Doku-Drama in 3 Teilen, Folge 1–3

    • Folge 1
      Franziska Maria Pößl als Susanne von Tucher, Ehefrau von Jobst von Tucher. – Bild: BR, Loopfilm GmbH /​ BR/​Loopfilm GmbH
      Franziska Maria Pößl als Susanne von Tucher, Ehefrau von Jobst von Tucher.
      Wer Franken verstehen will, muss das Nürnberger Ur-Trauma kennen: den Verlust der reichsstädtischen Eigenständigkeit und die erzwungene Übergabe an Bayern – eine Niederlage, deren versteckte Chancen Nürnberg entschieden für sich zu nutzen wusste.
      Malerisch und friedlich liegt sie da, die alte Reichsstadt Nürnberg an einem sonnigen Novembertag des Jahres 1787, als der Franzose Blanchard sich unter dem Jubel zigtausender Zuschauerinnen und Zuschauer mit seinem Ballon in die Lüfte erhob. Umschlossen von Mauern und Türmen, Schanzen und Bastionen, ist Nürnberg steinernes Zeugnis einer großen Vergangenheit, aber auch Abbild der Krise, in die Stadt geraten war. Nürnberger Waren hatten harte Konkurrenz bekommen, den Handel erschweren Zölle und Abgaben. Mächtige Nachbarn versuchen sich in den Besitz des Nürnberger Umlandes zu bringen. Im Innern verhindert der Rat der Stadt jede Reform. Bald stehen preußische Soldaten vor den Toren, fallen französische Truppen in der Stadt ein und nehmen sich, was sie brauchen. Doch damit nicht genug: Nürnbergs Unabhängigkeit selbst ist bedroht. Die äußere Gefahr schweißt die Nürnberger zusammen. Da ist Jobst von Tucher, dessen Geburt allein ihn dazu bestimmt, wichtige Aufgaben für die Stadt zu übernehmen. Da ist Paul Wolfgang Merkel, ein Großkaufmann, der zwar mit den Idealen der Französischen Revolution sympathisiert, der sich aber immer wieder für das Gemeinwohl engagiert. Sie und viele andere Nürnberger erleben bange Jahre zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Wird es gelingen, das Ende ihrer Freiheit abzuwenden? (Text: BR Fernsehen)
      Deutsche TV-PremiereMi 29.12.2021BR FernsehenDeutsche Online-PremiereFr 24.12.2021BR Mediathek
    • Folge 2
      Susanne von Tucher (Franziska Maria Pößl) trauert um ihren Sohn.
      Die Gassen des alten Nürnberg sind erfüllt vom Marschtritt der bayerischen Grenadiere, die im Namen ihres Königs Max Joseph die Stadt in Besitz nehmen an diesem sonnigen Septembertag des Jahres 1806. Viel Volk ist zusammengekommen, um das Schauspiel der feierlichen Übergabe der Stadt durch den französischen Kommissar mitzuerleben. Wenige Tage später erfüllt der Lärm von Hämmern und Sägen die Stadt. Die Bayern demontieren bronzene Gitter und Tore, kupferne Dächer und Dachrinnen, sogar hölzerne Balken und Bretter, um alles zu Geld zu machen. Aus dem Rathaus klingen dumpf und monoton die Schläge des Auktionshammers. Binnen weniger Monate ist versteigert, verschleudert, verloren, was über Jahrhunderte zu Schmuck und Zierde der Reichsstadt Nürnberg angeschafft wurde.
      Einmalige Kunstwerke gehen verloren, wandern in private Sammlungen, verschwinden in Massendepots in München und Augsburg. Doch damit nicht genug: Alles ändert sich, Maße und Gewichte, Gesetze und Verordnungen, was gestern noch Recht und Ordnung war, hat jede Bedeutung verloren. Wie erleben die Nürnberger dieses Vorgehen der neuen Herren? Hier und da zeigt sich Unmut, Widerstand sogar. Im Großen und Ganzen bleiben die Nürnberger jedoch teilnahmslos und finden sich rasch ab mit der neuen Lage. Hauptsache, so sagen sie, es kommt nicht noch schlimmer. Schlimm genug, könnte man meinen, wenn sich in all dem Chaos der Veränderungen nicht bereits Traumbilder, eher nur gedacht als ausgesprochen, von einer besseren Zukunft zeigten. (Text: BR Fernsehen)
      Deutsche TV-PremiereMi 29.12.2021BR FernsehenDeutsche Online-PremiereFr 24.12.2021BR Mediathek
    • Folge 3
      Der englische Lokführer William Wilson schmiert vor der ersten Fahrt des „Adlers“ noch einmal die Räder.
      Weißer und schwarzer Rauch steigen gleichzeitig in den sonnig kalten Sonntagshimmel Nürnbergs im Dezember 1835. Der Lokführer zieht grüßend seinen hohen Zylinderhut zum Zeichen, dass der Adler, die erste Lokomotive auf deutschem Boden, abfahrbereit ist. Mit unglaublichen sechs Personenwaggons und zwei Fässern Bier setzt sich das „Adler“ getaufte Dampfross schnaufend in Bewegung. Die Menge jubelt, die Fahrgäste des vollbesetzten Zuges schwenken freudig erregt ihre Hüte. Der Traum einer Handvoll Visionäre, die, weil sie fest an ihre Sache glaubten, auch Aktionäre der Ludwigs-Eisenbahn waren, hat sich erfüllt. Schon die Zeitgenossen wollen in dieser ersten Fahrt das Symbolische sehen, dass damit eine neue Zeit beginnt und der Schienenweg schnurgerade in eine märchenhafte Zukunft führt. Dass diese Zukunft dann schneller kommen sollte und selbst die kühnsten Träume der Väter der ersten Eisenbahn in den Schatten stellen sollte, das, freilich, ist eine andere Geschichte. (Text: BR Fernsehen)
      Deutsche TV-PremiereMi 29.12.2021BR FernsehenDeutsche Online-PremiereFr 24.12.2021BR Mediathek

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