2026, Folge 25⁠–⁠48

  • Folge 25
    Wolfram Eilenberger – Moderator Sternstunde Philosophie – Bild: SRF/​Miriam Künzli/​Bildmontage
    Wolfram Eilenberger – Moderator Sternstunde Philosophie
    Am 11. Juni ist Anpfiff der Fussball-WM 2026. Neben der sportlichen Vorfreude gibt das Ereignis auch Anlass zur Sorge und Unzufriedenheit. Fans beklagen überteuerte Ticketpreise und Überkommerzialisierung. Viele bleiben fern, sofern sie überhaupt einreisen dürften. Der Unmut über Gianni Infantinos Fifa ist bereits jetzt riesig. Wie auch die Sorge vor einer politischen Instrumentalisierung des Ereignisses: Wie sicher sind die Fans südamerikanischer Mannschaften vor dem Zugriff von Trumps ICE-Truppen? Wird der amerikanische Präsident das Turnier zu Selbstdarstellungszwecken missbrauchen? Wie steht es um die Teilnahme Irans? Droht das auf 104 Partien aufgeblasene Turnier zu einem kommerziellen wie atmosphärischen Fiasko zu werden? Oder wird Fussball, als beliebtestes Ballspiel dieses Planeten, einmal mehr Milliarden in den Bann seiner ganz eigenen Schönheit, seines ganz eigenen Wahnsinns ziehen? All das bespricht Wolfram Eilenberger mit der Schweizer Kommentatoren-Legende Marcel Reif sowie der in St. Gallen lehrenden Amerikanistin und Staatswissenschaftlerin Claudia Brühwiler. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 07.06.2026 SRF 1
  • Folge 26 (60 Min.)
    Agnes Callard, Philosophin
    Agnes Callard, Professorin für Philosophie in Chicago, verteidigt Sokrates als Vorbild für die Gegenwart: Ein gutes Leben, so ihre These, setzt voraus, dass wir es unablässig prüfen und uns unbequemen, «unzeitgemässen» Fragen stellen. Stattdessen organisieren die meisten ihren Alltag im Viertelstundentakt und dringen nie zum tieferen Sinn des Lebens vor. Für Callard besteht dieser in der Idee der Aspiration: dem beständigen Streben nach intellektueller Reife, die nichts mit Selbstoptimierung, aber viel mit der Einsicht in die eigene Unwissenheit und der Sehnsucht nach Wissen zu tun hat. Die gute Nachricht: Wir sind in diesem Streben nicht allein. Ganz wie Sokrates ist sie der Ansicht, dass wir nur dank des Dialogs mit anderen zu Wissen vordringen. Das menschliche Streben denkt sie bis in die intimsten Bereiche weiter: in einer «aufstrebenden Ehe» wachsen die Liebenden gemeinsam als Personen. Barbara Bleisch fragt Agnes Callard, wie ein sokratisches Leben gelingt, warum Sokrates offen war für Polyamorie und weshalb er bereit war, den Schierlingsbecher zu trinken. (Text: SRF)
    Deutsche TV-Premiere So. 23.08.2026 3satOriginal-TV-Premiere So. 14.06.2026 SRF 1
  • Folge 27 (60 Min.)
    Tsitsi Dangarembga, Schriftstellerin und Filmemacherin
    Die Schriftstellerin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga wurde 2020 von der BBC zu den weltweit hundert wichtigsten Frauen gewählt. Ihr Werk wurde mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Aufgewachsen in England und Simbabwe, gelang ihr mit 25 Jahren der Durchbruch mit dem Buch «Nervous Conditions», die Geschichte eines jungen Mädchens, das gegen die Widerstände von Patriarchat und Rassismus kämpft. Später studiert Dangerembga Filmregie in Berlin und dreht zahlreiche Filme in ihrem Heimatland Simbabwe. Ihre gesellschaftskritischen Bücher und Filme kreisen um die Themen Hautfarbe, Klasse und Geschlecht. 2020 wurde sie verhaftet und angeklagt, weil sie zur Teilnahme an einer Anti-Korruptions-Demonstration in Simbabwe aufgerufen hatte. Yves Bossart spricht mit ihr über den Mut zum Widerstand, über Schwarzen Feminismus und die Macht von Geschichten. (Text: SRF)
    Deutsche TV-Premiere So. 05.07.2026 3satOriginal-TV-Premiere So. 21.06.2026 SRF 1
  • Folge 28 (60 Min.)
