Wirtschaftswunder und Fünfjahresplan, Bill Haley und der Lipsischritt, rebellierende Halbstarke und die FDJ: Das sind die abrufbaren Bilder im Kopf, wenn wir an die 50er Jahre im Westen und im Osten Deutschlands denken. Und mitten in dieser Zeit des Neuanfangs, des Auf- und Umbruchs haben sich dramatische und anrührende Schicksale abgespielt. Diese sehr persönlichen Biographien stehen im Mittelpunkt der Dokumentar-Serie. Über sechs Folgen hinweg werden Familienschicksale erzählt, in denen sich das Lebensgefühl der Gründungsjahre beider deutscher Staaten spiegelt.
„Unsere 50er Jahre – Wie wir wurden, was wir sind? zeigt Deutschland – Ost und West – in den Umbrüchen der Nachkriegsjahre. Bewusst wird dabei auf die üblichen Archivaufnahmen historisch bedeutsamer
Ereignisse verzichtet. Die Serie erzählt Geschichte vielmehr konsequent als persönliches Erleben, ebenso, wie Geschichte tatsächlich erinnert wird. Ob Arbeiter oder Hausfrau, Fabrikant oder Künstler, Kriegsheimkehrer oder Überlebender, Schulkind oder Jugendliche – stets bestimmen die Erinnerungen an privates Glück und persönliche Krisen der Zeitzeugen das Geschehen: der erste Kühlschrank oder Urlaub, Eintritt in die SED, Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft, Konzert, der Aufstand des 17. Juni, die Rückkehr der Emigranten … Die Zeitzeugen erzählen ihre Geschichten.
In ihren Biographien spiegeln sich die großen Veränderungen in Politik, Wirtschaft und Kultur. In ihren Erinnerungen wird der Alltag in den 50er Jahren sichtbar – jenseits aller Schlagwörter. (Text: rbb)