„The Walking Dead“: Es kommt zur Konfrontation „Von Angesicht zu Angesicht“ – Review

    Unser Recap zur elften Folge der zehnten Staffel

    Rezension von Jana Bärenwaldt – 09.03.2020, 23:00 Uhr

    Die Whisperer blasen zum Angriff

    In der neuen „The Walking Dead“-Folge „Von Angesicht zu Angesicht“ kommt es endlich zum großen Knall – zumindest zum Anfang davon. Alpha (Samantha Morton) hat genug vom Warten und bläst zum Angriff auf Hilltop. Die Gemeinde hat keine andere Wahl, als sich für den Kampf zu rüsten, obwohl sie einer Übermacht von Untoten gegenüberstehen.

    Bereits zu Beginn der Folgen stehen alle Zeichen auf Krieg. Unter der Aufsicht von Beta (Ryan Hurst) zapfen die Whisperer Bäume an, um Terpentin zu gewinnen. Bei diesem Anblick schwant einem bereits Übles, denn die Harzausflüsse sind giftig und hochentzündlich. Alpha hat ihre eigenen, schmerzhaften Methoden, um sich auf den bevorstehenden Kampf vorzubereiten. Negan (Jeffrey Dean Morgan) erhält eine Maske und setzt sich gemeinsam mit den anderen Whisperern und der Walker-Horde in Bewegung.

    In Hilltop ahnt man noch nichts von den neuesten Entwicklungen. Eugene (Josh McDermitt) führt seine Unterhaltungen mit Stephanie über das Funkgerät fort. Bei einem Gespräch stellen die beiden fest, dass ihre Communities sich wohl näher aneinander befinden, als sie zunächst angenommen haben, da sie beide den fallenden Satelliten gesehen haben. Eugene schlägt ein Treffen vor und Stephanie scheint nicht abgeneigt, erbittet sich aber Bedenkzeit.

    Aaron (Ross Marquand), Rosita (Christian Serratos), Judith (Cailey Fleming), R.J. (Antony Azor) und Gracie (Anabelle Holloway) kommen in Hilltop an. Bei ihnen ist Gamma/Mary (Thora Birch), die gerne ihren Neffen sehen würde. Earl (John Finn) und Alden (Callan McAuliffe) sind alles andere als erfreut über den Neuankömmling und denken nicht daran, sie in die Nähe des Babys zu lassen. Ezekiel (Khary Payton) bringt Carol (Melissa McBride) zurück nach Hilltop, die sich nach den Vorfällen in der Höhle zurückgezogen hatte.

    Aaron (Ross Marquand) kann Earl (John Finn) nicht von Marys (Thora Birch) ehrlichen Absichten überzeugen. AMC

    Kelly (Angel Theory), Yumiko (Eleanor Matsuura) und Luke (Dan Fogler) finden keine Ruhe bei dem Gedanken, dass Connie (Lauren Ridloff) und Magna (Nadia Hilker) noch immer in der Höhle festsitzen und wollen sich gerade auf den Weg machen, als Daryl (Norman Reedus) und Lydia (Cassady McClincy) in Hilltop ankommen. Sie informieren die anderen, dass Alpha mit ihrer Herde auf dem Weg nach Hilltop ist. Eine Krisensitzung wird einberufen, um zu entscheiden, wie nun vorgegangen werden soll.

    Während ein paar Leute wie Earl bereit zum Kampf sind, wirft Aaron ein, dass sie der Übermacht niemals gewachsen sind und viele Kinder in Hilltop leben. Zwar hat Carol durch die Explosion die Horde ein wenig dezimiert, aber es sind immer noch mehr als genug übrig, um Hilltop dem Erdboden gleichzumachen. Sie entscheiden sich, die nötigsten Dinge zusammenzupacken und nach Oceanside zu gehen. Zusätzlich entsendet Yumiko zwei Scouts, die sie vor der Ankunft der Horde warnen sollen.

    Derweil versucht Negan, Alpha ins Gewissen zu reden und sie von seinem eigenen Plan zu überzeugen. Anstatt die Einwohner von Hilltop zu töten, will er sie lieber zum Aufgeben zwingen und dazu bringen, sich ihnen anzuschließen. Alpha scheint interessiert. Die Frage ist, was Negans wahre Motivation ist. Will er unnötiges Blutvergießen verhindern und Alphas Macht vergrößern oder steht er eigentlich auf der Seite von Hilltop?

    Auf welcher Seite steht Negan (Jeffrey Dean Morgan) wirklich? AMC

    Daryl begleitet den ersten Wagen mit den Kindern. Aber schon bald müssen sie einsehen, dass eine schnelle Flucht nicht möglich ist. Sie finden die beiden Scouts tot vor und die Straße von einem umgestürzten Baum versperrt. Daryl vermutet sofort Negan hinter diesem Manöver, da er dieses mit den Saviors schon öfter angewandt hat. Er weiß, dass sie auf den anderen Straßen wahrscheinlich ähnliche Szenarien erwarten werden und sie haben keine Zeit, sich um die Straßensperrungen zu kümmern. Zudem ist der lange Aufenthalt auf offener Straße weitaus riskanter, da sie von überall aus dem Hinterhalt angegriffen werden können.