    Palliativmediziner Gian Domenico Borasio
    Mit „Interviews mit Sterbenden“ leistete die schweizerisch-US-amerikanische Psychiaterin und Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross 1969 Epochemachendes: Sie brach das Schweigen über den Tod und verschob ihn aus der Tabuzone in den gesellschaftlichen Diskurs. Ihre kulturelle Leistung liegt darin, das Sterben als Teil des Lebens sichtbar gemacht zu haben – eine Voraussetzung für die moderne Palliativmedizin. Gleichzeitig stellt die demografische Entwicklung diese Errungenschaften infrage. Immer mehr Menschen erreichen ein hohes Alter – häufig verbunden mit langen Phasen von Krankheit und Demenz. Der Palliativmediziner Gian Domenico Borasio spricht von einem „Tsunami von hochaltrigen Sterbenden“, der auf uns zukomme und grundlegende Fragen nach Würde, Autonomie und Fürsorge neu aufwirft. Ein auf Effizienz getrimmtes Gesundheitssystem gelangt damit an seine Grenzen. Braucht es neue Formen der Solidarität, „Caring Communities“, und eine stärkere Vergesellschaftung von Sorgearbeit? Welche Rolle kann Palliative Care als Modell für ein menschlicheres System spielen – und was heisst das für uns alle? Olivia Röllin fragt nach bei Gian Domenico Borasio, eine der prägenden Stimmen in der Debatte um ein würdiges Lebensende. (Text: 3sat)
    Deutsche TV-Premiere So. 12.07.2026 3satOriginal-TV-Premiere So. 28.06.2026 SRF 1
  • Folge 29 (60 Min.)
    Kate Manne, Philosophin
    Mehrgewichtige Personen gelten vielen als unbeherrscht, faul oder sogar dumm. Dabei ist das Körpergewicht weniger einfacher zu beeinflussen als viele denken und das moralische Urteil deshalb fehl am Platz. Mit dem Aufkommen von Medikamenten wie Ozempic und Wegovy könnte das Körpergewicht aber mehr und mehr zu einer Entscheidung werden, selbst für Diätresistente. Kate Manne, Philosophieprofessorin an der Cornell University in den USA, sieht diese Entwicklung kritisch: Zu gross sei die Gefahr, dass ein sozialer Druck entstehe, von den Medikamenten Gebrauch zu machen. Starkes Übergewicht könne zwar gesundheitliche Folgen haben, doch die Abwertung dicker Körper weist die Philosophin als eigenständiges Unrecht aus, das nicht mit einer Spritze oder Pille, sondern mit dem Kampf gegen die Unterdrückung dicker Menschen angegangen werden müsse. Ausgehend von eigener Erfahrung analysiert sie in ihrem Buch «Grösse zeigen» die strukturelle Diskriminierung in Schule, Job und Medizin – und plädiert für «Body Reflexivity»: den eigenen Körper nicht als Objekt fremder Moralstandards zu begreifen. (Text: SRF)
    Deutsche TV-Premiere So. 20.09.2026 3satOriginal-TV-Premiere So. 23.08.2026 SRF 1
  • Folge 30 (60 Min.)
    Susana Monsò, Philosophin und Tierethikerin
    Orcas tragen ihre toten Kälber über Tage durchs Meer, Elefanten kehren zu den Knochen verstorbener Herdenmitglieder zurück, Schimpansen wachen bei ihren Toten. Was sagen solche Verhaltensweisen aus? Handelt es sich um Trauer, Fürsorge oder lediglich um Instinkt? Und wie können wir überhaupt erkennen, ob ein Tier begreift, dass ein Leben unwiderruflich zu Ende gegangen ist? Die spanische Philosophin Susana Monsó gehört zu den wichtigsten Stimmen der jungen Forschungsrichtung der vergleichenden Thanatologie, die untersucht, wie Tiere auf den Tod reagieren. Das Gespräch führt mitten in eine philosophische Grundsatzdebatte. Was bedeutet es überhaupt, den Tod zu verstehen? Braucht es dafür Sprache, Selbstbewusstsein und die Vorstellung der eigenen Sterblichkeit? Oder messen wir Tiere an einem allzu menschlichen Massstab? Zwischen den grossen Fragen nach Bewusstsein, Endlichkeit und menschlicher Sonderstellung wird deutlich: Wer über Tiere und den Tod nachdenkt, denkt immer auch über sich selbst nach. (Text: SRF)
    Deutsche TV-Premiere So. 27.09.2026 3satOriginal-TV-Premiere So. 30.08.2026 SRF 1
  • Folge 31 (60 Min.)
