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  • «Erziehung zur Arbeit» hiess die angeordnete Strafmassnahme der Fürsorge. Als billige Arbeitskräfte wurden Elfie Grendene, Irma Frei und Carmen Scheiwiller, heute zwischen 82 und 89 Jahren alt, in die Fabrik von Emil Bührle geschickt. Bis zum 20. Lebensjahr mussten die Frauen in der Spinnerei Schichtarbeit verrichten. Ihr Lohn ging direkt ans Marienheim, geführt von Ingebohler Ordensschwestern. Als im Herbst 2021 der Erweiterungsbau des Kunsthauses eröffnet und die Sammlung Bührle intensiv diskutiert wurde, hatte Elfie Grendene genug. Sie fand, es solle nicht nur über die Waffenlieferungen des Rüstungsindustriellen Bührle und über die Provenienz der Bilder gesprochen werden, sondern auch darüber, was in der Schweiz in den Textilfabriken passierte. Sie meldete sich beim «Beobachter», dieser machte die Geschichte der Zwangsarbeiterinnen publik. Jetzt müssen auch Gesellschaft und Politik hinschauen. «DOK» begleitet die drei Frauen auf ihrem Weg um Anerkennung und Gerechtigkeit. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 30.11.2023 SRF 1
  • Die Dokumentation von Michèle Sauvain und Jan-Philipp Scholz taucht ein in die brutale Unterwelt der Zwangsprostitution, die sich auch in Zürich immer mehr ausbreitet. Sie verfolgt die Spuren des Geldes von der Schweiz über Deutschland bis zu den Drahtziehern in Nigeria und deckt auf, dass sich in Europa westafrikanische Menschenhändler über die letzten Jahrzehnte ein dichtes Netzwerk aufgebaut haben, das kaum zu knacken ist. Die Frauen werden in Nigeria unter falschen Versprechungen angeworben und mithilfe von Voodoo-Priestern gefügig gemacht. Sie geraten in die Abhängigkeit von gut organisierten Netzwerken, die sie von Beginn der Reise bis nach Europa unter Kontrolle behalten und zwingen, die Auslagen für die Reise durch Prostitution wieder zurückzubezahlen. In Europa werden die Frauen systematisch in alle Länder verschoben, bedroht und mit Gewalt dazu gezwungen, wenn sie sich wehren. Zwei von ihnen kommen in der Dokumentation zu Wort. Blessing zum Beispiel, ein Opfer aus Nigeria, berichtet, dass die Menschenhändler ihr sogar mit Mord drohen, seitdem sie aussteigen will. Aber auch Hilfsorganisationen beschreiben, unter welchen Bedingungen die Frauen in Zürich leben, und die Ermittlungsbehörden erklären, wie sie alles daransetzen, den Netzwerken mithilfe internationaler Zusammenarbeit das Handwerk zu legen. Ein grosses Hindernis in der Bekämpfung des organisierten Menschenhandels ist das Dublin-Abkommen, das es den westafrikanischen Banden ermöglicht, die Frauen ungeniert mit Touristen-Visas herumzuschieben. Und selbst wenn eine Frau vor ihren Peinigern in ein anderes europäisches Land flüchtet, wird sie, so sieht es das Dublin-Abkommen vor, wieder in das Ersteintrittsland zurückgeschafft, unter Umständen direkt wieder in die Arme der Menschenhändler. Die Autoren begeben sich auf die Spur der Kriminellen, die Blessing und andere Frauen ausbeuten, und folgen dabei dem schmutzigen Geld. Dabei stossen sie auf eine dunkle Parallelwelt, in der ominöse Geheimbünde das Sagen haben. Sie treiben das Geld von den Prostituierten ein, waschen es und transferieren es quer über den Globus. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 14.09.2023 SRF 1
