Das unsichtbare Visier

    Das unsichtbare Visier

    DDR 1973
    Deutsche Erstausstrahlung: 23.12.1973 DDR1

    Werner Bredebusch (Armin Mueller-Stahl), Offizier des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, wird Anfang der 50er Jahre in der Rolle des gefallenen Jagdfliegers Achim Detjen in die BRD geschickt, um die Wege aufzuklären, auf denen ehemalige hohe Nazis sich ihrer Verantwortung entziehen konnten.

    Sein Weg führt ihn über Italien und Argentinien zurück in die Bundesrepublik und mitten in die Vorgänge um das Wiederentstehen der Militärmacht (West-) Deutschland und den Anteil der „alten Garde“ der Wehrmacht daran. -

    Trotz aller Ideologie ein gut gemachter Agenten- (TV-) Film. (Text: Mirko Schneider)

    Das unsichtbare Visier auf DVD

    Das unsichtbare Visier – Community

    thommy (geb. 1965) am 27.07.2011: ....stimmt im kessin...nicht in hohenschönhausen aber die brd ist nicht eine spur demokratischer als es die ddr war. politische gegner werden auf eine andere art fertig gemacht. und die brd hat ganz sicher eine unmenge mehr an leichen im keller...aber das werden wir erst erfahren wenn auch dieser unrechtsstaat seine archive öffnen muss.
    keine ahnung (geb. 1964) am 07.01.2011: ich habe in meinem leben nicht viele bücher gelesen aber diese filme von armin müller stahl hsben mich schon immer begeistert. eines der besten war das GESICHT DER MASKE: außerdm ist mir die musik TENDAKEL ein rießen gebiff. ich würde achim detchen gern noch mal sehen,am besten alle. danke jens aus gera
    IM Kressin (geb. 1958) am 17.12.2010: Niemandem, der in der ehemaligen DDR aufgewachsen ist, sollen glückliche Jugenderinnerungen und hiermit gekoppelte TV-Sendungen verächtlich gemacht werden, mundtot schon gar nicht. Wieder zur Filmkritik: Über „literarische Freiheit“ in diesem Mehrteiler verfügte privilegiert ausschließlich die HVA des MfS. Für Schriftsteller, Schauspieler, Regisseure und Künstler in der Republik blieb dies ein Fremdwort.Selbstverständlichkeiten einer Demokratie blieben Regimekritikern der DDR versagt. Der entscheidende Unterschied zwischen der DDR und dem „ ach so freien Staate Bundesrepublik“ besteht in der Gegebenheit, daß niemand auf Grund seiner „politisch inkorrekten Meinung“ in Hohenschönhausen inhaftiert wird. Einwandfreie schauspielerische Umsetzung, nur die Rosinen selektierende gemeinsame Geschichte und nützlich aufbereitete Historie können nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit die Glaubwürdigkeit des Arbeiter- und Bauernstates abhanden kam. Der kalte Krieg ist gottlob vorbei!
    www.DuV-fanclub.de (geb. 2004) am 29.09.2010: @IM Kressin: Es bestreitet bestimmt niemand, dass das Visier nicht frei von politischen Einflüssen des kalten Kriges ist, trotzdem steckt dort mehr Wahrheit drin als mancher denkt oder wahr haben will, wenn auch aus Blick der DDR aber dies ist wohl legitim auf Grund literarischer Freiheit. Und sicher sind perönliche Erfahrungen IMMER subjektiv, deshalb muss man diese IMMER mit Vorsicht betrachten, dies wird dir jeder Historiker bestätigen der schonmal mit Zeitzeugen zusammengearbeitet hat. Und das heutige DDR Geschichte geschönt bzw. dem der offiziellen bundesrepublikanischen Geschichtsschreibung angepasst wird ist doch wohl unübersehbar (zumindest wenn man nicht nur den Einheitsbrei der Medien glaubt)! Ich könnte jetzt unzählige Bespiele nennen, das würde hier zu weit führen. Daher nur ein paar Denksantöße: DDR wird heute reduziert auf Stasi ... soweit ich mich erinnern kann gab es da doch schon noch einiges mehr und zwar im positiven Sinne, viele Fernsehdokumentationen lassen kein gutes Haar an der DDR und selbst fortschrittliche Errungenschaften werden verteufelt, selbst wenn diese jetzt 20 Jahre nach der Wende neu Erfunden werden. Auch habe ich schon gesehen, wie propagiert wird, dass die DDR Bürger ihr Geld in Gänze 1:1 umtauschen konnten uva. ... sprich der kalte Krieg ist noch so lange nicht vorbei bis der letzte Zeit- und Augenzeuge welcher als ganz normaler 08/15 Bürger in der DDR seinem ganz normalem - ja auch glücklichen Leben - nachgegangen ist mundtot gemacht ist bzw. verstorben ist. Das man hier auch blos nicht die Wahrheit sagen darf sieht man ja an der Reaktion ab das Buch von Tilo Sarazin (ohne dieses nun als heiligen Gral hinstellen zu wollen). Außer das der gute Mann ausgebürgert wurde hat er wohl ähnliche Erfahrungen gemacht (einem Berufsverbot ist er wohl selbst durch Rücktritt zuvor gekommen) im ach so freien Staate Bundesrepublik. Mein Vorschlag: Jeder der in der DDR aufgewachsen ist und diese nun verteufelt und hasst wieder der Teufel das Weihwasser möchte doch erstmal die ganzen Subventionen die er gern in Kauf genommen hat zurückzahlen. Da wird wohl ein stolzes Sümmchen zusammenkommen.
    IM Kressin (geb. 1958) am 26.09.2010: Die Einfältigkeit staatlicher Agitation dieser Serie ist unübersehbar. Der „Genickschuß“ betraf das Dilemma in schöpferischer Theaterkunst und politischer Landschaft. Die Enge künstlerischer Entfaltung hatte dort Grenzen, wo die Machtvollkommenheit der sozialistischen Volksgemeinschaft in Gefahr geriet. Wolf Biermann siedelte als heranwachsender Schwärmer des Sozialismus in die DDR über. Differenziert in Gedichten, Liedern und Beschreibung staatlicher Einförmigkeit folgten in absehbarem Zeitraum und Konsequenz Auftrittsverbot und Ausbürgerung. Schriftsteller, Schauspieler, und mit dieser Geisteshaltung übereinstimmende Künstler erhielten weder Rollenangebote noch durften sie Konzerte geben. Die Überlieferung persönlicher Erfahrungen durch Eltern, die Aufklärung durch Verwandte, Erlebnisberichte von Bekannten, sind ein Stück erlebter DDR-Geschichte. Diese Unwiderlegbarkeiten der jüngeren deutscher Geschichte sind weder „geschönte, bundesrepublikanische Geschichtsschreibung“ noch einem „diktierten, bundesrepublikanischem Geschichtsbild angedient. „Die Serie entsprach den Wünschen des Ministeriums für Staatssicherheit und den gewünschten Feindbildern! Nicht mehr und nicht weniger!