    Die künstliche Intelligenz formuliert die Texte, das Navigationsgerät weist den Weg, der Thermomix kocht, und der Video-Schiedsrichterassistent entscheidet, ob ein Fussballtor zählt. Immer mehr Systeme versprechen Entlastung, Präzision und Sicherheit. Der Soziologe Hartmut Rosa sieht darin aber auch einen Verlust: Aus Menschen, die Situationen mit Erfahrung und Urteilskraft gestalten, werden Vollziehende, die vorgegebene Abläufe nur noch abarbeiten und keine Selbstwirksamkeit mehr erleben. Das Gefühl der Ohnmacht wächst. In diesem Ohnmachtsgefühl könnte auch ein Grund für den Erfolg von Figuren wie Donald Trump oder Elon Musk liegen: Sie versprechen, Regeln, Verfahren und Rücksichten beiseitezuwischen, um endlich wieder Kontrolle zu übernehmen. Doch Regeln sind nicht nur lästig, sie schützen auch: Sie begrenzen Willkür, schaffen Fairness und machen Macht kontrollierbar. Im Gespräch mit Olivia Röllin diskutiert Hartmut Rosa, wo Regeln notwendig sind – und wo sie Urteilskraft, Verantwortung und Lebensfreude ersticken. (Text: SRF)
    Deutsche TV-Premiere So. 04.10.2026 3satOriginal-TV-Premiere So. 06.09.2026 SRF 1
  • Folge 32 (70 Min.)
    Kurt Kotrschal, Verhaltensbiologe
    Lange bevor der Mensch sesshaft wurde, stiess er auf den Wolf und begann, mit ihm zu kooperieren. Daraus wurde eine bis heute dauernde Partnerschaft, in der Wölfe zu zahmen Hunden wurden. Der Verhaltensforscher Kurt Kotrschal hat sein Leben der Beziehung zwischen Mensch, Hund und Wolf gewidmet. Er sagt: Ohne diese Tiere wären wir heute nicht die, die wir sind. Denn nicht nur Hunde und Menschen haben erstaunlich viel gemeinsam. Auch Mensch und Wolf sind sich viel ähnlicher als man denken würde. Wie wir mit anderen Lebewesen als Teil der Natur agieren, bestimmt ganz wesentlich, wer wir sind und sein wollen. Im Gespräch mit Wolfram Eilenberger erläutert Kurt Kotrschal, weshalb Sinn und Glück für ihn entscheidend aus der gelebten Gemeinschaft mit Tieren entstehen. (Text: SRF)
    Deutsche TV-Premiere So. 11.10.2026 3satOriginal-TV-Premiere So. 13.09.2026 SRF 1
  • Folge 33
    Prof. Dr. Carl Hart, Neurowissenschaftler und Psychologe
    In einer Gegenwart voller Wahlmöglichkeiten scheint auch die Liebe jederzeit revidierbar. Dating-Apps versprechen das nächste «Match», alternative Beziehungsmodelle stellen die traditionelle Zweierbeziehung infrage, und Selbstverwirklichung gilt vielen als Voraussetzung für ein gelungenes Leben. Warum also bei einem Menschen bleiben, wenn man jederzeit gehen und die «Multioptionsgesellschaft» auskosten könnte? Flasspöhlers Fazit: Erst wer gehen kann und sich dennoch immer wieder bewusst für das Bleiben entscheidet, ist wirklich frei gebunden. Doch was machen wir mit den ungelebten Möglichkeiten unseres Lebens? Wohin mit der Spannung zwischen der Realität des gewählten Lebens und dem Reiz des Möglichen? Und wann ist Bleiben Freiheit, wann Unterwerfung oder Selbsttäuschung? Olivia Röllin fragt in der Sternstunde nach. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 20.09.2026 SRF 1
  • Folge 34 (70 Min.)
