• Folge 43
    Als Schauspielerin drehte sie mit Clint Eastwood oder Gregory Peck. Später wurde sie Deutschlands wohl bekannteste Ärztin – doch in diesem Film zeigt Dr. Marianne Koch eine Seite, die kaum jemand kennt. Als Zeitzeugin berichtet sie von einer dramatischen Epoche. Geboren 1931 in München, wächst sie während des Regimes des Nationalsozialismus auf. Ihr jüdischer Vater, ein international bekannter Münchner Mediziner, muss früh emigrieren. Seine Herkunft wird zum gefährlichen Familiengeheimnis. Besonders schmerzhaft: Marianne Kochs Onkel wird Opfer des sogenannten NS-Euthanasieprogramms – des systematischen Massenmords an Menschen mit Behinderungen, über den lange geschwiegen wurde. Kochs Erinnerungen daran öffnen den Blick auf ein Kapitel der Geschichte, das bis heute kaum öffentlich erzählt wird. Nach Kriegsende steht die Jugendliche mit 14 Jahren in einer zerstörten Stadt und einem verunsicherten Land. Die Jahre des Wiederaufbaus, die Sehnsucht nach Normalität und das Schweigen über die Vergangenheit begleiten sie in ihre Karriere als Filmstar der 1950er-Jahre – und später in ihre zweite große Lebensentscheidung: Mit über 40 kehrt sie der Filmwelt den Rücken und wird Internistin. Dieses Zeitzeugenportrait der Regisseurin Michaela Wilhelm-Fischer erzählt vom außergewöhnlichen Leben einer Frau, die Deutschland als Schauspielerin und Ärztin geprägt hat und durch ihren Blick zurück Geschichte persönlich erfahrbar macht. (Text: ARD alpha)
    Deutsche TV-Premiere So. 16.08.2026 ARD alpha

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