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    16 tlg. DDR-Spionageserie von Herbert Schauer und Otto Bonhoff, Regie: Peter Hagen.

    Werner Bredebusch (Armin Mueller-Stahl) ist Agent der Stasi. Unter dem Namen Achim Detjen spioniert er im Westen eine Organisation aus, die Nazigrößen aus Europa nach Südamerika schleust. Dabei macht er Karriere bei der Bundeswehr und deckt u. a. Atomwaffenpläne auf. Seine Position zwischen allen Fronten ist lebensgefährlich, doch er meistert die Fallen smart, geschickt und elegant wie James Bond, nur mit viel, viel weniger Action und Sex. Statt einem Bösewicht sieht sich der Ost-Bond einem ganzen Netz aus Altnazis, Rüstungsproduzenten und CIA-Agenten gegenüber. Ab Folge 10 spioniert Dr. Clemens (Horst Schulze) weiter, weil Bredebuschs Deckung aufgeflogen ist.

    Die Serie entsprach genau den Wünschen des Ministeriums für Staatssicherheit und den gewünschten Feindbildern des Kalten Kriegs, doch sie war auch einfach gut gemacht, entsprechend wurde sie zu einem enormen Erfolg. Immer zum Jahresende lief ein neuer Zwei- oder Dreiteiler. Armin Mueller-Stahl hätte eigentlich nur in der ersten Staffel spielen sollen, blieb dann aber vier Jahre. Nachdem er 1976 die Petition gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann unterschrieben hatte, war es mit seiner Karriere allerdings vorbei. Die bereits abgedrehten Folgen wurden noch gezeigt, 1977 übernahm Horst Schulze seine Rolle. Die Serie erreichte jedoch nicht mehr die frühere Popularität – was auch daran lag, dass die DDR-Zuschauer sich nicht mehr so gern von Stasi-Spionen unterhalten lassen wollten.

    Die Folgen hatten Spielfilmlänge und liefen an verschiedenen Tagen um 20.00 Uhr.

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