Schätzen Sie mal!

    Schätzen Sie mal!

    DDR/D 1974–1997

    [ … ] „Schätzen Sie mal!“ läßt sich am einfachsten als eine Mischung aus Elementen von „Wetten, daß … ?“, einer Prise „Was bin ich?“ plus vielen eigenen Elementen beschreiben. Die Kandidaten der Sendung müssen sich mit diversen Schätzfragen auseinandersetzen, die teilweise der Wissenschaft entnommen sind, teilweise aber auch eigentümliche „Spitzenleistungen“ zum Gegenstand haben, z.B.: „Wie hoch springt ein Pudel?“. Mit Hilfe einer an das Saalpublikum gerichteten Schätzfrage wird außerdem der beste Saal-Schätzer ermittelt, der dann in der Sendung die Berufe der Kandidaten zu erraten hat, wobei ihm kleine Hinweise gegeben werden. (Text: "Hätten Sie's gewusst? - Die Quizsendungen und Game Shows des deutschen Fernsehens", Gerd Hallenberg / Joachim Kaps (Hg., S. 134)

    Schätzen Sie mal! – Community

    J.Roscher (geb. 1945) am 03.08.2010: Kopien der Sendung können beim Deutschen Rundfunkarchiv (Fernseharchiv) Berlin oder SFB Werbung GmbH Kaiserdamm 80/81 14057 Berlin gegen Entgelt angefordert werden. (Informationsstand 1998)
    w.koutensky (geb. 1949) am 11.10.2009: ich war "herr Z" in der 37.sendung 1981 "schätzen sie ma" -roboterbauer betriebsschlosser veb zim rationalisierungsbetrieb wittstock- und hätte gern gewußt ob sich noch videos oder ähnl.material über diese sendung auffinden läßt.würde mich interessieren.

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    „Unterhaltungsabend mit mehreren Unbekannten“. Spielshow.

    Drei Kandidaten, genannt „X“, „Y“ und „Z“, bekommen vertrackte Tatsachen aus Naturwissenschaft, Technik und Alltag vorgelegt und müssen raten, wie sie zu erklären sind, oder schlicht Zahlen schätzen: Wie viele Füße hat ein Tausendfüßler? Wie viel Prozent der Fünfjährigen glauben an den Klapperstorch? Wie viele Quadratzentimeter Haut bedeckt ein moderner Bikini? Wer der Wahrheit am nächsten kommt, kriegt Punkte. Alle Zuschauer im Publikum stammen immer aus einer Straße.

    Erster Moderator war Jürgen Marten. 1983 übernahm Lutz Hoff die Sendung, deren Showcharakter nun mit Fernsehballett und Musikauftritten von Schlagersängern und dazu passenden Fragen stärker betont wurde. Aber auch die Politik funkte nun stärker in die Sendung, mindestens eine Frage zur Sowjetunion musste gestellt werden, ob es nun um den ältesten Bürger in Sibirien ging oder um Kosmonauten. Nach dem Antritt Gorbatschows war es damit dann wieder schlagartig vorbei.

    Schätzen Sie mal war nach vielen erfolglosen Versuchen die erste Quizshow im DDR-Fernsehen, die sich behaupten konnte und sogar die Wende überlebte. Das Konzept war zwar schlicht, hatte aber einen entscheidenden Unterschied gegenüber den üblichen Quizsendungen im DDR-Fernsehen aufzuweisen: Es ging, wie schon der Titel signalisierte, nicht um strenges Abfragen von Wissen, sondern um ein unterhaltsames Raten, bei dem jeder mitmachen konnte – frei von jedem Prüfungsdruck. Auch der erste Moderator Marten, ein Hochschullehrer, gab regelmäßig freimütig zu, dass er sich noch mehr verschätzt hätte.

    Insgesamt liefen 111 Ausgaben in der Primetime.