Zur See

Zur See

DDR 1976–1977
Deutsche Erstausstrahlung: 07.01.1977 DDR1

In dieser Serie geht es um die „Abenteuer“ und Probleme der Besatzung des ostdeutschen Frachtschiffes „MS-Fichte“ auf See. Im ersten Teil hatte die Hauptmaschine bei Sturm auf hoher See einen Kolbenklemmer, so daß der Kolben ausgebaut werden mußte. Es kommt zu gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen dem Kapitän, der eine höhere Geschwindigkeit angeordnet hat und dem Chief, der aus Sorge um den hohen Kraftstoffverbrauch dagegen ist und sich auch nicht um die Wartung der Maschine gesorgt haben soll … (Text: Axel Höber)

Zur See – Kauftipps
Zur See – Community
Andreas Schunke am 24.11.2013: Nice, bis vor 2 Wochen konnte man diese Serie noch frei sehen.. muß ich mir wohl etwas einfallen lassen, wo ein ex-DDR-Sender nicht mehr vorkoimmt
Manuela H. (geb. 1971) am 30.09.2012: Die wohl berühmteste und erfolgreichste Serie des DDR-Fernsehens schildert die beruflichen und privaten Erlebnisse der Besatzung des Rostocker Handelsschiffes “J. G. Fichte”. “Zur See” ist ein absoluter Glücksfall in mehrerer Hinsicht. Zum einen die perfekt besetzten Darsteller, die ein hervorragend auf einander abgestimmtes Ensemble bilden. Dazu die in faszinierenden Bildern eingefangenen exotischen Schauplätze. Und darüber hinaus Drehbücher über zwar außergewöhnliche und abenteuerliche, humorvolle, aber auch spannende und dramatische, jedoch immer glaubwürdige Begebenheiten im Leben von Menschen “wie du und ich”. Darüber hinaus komponierte Helmut Nier mit der Musik zur Serie einen nvergeßlichen “Ohrwurm”, mit einem sich stetig steigernden, immer breiter werdenden “Klangteppich”. Als ich mit etwa dreizehn Jahren zum ersten Mal eine Episode von “Zur See” bei einer der zahlreichen Wiederholungen sah, hatte das weitreichende Folgen. Von da an war “Zur See” mir von allen Serien des damaligen DDR-Fernsehens die liebste und ist es immer noch. Meine Verehrung für Horst Drinda, von dem ich damals natürlich noch nicht wußte, was für ein großartiger und bedeutender Schauspieler er war, kannte keine Grenzen. Das ist übrigens heute immer noch so, zumal ich ihn im Laufe der Jahre in höchst unterschiedlichen Charakteren erleben durfte. Dennoch ist mir sein Kapitän Hans Karsten von allen seinen Rollen die liebste. Der überaus attraktive Mann mit seiner väterliche Warmherzigkeit gepaart mit ruhiger und selbstbewußter Autorität und viel Humor machen diese Figur zu einem absoluten Sympathieträger. Übrigens hat Horst Drinda in einem Kapitel seiner in Briefform veröffentlichten Memoiren “Die Welt ist noch nicht fertig” sehr anrührend über die Dreharbeiten von “Zur See”, die immerhin von 1974 bis 1976 dauerten, berichtet.
Milchreis mit Kompott (geb. 1965) am 02.03.2011: Freunde der See! Ich habe die DVD Box dieser Serie kürzlich von einem Kollegen bekommen und ziehe mir die Folgen jetzt genüsslich eine nach der anderen rein! Daß es diesen Klassiker auf DVD gibt! Unglaublich: längst vergrabene Erinnerungen an diese Serie kommen wieder hoch. Und ob ihr es glaubt oder nicht: das schreibt ein waschechter Holsteiner, der an der Ostsee im Zonenrandgebiet (ja, so hiess das nun einmal) aufwuchs. Wir konnten DDR 1 zwar nur s/w aber ansonsten gut empfangen und haben regelmässig Filme oder Programme (Sport!) geguckt. Ich habe diese Serie als Teenager förmlich verschlungen. Bei uns im Westen gab es etwas Vergleichbares nämlich nicht. Ihr hattet ja sogar ’nen Fernsehkap’tän! Neid! Diese Serie war und ist klasse und anhand der DVDs kann man sich nun alles einmal in Ruhe auch mehrmals anschauen. Den Produzenten ist es meiner Meinung nach damals sehr gut gelungen, die Atmosphäre und Eigenarten des Bordlebens einzufangen. Die Charaktere sind überzeugend gespielt (Horst Drinda als Kapitän, der Chief, der Bootsmann und die klugschnackenden Matrosen, der seekranke Koch, all solche Typen – und noch viel mehr – habe ich im späteren wahren Leben mitgemacht), die Handlungen unterhaltsam und doch recht nah an der Realität und nicht solch ein an den Haaren herbeigezerrter Mist und Kitsch wie heutzutage auf allen Kanälen. Selbst die ständigen Kabbeleien zwischen Fettkeller (Maschinisten) und Brücke (Nautiker) sind einfach realistisch. Nicht nur hier spürt man, daß auch kundige Fachleute bei der Produktion mitgewirkt haben. Für mich als Wessi sind natürlich Ausdrücke wie zum Beispiel „Genosse Kapitän“ und „Konfliktausschuss“ einfach drollig, was ich nicht spöttisch meine. Die gelegentlich durch die Handlungen und Dialoge tretenden Seitenhiebe Richtung „Westen“ und bösen, bösen kapitalistischen Ländern sind an sich schon kultig! Ich konnte da als Teenager schon drüberwegsehen, denn ich war nur an der See, den Schiffen, den Menschen und den fernen Ländern interessiert. Hinzu kommt der allgemeine nostalgische Charakter der Serie (Mitte 70er Jahre!) mit der damals ja wohl auch schon beinahe 30 Jahre alten „Fichte“ und ihrer verglichen mit heutigem Standard Steinzeit-Apparatur. Und alle laufen noch in Uniform herum. Köstlich! Der Hammer sind jedoch die prächtigen Aufnahmen vom Bordleben und den sonnigen Häfen. Allein schon der Vorspann: das herrlich klassische Vorschiff der „Fichte“ mit Ladebäumen und einer echten Back stampfend in rauher See (wahrscheinlich Nordatlantik?), dazu die gelungene, schmissige Titelmusik: Gänsehaut! Dann das M.S. „Fichte“ am Horizont und die Einblendung ZUR SEE. Mich hat das als jungen Menschen fasziniert. Ein Genuss auch die Einstellungen, die während der Folgen einfach nur die See, schöne klassische Frachtschiffe, passierende Dampfer, Hafenarbeiten oder den Steven der „Fichte“ arbeitend im Ozeanschwell zeigen. Fazit: für Seefahrtfans, DSR-Fahrensleute, Seh-Leute und andere Landratten und eine tolle Serie auf DVD mit kernigen Typen und echten Schiffen, Qualitäts-Schauspielern, unterhaltsamen Handlungen mit Verstand und Humor, schöne Aufnahmen der See und von sonnigen Ländern. Kultig! „Must have“ ! Ich bin später ZUR SEE gegangen (in der Matrosenausbildung kam unsere gesamte Fachliteratur zur Seemannschaft aus dem OSTEN, bei „UNS“ gab es nämlich nichts!), habe auf Handelsschiffen alle Weltmeere befahren und bin Kapitän geworden (technisch unterentwickelt, daher nicht geeignet für Fettkeller!). Heute lebe ich im Ausland, bin ich näher an der Familie aber komme noch täglich auf Schiffe aller Typen und Grössen und treffe Menschen aus aller Herren Länder. Ich habe den schönsten Beruf der Welt! Und es sind natürlich viele aber beileibe nicht alle DSR Seeleute nach der Wende arbeitslos geworden. Mein Kollege, von dem ich jetzt die DVD Box bekam (ein DSR Fahrensmann aus dem tiefsten Osten) kam gleich nach der Wende rüber, wir fuhren gemeinsam als Matrosen und auch er machte sein Kapitänspatent. Ich bin mit unzähligen Seeleuten aus der ehemaligen DDR gefahren, im Allgemeinen fachlich top ausgebildet. Ich weiss nicht, wer von meinen Wessi-Landsleuten und Altersgenossen dies für sich behaupten kann, aber für mich ist diese Serie Jugenderinnerung! Klasse gemacht! Vielen Dank für’s Lesen! Ich grüsse Euch von der Küste und wünsche Euch weiterhin angenehme ostalgische Erinnerungen vor der Flimmerkiste!
Simone N. (geb. 1969) am 31.01.2011: Die Kultserie "Zur See" dürfte ja allen ehemaligen DDR-Bürgern bekannt sein. Zum Glück gibt es sie ja inzwischen auf DVD zu kaufen. Kann mir jemand eine Frage beantworten. Jürgen Zartmann spielt die Rolle des Bootsmanns. Kann mir jemand den Namen des Bootsmanns verraten. Ich habe das Internet durchstöbert, aber überall liest man nur "der Bootsmann" aber kein Name. vielleicht kann mir jemand weiter helfen
Andreas (geb. 1969) am 29.10.2010: Hallo Herr Storch, wie weit sind denn die Arbeiten zum Buch zur Sewrie "zur See"?
Schauspieler
Kapitän Hans KarstenHorst Drinda
Dr. Inge KarstenMicaela Kreissler
Chief Paul WeyerGünter Naumann
Chief Mate Martin SchulzeWilfried Pucher
Thomas MüllerGünter Schubert
Bootsmann ReinhartJürgen Zartmann
Willi SchmidtWilli Schrade
Funker Horst PetersonDietmar Richter-Reinick
Koch Detlef HartwichBernd Storch
Winfried ManteyJörg Knochee
Rita PetersonFriederike Aust
Kapitän Manfred LanghansErik S. Klein
Erster IngenieurKlaus Gehrke
Chefinspektor BrauerHelmut Schreiber
GeneraldirektorManfred Zetzsche
Barbara WeyerThea Elster
Crew
RegieWolfgang Luderer
DrehbuchWolfgang Luderer
 Eva Stein
Dies und das
Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