  • Der Film begleitet die beiden Sportler auf ihrem hindernisreichen Weg zwischen zwei Welten, zwischen der Region Bamiyan in Afghanistan und dem internationalen Skizirkus in St. Moritz. Eine überraschende und berührende Geschichte aus einer Region, die bekannt wurde, als dort vor Jahren Talibankämpfer die weltberühmten Buddhastatuen zerstörten. Hier gibt es hohe Berge und schneereiche Winter, aber das Skifahren als Sport war bislang weitgehend unbekannt. Das sollte sich durch die spontane Idee eines Schweizer Touristen ändern: Er gab zwei talentierten Amateursportlern, Alishah Farhang und Sajjad Hussaini, die Chance, in der Schweiz zu trainieren. Das verwegene Ziel: Sie sollen sich als erste Athleten aus Afghanistan für die Olympischen Winterspiele qualifizieren und ihr Land auf der grossen Bühne vertreten. Eine gewaltige Herausforderung für die beiden jungen Männer, die vor allem die Hoffnung hegen, dass der Skisport für ihre vom Krieg gezeichnete Heimat neue Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten mit sich bringen wird. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Mo. 30.03.2020 SRF 1
  • Der Film blickt zurück auf zwei Jahre Pandemie. Die Reise beginnt in Zürich, wo augenfällig wird, wie die Krise die Schwächsten der Gesellschaft am härtesten traf. Der Film dokumentiert die Arbeit der Freiwilligen-Organisation «Essen für Alle». Zwar ist anfangs die Solidarität gross, aber die Länge der Krise lässt sie bröckeln. Die Soziologin Emilie Rosenstein erklärt im Film: «Es braucht einen gewissen Wohlstand, um grosszügig zu sein. Und für diesen Marathon waren wir körperlich und kognitiv nicht gerüstet.» Weiter widmet sich der Film der grossen Kluft, die Covid-19 in unserer Gesellschaft auslöste. Sowohl Impfgegnerinnen wie Impfbefürworter kommen zu Wort. Man erlebt nochmals die gehässigen Auseinandersetzungen rund um die zwei Covid-Abstimmungen. Professor Sandro Cattacin von der Universität Genf dazu: «Viele zwischenmenschliche Beziehungen, sowohl am Arbeitsplatz als auch im Privatleben, haben sich enorm verschlechtert. Wie können wir also das Vertrauen zu den Menschen, mit denen wir zusammenleben und arbeiten möchten, wieder aufbauen? Das ist die grosse Frage. Ich denke, dass wir eine andere Art von Kommunikation brauchen.» Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani erläutert, wie schnell eine Person Opfer von falschen Informationen werden kann. Er erzählt, wie er auf Google für einen Vortrag nach Originalmaterial von Impfgegnern suchte. «Da ich mich gewöhnlich auf den offiziellen Seiten der wissenschaftlichen Publikationen befinde, zeigte mir Google kaum solche Daten an», sagt Merlani. Als er weiter recherchierte, fand er schliesslich die gewünschten Informationen. «Am nächsten Tag suchte ich etwas über Impfstoffdaten – und was passierte: Slogans von Impfgegnern tauchten auf. Was ist passiert? Weil Google erfahren hatte, dass ich mich mit für das Thema interessierte, zeigte es mir jetzt massenweise solche Informationen.» Merlani warnt deshalb, dass wir in Gefahr laufen, uns über die sozialen Medien einseitig zu informieren: «Aber Achtung, das gilt für beide Richtungen.» Und selbstverständlich werden auch die wirtschaftlichen Folgen der Krise angesprochen. Stellvertretend für viele andere Beispiele zeigt der Film die Auswirkungen, die das Virus auf Davos hatte: Der traditionelle Spengler-Cup musste zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg abgesagt werden. Und auch das Weltwirtschaftsforum WEF konnte nicht stattfinden – mit massiven wirtschaftlichen Folgen für die Gemeinde Davos. Ernst Wyrsch, Präsident HotellerieSuisse Graubünden, sagt: «In den 4 bis 5 Tagen, an denen das WEF stattfinden, nimmt Davos offiziell 75 Millionen Franken ein. Inoffiziell ist die Zahl noch weit höher, man rechnet mit weit über 100 Millionen Franken. Das ist wahnsinnig viel für Davos.» (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 13.03.2022 SRF 1
  • Warteschlange im Schwimmbad
