein Verein mit seinem „braunen Erbe“ um? Und wie kann ein Fußballklub dieses Erbe nutzen, damit sich die Geschichte nicht wiederholt? „Wir müssen daran erinnern, wo uns Faschismus und Rechtsextremismus hinführen und auch, wie selektiv das Gedächtnis der Menschen ist. Gerade beim FC St. Pauli, wo es nicht nur um Sport geht, sondern auch darum, Dinge zu verändern“, sagt Christopher Radke vom FC St. Pauli-Museum. Die Vergangenheit des FC St. Pauli ist kein abgeschlossenes Kapitel – sie ist ein lebendiger Teil der Vereinsidentität, mit dem gerungen wird. Die bildstarke Dokumentation lässt jene zu Wort kommen, die die Umbrüche damals eingeleitet haben und die komplexe Geschichte des FC St. Pauli heute aufarbeiten. Der Film folgt den Spuren der Geschichte im Stadion, in den Archiven bis an Orte des Holocausts und erzählt die tragische Biografie des Stürmers Selig Cahn nach – so entsteht das vielschichtige Bild eines Klubs, der gelernt hat, seine eigene Geschichte zu hinterfragen. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere Mo. 18.05.2026 Das Erste
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