ZDF ist mit sich selbst zufrieden

    Intendant Schächter zieht Programmbilanz

    Michael Brandes – 25.06.2010

    ZDF ist mit sich selbst zufrieden – Intendant Schächter zieht Programmbilanz – Bild: ZDF/Carmen Sauerbrei

    Alle zwei Jahre geben die öffentlich-rechtlichen Sender ihre im Rundfunkstaatsvertrag vorgesehene Selbstverpflichtungserklärung ab, in der wesentliche Programmziele formuliert sind. Im Rahmen der heutigen Fernsehratssitzung hat ZDF-Intendant Markus Schächter nun eine positive Bilanz zu den zurückliegenden beiden Jahren gezogen. Demnach hat das ZDF seine eigenen Anforderungen vollauf erfüllt.

    Das ZDF-Programm sei unverändert auf Vielfalt ausgerichtet, betonte Schächter. Nach wie vor weise das Hauptprogramm einen 50-prozentigen Informationsanteil und der Kulturkanal 3sat, für den das ZDF federführend ist, einen 70-prozentigen Kulturanteil auf. Zugleich sei das ZDF-Programm weiterhin eines der meistgenutzten Fernsehangebote im deutschen Markt geblieben. Auch in Zukunft wolle der Sender „auf ein vielfältiges, profiliertes und gemeinwohlorientiertes Qualitätsprogramm“ setzen.

    Hinsichtlich der Informationsvermittlung habe das ZDF in den vergangenen beiden Jahren Trends gesetzt, glaubt Schächter. Dazu gehöre die größte Bandbreite an Dokumentations-, Gesprächs- und Live-Sendungen vor Wahlen, neuartige Politiker-Casting-Sendungen und interaktive Diskussionsformate für TV und Internet. Mit solchen Programmreihen wolle der Sender insbesondere die Seh- und Kommunikationsgewohnheiten jüngerer Zuschauer aufgreifen. Diese Gruppe für politische Information im Fernsehen zu interessieren, werde auch in den nächsten Jahren eine vorrangige Aufgabe des ZDF bleiben.

    Sogenannte „Modernisierungsschübe“ habe es in den Bereichen Unterhaltung („heute-show“), Kinderprogramm (neue Serien und Filme wie „H2O“ und „Hände weg von Mississippi“) und „Factual Entertainment“ („Der Straßenchor“) gegeben. Zudem habe der Sender die „Formensprache des Fernsehens“ weiterentwickelt, beispielsweise mit den Erklärgrafiken im neuen Nachrichtenstudio.

    Durch die Verschmelzung mit dem Internet sieht Schächter das Fernsehen als „rückkanalfähiges“ Dialog-Medium. Daher habe der Sender verstärkt die Möglichkeiten sozialer Kommunikation in seine Programme einbezogen. Neben Chats und Foren umfasse dies auch Möglichkeiten für den Zuschauer, Angebotsinhalte mit zu gestalten und durch eigene Beiträge zu ergänzen. Im Zuge der Digitalisierung der Medienlandschaft spürt Schächter einen „wachsenden Wettbewerbsdruck“, in dem sich die Öffentlich-Rechtlichen gut behauptet hätten. Mit einem gemeinsamen Marktanteil von 43,5 Prozent im Jahr 2009 lägen die Ö-Rs im europäischen Vergleich an der Spitze der Publikumsgunst.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.de

      wunschliste.de schrieb:
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      ...
      > Im Zuge der Digitalisierung der Medienlandschaft
      > spürt Schächter einen "wachsenden
      > Wettbewerbsdruck", in dem sich die
      > Öffentlich-Rechtlichen gut behauptet hätten.


      Weiter so! Bezogen auf 3Sat und ZDFneo und ZDFtheaterkanal.
      Das Hauptprogramm reizt mich überhaupt nicht.
      • am via tvforen.de

        Schön, dass sich das ZDF wenigstens selbst toll findet.
        Es geht also weiter mit dem Weichspüler-Programm für die Kukident-Fraktion.
        • am via tvforen.de

          Blondino schrieb:
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          > Es geht also weiter mit dem Weichspüler-Programm
          > für die Kukident-Fraktion.


          Und was wäre daran so schlimm? Die 0 - 49-Fraktion schaut doch angeblich sowieso längst woanders und sollte dabei doch genügend finden, was sie zufriedenstellt. Schließlich arbeiten fast alle anderen Sender seit vielen Jahren darauf hin.
        • am via tvforen.de

          Na viel Spass noch mit Deinem Jugendwahn!
        • am via tvforen.de

          Versteht mich da nicht falsch. Ich bin absolut gegen den sog. Jugendwahn.
          Ich frage mich nur, woher das ZDF in 20 Jahren seine Zuschauer hernehmen will, wenn die derzeitigen tot sind. Denn warum sollte jemand, der heute schon nur Private schaut, später die ÖR einschalten.
          Das ZDF schaufelt sich so sein eigenes Grab, wenn nicht endlich einmal Mut zur Programm-Erneuerung gefasst wird. Aber vermutlich sind da die Greise im Rundfunk-Rat davor.
        • am via tvforen.de

          Vielleicht weil es die Privaten in 20 Jahren nicht mehr gibt?
      • am via tvforen.de

        Armes ZDF. Was da wohl das Kernkompetenzkriterium für die Stelle eines Indentanen ist? Unbedingte Realitätsfremdheit!
        • am via tvforen.de

          naja .... 3Sat ist schon ok. Aber ZDF schaue ich zunehmend weniger, stimmt schon.
          Der Mann ist aber Intendant (oder war das ein "delitake misberate" ?)

          Gruß über die Ruhr ;)
        • am via tvforen.de

          Nein, leider nicht, war einfach nr ein Rechtschreibfehler :).
          Gegen 3Sat sage ich ja gar nichts, nur was das ZDF so abliefert....

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