    Omar Yaghi, Chemie-Nobelpreisträger
    Wasser aus trockener Wüstenluft gewinnen? Kohlendioxid aus der Atmosphäre filtern? Der Chemie-Nobelpreisträger Omar Yaghi denkt gross – und sein Erfolg gibt ihm recht. Für seine Forschungsarbeiten zu metallorganischen Gerüstverbindungen hat er unter anderem 2024 den renommierten Balzan-Preis und 2025 den Chemie-Nobelpreis, gewonnen. Was abstrakt klingt, könnte für viele Menschen lebensrettend sein: Selbst in trockenen, heissen Regionen kann mit seiner Methode Wasser aus der Atmosphäre gewonnen werden. Auch die Klimakrise knüpft sich Yaghi vor und erforscht, wie freigesetztes CO2 wieder eingefangen werden kann. Ausgehend von seiner eigenen Lebensgeschichte, die aus den bescheidenen Verhältnissen in einem Flüchtlingslager in Jordanien an die Spitze der internationalen Forschung führte, erzählt der begnadete Wissenschaftler Barbara Bleisch, wie er sich mit zehn in Moleküle verliebte und bis heute vor Neugier brennt. (Text: SRF)
    Deutsche TV-Premiere So. 18.10.2026 3satOriginal-TV-Premiere So. 27.09.2026 SRF 1
  • Folge 35 (60 Min.)
    Aufgewachsen in einem armen Viertel in Miami, erlebte Carl Hart Drogenhandel, Gewalt und Kriminalität aus nächster Nähe. Als Wissenschaftler begann er später, über Drogen zu forschen, um etwas gegen die Verbreitung von Crack zu unternehmen. Dabei gelangte er immer mehr zur Überzeugung, dass nicht die Drogen das Problem sind, sondern die sozialen und wirtschaftlichen Lebensumstände der Betroffenen. Und, dass der Kampf gegen Drogen als Vorwand diente, um bestimmte Bevölkerungsgruppen zu unterdrücken. Er wandelte sich zu einem Befürworter, der heute eine Legalisierung auch harter Drogen fordert und selbst regelmässig Substanzen wie Heroin und Kokain konsumiert. Er argumentiert, dass ein Konsum ohne Abhängigkeit nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel ist, und dass ihn Drogen zu einem besseren Menschen gemacht hätten. Olivia Röllin hakt nach, ob er die Risiken für die Gesellschaft nicht unterschätzt und ob wir durch ständige Intensivierung von Emotionen nicht verlernen, wie berauschend der Alltag ohne Verstärkung sein kann. (Text: SRF)
    Deutsche TV-Premiere So. 08.11.2026 3satOriginal-TV-Premiere So. 04.10.2026 SRF 1
  • Folge 36 (60 Min.)
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    Ob zu Fragen der Identitätspolitik, der Sexualmoral, des Überwachungsstaats, der Krise westlicher Demokratien oder auch einer neuen Spiritualität der Selbstsorge – zu all diesen Themen hat der im Jahre 1984 verstorbene Franzose Michel Foucault bahnbrechende Werke veröffentlicht. Und er hat dabei nicht nur ganze Generationen von Denkerinnen und Denkern beeinflusst, sondern auch als politischer Aktivist tief in den öffentlichen Raum gewirkt. Nicht zuletzt als Privatperson überschritt Foucault in seinem unbändigen Freiheitsdrang immer wieder die Grenzen der herrschenden Kultur. Im Gespräch mit dem Berliner Kulturwissenschaftler Philipp Felsch geht Wolfram Eilenberger Foucaults überragender Bedeutung für die heutige Zeit nach. (Text: SRF)
    Deutsche TV-Premiere So. 15.11.2026 3satOriginal-TV-Premiere So. 11.10.2026 SRF 1
  • Folge 37 (60 Min.)
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    Lieferdienste bringen uns das Essen, Spotify kennt unseren Musikgeschmack und KI formuliert unsere Texte. Das Leben wird bequemer, doch der Preis dafür könnte hoch sein. Denn wer nicht mehr selbst kocht, repariert, entscheidet oder denkt, verliert womöglich nicht nur Fähigkeiten, sondern auch Selbstvertrauen, Urteilskraft und Freiheit. In ihrem Buch «Bequeme neue Welt» fragt die Philosophin und Astrophysikerin Sibylle Anderl, wann hilfreiche Entlastung in Abhängigkeit und Entmündigung kippt. Warum ist es wichtig, Dinge selbst zu können? Was geschieht mit unserem Denken, wenn KI uns fertige Antworten liefert? Und was fehlt, wenn selbst menschliche Nähe durch ein stets verständnisvolles digitales Gegenüber ersetzt wird? Im Gespräch mit dem neuen «Sternstunden»-Moderator Michael Räber spricht sie über Bequemlichkeit und Selbstbestimmung, die Verlockungen künstlicher Intelligenz, das Staunen über den Kosmos und die Frage, was ein gutes Leben ausmacht. (Text: SRF)
