Anfang der 1950er Jahre suchen immer noch Millionen Flüchtlinge und Vertriebene eine neue Heimat. Die Familie von Dorothea Steinkirchner aus Orlau, heute Tschechien, landet in der bayerischen Provinz. Dort werden die Fremden misstrauisch empfangen. Und noch immer wissen Millionen Menschen nicht, was aus ihren Angehörigen geworden ist. Viele sind verschollen – im Krieg, auf der Flucht oder in Gefangenschaft. Schon seit drei Jahren wartet Rose Brock in Halle auf ein Lebenszeichen ihres verschwundenen Vaters. Dann, endlich, kommt ein Brief: Der Vater wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt, weil er
gegen die DDR spioniert haben soll.
Er lebt, doch im Gefängnis Bautzen sind die Häftlinge chronisch unterernährt, Typhus und Tuberkulose grassieren. Der Vater von Peter Süß kehrt aus der Kriegsgefangenschaft zurück: ein fremder Mann in einem fremden Land. Zuhause hat sich alles verändert. Die Frau liebt einen anderen Mann, die Familie droht zu zerbrechen. Am Beispiel verschiedener Familien erzählt auch die zweite Folge der Reihe „Unsere 50er Jahre – Wie wir wurden, was wir sind“ vom Leben in den 1950er Jahren diesseits und jenseits der Zonengrenze. (Text: 3sat)