    Im Freibad entspinnen sich Gespräche voller Fragen: Wann bekommt «man» Kinder, mit 40 oder mit 20? Warum fragt die Kassierin im Supermarkt einfach nach den Pickeln auf der Stirn? Werde ich gross genug, dass die Grossen mich nicht mehr aus Spass stressen? Welche Berufe werden durch KI ersetzt? Streiten Mädchen auch? Dürfen non-binäre Menschen die Haare von Muslim*innen sehen? Gibt es Stau am Himmel, wenn alle Autos fliegen können? Mit dem Abriss der orangefarbenen Rutsche endet ein Stück Kindheit. Zwei Jahre später kehren die Jugendlichen zurück. Das Freibad zeigt sich nach dem Umbau in verändertem Gewand. Auch die Jugendlichen sind verwandelt, äusserlich wie innerlich. «Zwei Sommer in der Badi» begegnet ihnen auf Augenhöhe und schafft Raum für ihre Stimmen, Gedanken und Perspektiven. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 14.06.2026 SRF 1
  • Sylwina Spiess ist 28 und Foodbloggerin. Fast 50 000 Leute folgen ihr auf Instagram und schauen sich täglich ihre Filmchen an. Darin zeigt sie, was sie zum Frühstück kocht, aber auch, wie sie mit Hyatt-Chefkoch Frank Widmer ein Tofu selbst fabriziert oder wie sie mit ihrer Community Sport treibt oder in einem hippen Restaurant lunchen geht. Zudem ist sie für Coop das Gesicht für eine neue Werbekampagne. Dafür stellt sie sich auch mal morgens um 08:00 Uhr aufs Bellevue und fordert Passanten zum Tanzen auf. Weil sie einen Namen in der Bloggerszene hat, wird sie für solche Aufträge mittlerweile so gut bezahlt, dass sie davon leben kann. Das Fotomodell steht für eine neue Generation von gesunden, sportlichen und erfolgreichen Menschen. Aber sie bringt viele durchschnittliche Frauen in Not, die es punkto Aussehen mit ihr nicht aufnehmen können. Sabrina leidet seit mehr als einem Jahr an Magersucht. Die zierliche 20-Jährige ist sportlich und hatte schon immer eine gute Figur, trotzdem liess sie sich von Instagram-Posts beeinflussen, trieb immer extensiver Sport und nahm ab, um mithalten zu können, bis sie nur noch 36 Kilo wog. Sylwina folgt sie schon lange auf Instagram und ist überglücklich, als sie sie zufällig trifft. Yaren hingegen hat das umgekehrte Problem. Nachdem sie sich bereits mit 14 von 100 Kilo auf 54 Kilo heruntergehungert hat, steht sie heute wieder am gleichen Punkt. Sie muss abnehmen und findet endlich den Mut, die Ernährungsberaterin, die ihr damals geholfen hat, erneut um Hilfe zu bitten. Aber abnehmen und Ernährungsgewohnheiten umstellen ist mühevoll und beschwerlich, es geht nur langsam voran und die ersten zwölf Kilos sieht man fast nicht, meint die 19-Jährige frustriert. Ernährungswissenschaftlerin Marianne Botta kennt viele solche Fälle und findet, Ernährung sei heute für viele Menschen eine Art Religionsersatz geworden. Viele sähen darin eine Möglichkeit, in einer individualisierten, aber unstabilen Welt Halt und Kontrolle zu finden. Die achtfache Mutter stellt vor allem auch bei Eltern eine grosse Verunsicherung fest und hält oft Vorträge in Schulen. Bei den Ernährungsberatungen und Work-outs, die sie anbietet, fällt ihr aber auch auf, dass der Druck nicht nur auf den Jungen lastet. Sie hat viele Klientinnen und neuerdings vor allem auch Klienten in den Fünfzigern. Selbst in diesem Alter scheint gesunde Ernährung für Glück zu stehen. Was kann man dieser Entwicklung entgegenhalten und wie finden wir wieder zu einer guten, aber stressfreien Ernährung zurück? Ein Film über Auswüchse einer Überflussgesellschaft und Tricks und Tipps, sich von deren Nebenwirkungen zu befreien. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 11.01.2018 SRF 1

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