Sendung vom 17.10.2026
Folge 3942 (46 Min.)Er hat die unermesslichen Reichtümer der Ozeane erforscht Guillaume Pitron veröffentlicht „Océans. Le nouveau partage du monde“ („Ozeane. Die Neuaufteilung der Welt“, Verlag LLL). Der Journalist hat die Reichtümer der Ozeane untersucht: Mineralien, Seltene Erden, aber auch Tiere mit einzigartigen Eigenschaften. Die Ozeane, deren Nutzung durch internationale Verträge geregelt ist, sind Schauplatz von Rivalitäten und Auseinandersetzungen zwischen staatlichen und privaten Akteuren. Mit einer Fläche von rund 10,1 Millionen km2 verfügt Frankreich über das zweitgrößte Meeresgebiet der Welt, direkt hinter den Vereinigten Staaten.KI löst mehrere mathematische Probleme: Verdient sie die Fields-Medaille? Das US-Unternehmen OpenAI gab bekannt, mithilfe von KI mehr als 300 mathematische Probleme gelöst zu haben, an denen Wissenschaftler seit Jahren oder sogar Jahrzehnten arbeiten. Bereits einen Monat zuvor hatte OpenAI eine KI eingesetzt, um das „Navier-Stokes“-Problem zu lösen, das auf Gleichungen aus dem Jahr 1822 beruht und vom Clay Mathematics Institute zu den sieben Millenniumsproblemen gezählt wird. Die Mathematiker-Gemeinschaft sorgt sich um die Zukunft ihres Berufsstandes, aber auch um ihre kollegiale Arbeitsweise: Wenn KI den Forschern die Ideen zur Lösung ihrer Probleme „stiehlt“, könnten sie diese künftig für sich behalten. Das würde die mathematische Forschung nachhaltig verändern. Außerdem: Xavier Mauduit befasst sich mit der Geschichte der Lebensmittelkonservierung durch Kälte, nachdem ein Cyberangriff die Kühlanlagen mehrerer französischer Supermarktketten getroffen hat. Théophile Cossa berichtet vom Kampf des Besitzers eines kleinen Schlosses in Burgund gegen Google, um falsche negative Bewertungen auf der Seite seines Anwesens entfernen zu lassen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 17.10.2026 arte Sendung vom 19.10.2026
Folge 3943 (46 Min.)Vincent Lindon: Jean Valjean, die Rolle seines Lebens Am 14. Oktober kommt Fred Cavayés Verfilmung von Victor Hugos „Die Elenden“ in die französischen Kinos. Vincent Lindon spielt Jean Valjean, eine Figur, die ihn seit jeher umtreibt. Tahar Rahim verkörpert Inspektor Javert, Camille Cottin und Benjamin Lavernhe die Thénardiers und Noémie Merlant Fantine. Vincent Lindon, ein Schauspieler mit großem Interesse an Politik, schlüpft damit in die Rolle eines Helden und Symbols der Gerechtigkeit – vor dem Hintergrund einer Schülerbewegung, die er selbst als ganz im Geist Victor Hugos empfindet.Sexuelle Gewalt: Was bringt das geplante Rahmengesetz wirklich? Das Rahmengesetz gegen sexistische und sexuelle Gewalt wurde am 13. Oktober von der Nationalversammlung mit 503 Stimmen bei keiner Gegenstimme verabschiedet; die Abgeordneten von La France Insoumise enthielten sich. Der Gesetzestext enthält einen umfangreichen Präventionsteil, der insbesondere die Einrichtung spezialisierter Polizeieinheiten vorsieht, sowie einen strafrechtlichen Teil mit spezialisierten Gerichten und einem eigenen Straftatbestand für Inzest. Der Minister für öffentliche Finanzen schätzt die Kosten des Gesetzes auf 3 bis 4 Milliarden Euro pro Jahr, zusätzlich zu den bereits bereitgestellten 1,5 Milliarden Euro. Wird das Rahmengesetz den Herausforderungen gerecht? Außerdem: Thélyson Orélien hat zugegeben, in der Vergangenheit Autoren plagiiert zu haben, um seine Werke zu schreiben – Anlass für Xavier Mauduit, auf die Geschichte des Plagiats zurückzublicken, das einst als Hommage galt. Théophile Cossa befasst sich mit dem Schatzfund eines Achtzigjähriger aus Tours: Banknoten des genialen Fälschers Jan Bojarski, die der Staat vor ihrer Versteigerung beschlagnahmte. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 19.10.2026 arte Sendung vom 20.10.2026
Folge 3944 (46 Min.)Israel-Palästina: 30 Jahre „Friedensprozess“ Robert Malley und Hussein Agha veröffentlichen „Demain c’est hier – Vie, mort et quête de la paix en Israël/Palestine“ (Morgen ist gestern. Leben, Tod und die Suche nach Frieden in Israel/Palästina, Max Milo Editions). Malley war Berater amerikanischer Präsidenten, Agha Berater palästinensischer Führungskräfte. Gemeinsam zeichnen sie dreißig Jahre internationaler Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästina nach. Malley, der mit Bill Clinton, Barack Obama und Joe Biden zusammengearbeitet hat, wirft einen kritischen Blick auf die amerikanische Vermittlung im Nahen Osten.Psychische Gesundheit: Ein weiterer Grund für die Wut der Jugend? Die Studie Mentalo, die das französische Forschungsinstitut INSERM seit 2024 mit 20.000 Teilnehmern zwischen 11 und 24 Jahren durchführt, zeigt eine besorgniserregende Verschlechterung der psychischen Gesundheit junger Menschen: Jeder Zweite gibt an, sich psychisch unwohl zu fühlen, fast ein Drittel weist ein Risiko für eine mäßige bis schwere angst- und depressionsbedingte psychische Belastung auf. Als Hauptursache für ihr Unwohlsein nennen Schüler und Studenten den schulischen Druck. Das Kollektiv Psychodon empfiehlt deshalb einen psychologischen „Marshall-Plan“ mit zwanzig konkreten Maßnahmen, einem Sonderbeauftragten für deren Umsetzung und einem Budget von elf Milliarden Euro über fünf Jahre. Außerdem: Anlässlich des 100. Jahrestags der Geburt des weltbekannten Philosophen Michel Foucault blickt Xavier Mauduit auf dessen Lebensweg zurück. Théophile Cossa erläutert den politischen und sozialen Kontext in Peru, in dem ein kleines Dorf in den Anden einen neuen linken Bürgermeister namens Hitler Mussolini wählen konnte. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 20.10.2026 arte