    Deutsche TV-Premiere So. 22.11.2026 3satOriginal-TV-Premiere So. 18.10.2026 SRF 1
  • Folge 38
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    Die Fakten liegen auf dem Tisch, doch viele empfinden die Klimadebatte inzwischen als ermüdend oder gar sinnlos. Warum fällt es uns so schwer, vom Erkennen ins Handeln zu kommen? Kann die kleine Schweiz angesichts eines globalen Problems überhaupt etwas ausrichten? Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich, gehört zu den prägenden Stimmen der Schweizer Klimadebatte. Mit Barbara Bleisch spricht er über die Möglichkeiten und Grenzen technischer Lösungen, über politische Verantwortung und die Frage, was jeder Einzelne bewirken kann. Wie lässt sich für Klimaschutz streiten, ohne zu lähmen oder zu moralisieren? Wie gehen wir damit um, dass viele zwar mehr Klimaschutz wollen, zugleich aber keine Windturbine in ihrer Nähe akzeptieren, ihren Fleischkonsum nicht einschränken und nicht aufs Fliegen verzichten möchten? Und woher nimmt er selbst die Zuversicht, dass Veränderung möglich ist? (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 25.10.2026 SRF 1
  • Folge 39
    Gabriele von Arnim, Journalistin und Schriftstellerin
    Abschied ist immer und überall. Gabriele von Arnim, bald 80-jährig, hat ein Jahr lang über Abschiede nachgedacht, darüber, was sie nicht mehr kann, was sie nicht mehr muss und darüber, was in dieser Welt verlustig geht, wenn Empathie fehlt. Sie hat persönliche und politische Abschiede in einem Tagebuch festgehalten und erzählt von unerfüllten Wünschen genauso wie vom Älterwerden und von einer Welt, deren Veränderungen sie bis in ihre Träume verfolgen. Dabei wurde sie zwar nicht weniger besorgt, aber gleichzeitig heiterer – denn Abschiede sind für sie auch der Weg zur Freiheit. Dazu gehört, sich von der Vorstellung zu verabschieden, wie das eigene Leben sein sollte, um sich auf das einzulassen, was tatsächlich ist. Zugleich bleiben mit jedem eingeschlagenen Weg andere ungegangen. Auch unerfüllte Wünsche gehören zum eigenen Leben. Gabriele von Arnim kennt die Spannung zwischen Verlust und neuen Möglichkeiten aus eigener Erfahrung. Zehn Jahre begleitete sie ihren schwerkranken Mann bis zu seinem Tod. Danach musste sie lernen, die wiedergewonnene Freiheit zu leben. Davon erzählte sie in ihrem Buch «Das Leben ist ein vorübergehender Zustand». Mit Olivia Röllin spricht sie darüber, wie man nach dem Tod eines Menschen in ein eigenes Leben zurückfindet, wie man angesichts von Krieg und politischer Verrohung empfindsam bleibt, ohne zu verzweifeln, ob man sich auf das eigene Sterben vorbereiten kann und woher sie die Zuversicht nimmt, dass selbst im Abschied noch ein Anfang möglich ist. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 01.11.2026 SRF 1
  • Folge 40
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    Original-TV-Premiere So. 08.11.2026 SRF 1
  • Folge 41
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    Was wäre, wenn wir Freundschaften nicht als Zugabe, sondern als tragende Beziehungen unseres Lebens begriffen? In «Haltet euch fest» erzählt Mareike Fallwickl von einer Wahlfamilie, die Alltag, Fürsorge und Verantwortung teilt. Im «Zimmer 42» spricht sie darüber, was gute Freundschaften ausmacht, inwiefern sich Frauen- und Männerfreundschaften oftmals unterscheiden und wie aus Verbundenheit Solidarität entsteht. Wie bleiben wir einander nah, wenn sich das Leben ändert? Kann Freundschaft mehr sein als ein Rückzugsort: ein Gegenentwurf zu einer Gesellschaft, die uns vereinzelt? Und was bedeutet es, Freunde zu lieben? (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Mo. 09.11.2026 SRF 1
  • Folge 42
    Original-TV-Premiere So. 15.11.2026 SRF 1
  • Folge 43
    Original-TV-Premiere Mo. 16.11.2026 SRF 1
  • Folge 44
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    Original-TV-Premiere So. 22.11.2026 SRF 1
  • Folge 45
    Original-TV-Premiere Mo. 23.11.2026 SRF 1
  • Folge 46
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    Original-TV-Premiere So. 29.11.2026 SRF 1
  • Folge 47
    Original-TV-Premiere Mo. 30.11.2026 SRF 1
  • Folge 48
    Original-TV-Premiere Mo. 07.12.2026 SRF 1

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