zeit.geschichte Das KZ Gusen – Die Entwicklung einer Gedenkstätte
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Das KZ Gusen – Die Entwicklung einer Gedenkstätte
Schon kurz nach der Befreiung begannen die baulichen Überreste des KZ-Lagers Gusen zu verschwinden. Das Lager Gusen II wurde von den amerikanischen Truppen komplett niedergebrannt, um die Ausbreitung von Seuchen zu verhindern. Das sogenannte herrenlose Gut des Lagers Gusen I wurde einerseits durch die örtliche Gemeindebehörde, meist mit Zustimmung der amerikanischen Besatzungsbehörden, verkauft, andererseits kam es auch zu Plünderungen. Holz und Steine aus dem Lager wurden von der einheimischen Bevölkerung als Baumaterial verwendet. Nach der Übernahme des Lagerbereiches und der Steinbrüche durch die sowjetische
Besatzungsmacht dienten die Lagerbaracken als Truppenunterkünfte.
Seit 1997 liegt die Verantwortung für die Erhaltung und Betreuung des Memorials beim Österreichischen Bundesministerium für Inneres. 2004 wurde das Besucherzentrum eröffnet, die Daueraustellung zur Geschichte des Lagers Gusen wurde im Herbst 2005 präsentiert. 2021/22 kaufte die Republik Österreich mehrere Grundstücke am Areal des ehemaligen KZ Gusen I sowie im Eingangsbereich der von Häftlingen errichteten Stollenanlage „Bergkristall“ in St. Georgen an der Gusen. Mit ihnen soll die bestehende Gedenkstätte weiterentwickelt werden. (Text: ORF)