Zahn um Zahn

    Zahn um Zahn

    DDR 1985–1988
    Deutsche Erstausstrahlung: 17.05.1985 DDR1

    Auf den ersten Blick scheint Zahnarzt Dr. Alexander Wittkugel ein typischer Vertreter der Halbgötter in Weiß zu sein, aber wer es mit ihm zu tun hat, lernt schnell Wittkugels forsches Temperament kennen. Und wenn bei den energischen Vorstößen des Dr. Wittkugel wieder einmal eine Menge Porzellan zu Bruch gegangen ist, muss Schwester Happmeyer, von allen nur Häppchen genannt, regelmäßig in die Bresche springen, um mit behutsamer Diplomatie, Humor und schier unerschöpflichem Optimismus ein Friedensabkommen zu erwirken. Natürlich verehrt Häppchen ihren Chef, für dessen fast erwachsene Tochter Sabine sie mit den Jahren zur Ersatzmutter geworden ist. Wittkugel seinerseits nimmt auf Häppchens Gefühlslage gewöhnlich keine allzu große Rücksicht. Dabei kann er unerwartet, von plötzlicher Reue gepackt, liebenswerten Charme und entwaffnende Großzügigkeit entwickeln. (Text: mdr)

    Zahn um Zahn auf DVD

    Zahn um Zahn – Community

    Manuela H. (geb. 1971) am 13.06.2014: "Zahn um Zahn" erreichte von 1985 bis 1987 eine immense Popularität im damaligen DDR-Fernsehen und erfreut sich noch immer einer ungebrochenen Beliebtheit, was in erster Linie an den Hauptdarstellern liegt: Alfred Struwe als Zahnarzt Dr. Alexander Wittkugel und Helga Piur als seine stomatologische Schwester Victoria Happmeyer - liebevoll "Häppchen" genannt.. Die beiden Schauspieler harmonieren so grandios mit einander, dass es eine wahre Freude ist. Er - der Mann in den besten Jahren, dessen aufbrausendes Temperament, seine gelegentliche Unsensibilität sowie seine nicht unbeträchtliche Eitelkeit auf seine physische Attraktivität und seine großen beruflichen Fähigkeiten gemildert werden durch seinen schier unwiderstehlichen Charme. Sie - die sanfte, liebevolle und gütige Frau, deren menschliche Wärme und Gefühlstiefe alle Klippen des Lebens umschiffen und die alles wieder ins Lot bringt, wenn ihr Doktor im zwischenmenschlichen Umgang wieder einmal etwas verpatzt hat Zu einem weiter unten veröffentlichten Beitrag: es gibt zahlreiche humorvolle, aber durchaus auch nachdenkliche Momente in der Zahnarztpraxis von Dr. Alexander Wittkugel, aber in keiner der 21 Folgen bricht der Bohrer ab oder fällt der Strom aus. Statt dessen ereignen sich zum Beispiel folgende Dinge: der Zahnarzt leistet Geburtshilfe bei einer hochschwangeren Patientin, er verarztet einen ihm als "Patienten" gebrachten Kugelfisch, er bekommt das "unmoralische Angebot", einer jungen Frau zu einer Schwangerschaft zu verhelfen ohne sie allerdings zu ehelichen, er muß einer alten Dame helfen, deren Dackel ihre Prothese zerbissen hat und er soll einem alten Studienfreund innerhalb von 24 Stunden einen kompletten Zahnersatz liefern, ohne dass jemand etwas davon bemerkt. Die gesamte Serie wird getragen vom reizvollen Zusammenspiel zwischen Alfred Struwe und Helga Piur, das bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat. Wer dieser Serie Albernheit attestiert hat sie entweder nicht gesehen oder nicht verstanden. Es geht um zutiefst menschliche Dinge wie Vertrauen, Liebe und Güte, der Humor ist in keinster Weise seicht, die Botschaft laute vielmehr: geht respektvoll mit einander um und verletzt einander nicht - sei es mit Worten oder mit Taten. Eine liebevoll gestaltete Serie von bleibendem Wert.
    Rene Tiedemann (geb. 1978) am 26.01.2010: freu,freu, eine der besten ostserien auf DVD. Ein Traum wird wahr.
    Dr. Hirtz am 17.09.2005: Als Wessi und praktizierender Zahnarzt finde ich diese Serie als Millieustudie sehr gut, wenn man weiß ( durch die Berichte eines Zahnarztes aus der ehemaligen DDR ), welche Gegebenheiten den Tatsachen entsprechen und welche der sozialistischen Schönfärberei unterliegen.
    Tanja (geb. 1981) am 08.07.2005: Ich durfte die Serie in meiner frühen Kindheit mit ansehen und fand sie sehr lustig, auch wenn ich nicht alles verstanden habe.
    Axel Höber am 09.09.2004: Diese Serie handelt von der ostdeutschen Zahnarztpraxis Wittkugel, in der in jeder Sprchstunde etwas verkehrt läuft. Einml bricht der Bohrer ab, dann fällt der Strom aus und es ist sehr lustig.

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    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    Die Praktiken des Dr. Wittkugel. 21-tlg. DDR-Arztserie von Gerhard Jaeckel, Regie: Peter Hill.

    Dr. Alexander Wittkugel (Alfred Struwe) ist Zahnarzt in einer staatlichen Zahnarztpraxis in Berlin. Er hat selbst Angst vor dem Zahnarzt und ist häufig etwas ungehobelt und selbstgefällig, dann muss Schwester Victoria Häppchen Happmeyer (Helga Piur) einspringen und zerschlagenes Porzellan kitten. Sie ist für Wittkugels fast erwachsene Tochter Sabine (Kristiane Kupfer, später: Claudia Wenzel) so etwas wie eine Ersatzmutter und wäre auch gern für Wittkugel etwas mehr als nur seine Assistentin. Wittkugel hätte gern, dass Sabine was Anständiges lernt, doch sie will unbedingt auch Zahnmedizin studieren.

    Kollege und häufiger Gegenspieler in der Praxis ist der Zahntechnikermeister Martin Opitz (Victor Deiß), auch die Freundschaft zu dem Tierarzt Dr. Oswald Baumann (Günter Grabbert) ist nicht frei von Spannungen. Dr. Post (Solveig Müller) vertritt Wittkugel bei Bedarf. In der zweiten Staffel wechseln Wittkugel und Häppchen vorübergehend an die große Poliklinik. Zu Beginn der dritten Staffel sieht Wittkugel widerwillig ein, dass er Häppchen tatsächlich mag, und lässt sich auf eine Ehe auf Probe mit ihr ein. Am Ende der Serie wird er zum Medizinalrat ernannt.

    Die humorvolle Serie mit unangepassten, realitätsnahen Hauptfiguren war beliebt und brachte es auf drei Staffeln. Sie lief freitags um 20.00 Uhr, ab 1988 auch bei RTL und wurde in den Dritten Programmen wiederholt. Außer der 21-teiligen Fassung mit einstündigen Folgen lief vom November 1989 bis August 1990 auch eine mit 43 halbstündigen Folgen.

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