    Nun bricht in Hilltop endgültig Panik aus, denn blockierte Straßen bedeuten auch, dass von den anderen Communities keine Hilfe zu erwarten ist. Schließlich müssen sie einsehen, dass ihnen keine andere Wahl bleibt, als zu kämpfen, denn die Zeit wird knapp. So gut wie eben möglich rüstet sich die Gemeinde für den Kampf und jeder geht mit der Erkenntnis, dass sie die Nacht vielleicht nicht überleben werden, anders um.

    Es ist denkbar schlechtes Timing, aber Stephanie meldet sich bei Eugene und stimmt einem Treffen in einer Woche zu. Eugene ist vor Freude ganz aus dem Häuschen, wäre da nicht diese Horde, um die sie sich noch kümmern müssen. Als es langsam dunkler wird und Eugene ein Lied für Stephanie anstimmt, erinnert die Atmosphäre ein wenig an die Episode „Die lange Nacht“ von „Game of Thrones“. In einer Montage werden die letzten Vorbereitungen auf den Kampf gezeigt, wobei allen bewusst ist, dass sie bald einer untoten Übermacht gegenüberstehen und ihre Chancen auf Sieg mehr als schlecht aussehen.

    Judith (Cailey Fleming) hat eine Überraschung für Daryl (Norman Reedus). AMC

    Es werden klärende Gespräche geführt, Entschuldigungen und Lebewohls ausgesprochen. Carol und Ezekiel finden wieder zueinander und Ezekiel offenbart ihr seine Krankheit. Ihren Gedanken auf Rache hat sie aber trotzdem noch lange nicht aufgegeben. Gegenüber Lydia gibt sie später zu, dass sie immer noch vorhat, Alpha zu töten. Lydia entgegnet nur, dass sie das auch nicht retten wird. Später bekommt sie von Ezekiel Henrys alte Rüstung geschenkt, während Judith einem sichtlich gerührten Daryl seine reparierte Weste überreicht.

    Als auf einmal Ratten in Scharen aus dem Unterholz strömen, ist klar, dass die Horde nicht mehr weit sein kann. So wie beim Kampftraining stellen sich die Einwohner von Hilltop in Formation vor den Toren auf und warten. Zu ihrem Schutz haben sie vor sich einen elektrischen Zaun gespannt und einen provisorischen Wall errichtet. Anscheinend planen sie, so viele Beißer wie möglich zu töten, bevor sie sich hinter die Mauern von Hilltop zurückziehen.

    Als die Horde schließlich angreift, folgen eine Reihe eindrucksvoller und actionreicher Slow-Motion-Kampfszenen. Alle kämpfen Seite an Seite und geben ihr Bestes, um ihr Zuhause zu verteidigen. Allerdings halten ihre notdürftig errichteten Verteidigungslinien dem Ansturm der Untoten nicht lange stand, erst recht nicht, als die Whisperer ihre Terpentin-Bomben einsetzen und mit brennenden Pfeilen nachsetzen. Innerhalb von Sekunden steht der Wall und auch einige Einwohner Hilltops in Flammen und die Walker fangen an, durchzubrechen.

    Hilltop stellt sich Alphas Horde. AMC

    Daryl ordnet den Rückzug an, aber als sie sich umwenden, feuern die Whisperer auf die Mauern von Hilltop, die kurz darauf ebenfalls lichterloh brennen. Mit dem Terpentin an ihrem Körper können sie den Flammen nicht zu nahekommen. Sie sitzen in der Falle, genau wie die Kinder, die in Hilltop zurückgeblieben sind, einschließlich R.J. und Judith. Negan konfrontiert Alpha und will wissen, warum sie sich gegen seinen Plan entschieden hat. Alpha erwidert, dass die Einwohner von Hilltop sich ihr anschließen werden: als Walker.

    Fazit

    Die Situation, in der sich Daryl und Co. befinden, scheint ausweglos, denn sie können weder vor noch zurück. Werden sie es dennoch schaffen zu fliehen, oder wird auf einmal unerwartete Hilfe von außen kommen? Negan könnte sich immer noch als Verbündeter erweisen und sich gegen Alpha stellen, vor allem, da sich Judith und Lydia in Hilltop befinden, die er stets zu beschützen versucht hat. Irgendetwas muss auf jeden Fall passieren, sonst könnte dies das Ende von Hilltop bedeuten. Mit „Von Angesicht zu Angesicht“ nimmt „The Walking Dead“ wieder richtig Fahrt auf und macht das Warten auf die nächste Folge umso schwerer.

    Über die Autorin

    Jana Bärenwaldt entdeckte ihre Leidenschaft für Fernsehserien mit der Ausstrahlung von „The Tudors“ im deutschen Fernsehen. Bis heute ist die Historienserie eins ihrer favorisierten Genres, weswegen sie diesem Thema auch ihre Bachelorarbeit gewidmet hat. Mittlerweile schaut sie aber bunt gemischt, von Drama über Fantasy bis hin zu Anime Serien. Seit März 2016 ist Jana neben ihrem Studium der Medienwissenschaften in der Redaktion von fernsehserien.de tätig und schreibt dort hauptsächlich für TV-Serien aus dem englischsprachigen Raum.

    Lieblingsserien: The Walking Dead, Outlander, Westworld

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