9-tlg. DDR-Abenteuerserie von Eva Stein, Regie: Wolfgang Luderer.

Die M. S. Fichte ist ein Frachtschiff der DDR. Zur Besatzung gehören Kapitän Carsten (Horst Drinda), der Technische Offizier Paul Weyer (Günter Naumann), der Bootsmann (Jürgen Zartmann), der Koch Detlef (Bernd Storch), sein Helfer Thomas Müller (Günter Schubert), der Erste Offizier Schulze (Wilfried Pucher) und Matrose Willi (Willi Schrade). Sie bereisen ferne Länder, leiden aber auch unter der Enge an Bord und der langen Trennung von ihren Familien.

Erstmals brach das DDR-Fernsehen mit dem Tabu, eine Handlung an exotische Schauplätze zu verlegen, die für die Zuschauer völlig unerreichbar waren und so nur unnötig Träume wecken würden. Natürlich war der erhobene Zeigefinger des Sozialismus auch am anderen Ende der Welt immer mit dabei, aber die Serie war nicht nur bei den Parteioberen, sondern auch den Zuschauern außerordentlich beliebt: Die erste Schauspielergarde war an Bord und hatte (anders als ihre kapitalistischen Traumschiff-Kollegen später) neben attraktiven Kulissen auch unterhaltsame und realistische Drehbücher. Gefilmt wurde u. a. in Kuba und natürlich an Bord eines echten DDR-Frachtschiffs. Das stellte sich aber als so kompliziert heraus, dass die Serie trotz des Erfolgs nicht fortgesetzt wurde.

Jede Folge war 60 bis 75 Minuten lang und lief freitags um 20.00 Uhr. Die gleiche Crew wechselte später vom Schiff ins Flugzeug: Treffpunkt Flughafen.

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