„The Walking Dead“: Auftakt der elften Staffel überzeugt mit gruseligem Setting – Review

    Unser Recap zur ersten Episode der elften Staffel „Acheron (1)“

    Jana Bärenwaldt
    Rezension von Jana Bärenwaldt – 23.08.2021, 12:00 Uhr

    „The Walking Dead“: Acheron (1) – Bild: AMC
    „The Walking Dead“: Acheron (1)

    Mit dem Auftakt der elften Staffel von „The Walking Dead“ (Acheron (1)) rückt gleichzeitig das Ende der Serie ein Stück näher, da die neue Staffel zugleich die letzte wird. Man darf also gespannt sein, womit die Zombieserie in den finalen 24 Episoden aufwarten wird. In der ersten Folge geht es um eine riskante Mission, die eine ungeplante Wendung nimmt und die Gruppe vor mehr als eine gefährliche Herausforderung stellt.

    Aber, von Anfang an: Alexandria befindet sich nach wie vor in einem kritischen Zustand. Nach dem Durchmarsch von Beta (Ryan Hurst) und der Horde wurde ein Großteil der Gemeinde verwüstet, sodass die Einwohner nun ihre Kräfte bündeln müssen, um ihr Zuhause wieder neu aufzubauen. Neben dem Schaden an der Mauer und den Gebäuden gibt es aber vor allem ein großes Problem: Die Horde hat auch die Felder und damit ihre Quelle für Nahrungsmittel verwüstet. Da sich nun alle Überlebenden aus dem ehemaligen Königreich, Hilltop und der Rest von Maggies Truppe in Alexandria zusammengefunden haben, kommen auf die ohnehin schwindenden Ressourcen noch mehr hungrige Menschen.

    Die Aufräumarbeiten sind in vollem Gange. AMC

    Ihr letzter, riskanter Exkurs zu einer verlassenen Militärbasis ist zwar erfolgreich verlaufen, hat ihnen aber gerade einmal einen Aufschub von ungefähr einer Woche gewährt, bis sie wieder vor demselben Problem stehen. Maggie (Lauren Cohan) schlägt schließlich eine Mission zur alten Basis ihrer Gruppe vor – der Haken an der Sache: Diese befindet sich mittlerweile in der Hand ihrer Feinde, den Reapers.

    Viel ist bisher nicht über die Gruppe der neuen Antagonisten bekannt, außer, dass sie sowohl brutal als auch effektiv im Töten sind, da zumindest einige von ihnen einen militärischen Hintergrund mitbringen. Während Maggie mit einer kleinen Gruppe unterwegs war, überfielen die Reaper ihre Gemeinde und ließen niemandem am Leben.

    Rosita (Christian Serratos) ist nicht überzeugt und bezeichnet die Idee als Selbstmordkommando. Da hungrige Menschen aber schlecht Alexandria wieder aufbauen können, bleibt ihnen keine andere Wahl. Maggie nimmt fünf ihrer besten Leute mit, dazu Daryl (Norman Reedus), Negan (Jeffrey Dean Morgan), Gabrial (Seth Gilliam), Alden (Callan McAuliffe) und zwei weitere Einwohner Alexandrias. Selbstverständlich ist auch Dog mit von der Partie.

    Schon bald kommt es zu ersten Unstimmigkeiten. AMC

    Von Beginn an steht die Mission unter einem schlechten Stern. Die Gruppe gerät in ein schlimmes Unwetter und beschließt, dieses durch die U-Bahn-Tunnel zu umgehen. Negan, der sich am besten in der Stadt auskennt, äußert Bedenken und will den Sturm abwarten. Das ist für Maggie nur ein Grund mehr, die Route durch die Tunnel einzuschlagen. Die Anspannung zwischen den beiden, vor allem von Maggies Seite, ist fast greifbar. Die unheimliche Atmosphäre in dem verzweigten Tunnelsystem, in dem der Wind durch die Gänge heult, tut ihr Übriges, um eine schlechte Vorahnung aufkommen zu lassen.

    Eine schlechte Vorahnung beschleicht währenddessen auch Eugene (Josh McDermitt), Yumiko (Eleanor Matsuura), Ezekiel (Khary Payton) und Princess (Paola Lázaro). Sie werden von Vertretern der Gemeinde namens Commonwealth einzeln befragt, und das stundenlang. Eine schick gekleidete Frau und ein Mann im Anzug stellen Fragen von Herkunft über Schulabschluss und berufliche Laufbahn bis hin zur Krankheitsgeschichte, während Mercer (Michael James Shaw), der Anführer der Soldaten, ihnen grimmig dabei zuschaut. Die Vier beantworten alle Fragen wahrheitsgemäß, bis auf den Standort ihrer Gemeinde. Dabei geht es Ezekiel gesundheitlich immer schlechter. Später erfahren sie, dass andere Leute bereits seit neun Monaten hier festgehalten und befragt werden – und beschließen zu fliehen.

    Eugene (Josh McDermitt) Yumiko (Eleanor Matsuura), Ezekiel (Khary Payton) und Princess (Paola Lázaro) besprechen ihren Fluchtplan. AMC

    In den Tunneln der U-Bahn wird die Stimmung zunehmend gedrückter, als die Gruppe auf ein Massengrab stößt und der Teenager Gage (Jackson Pace) in letzter Sekunde von Negan vor einem Walker gerettet wird. Danach hat Negan die Nase voll und fordert erneut, dass sie sich zurückziehen sollten, da die Verantwortlichen des Massengrabs immer noch in der Nähe sein könnten. Gage und Roy (C. Thomas Howell) stimmen ihm zu. Maggie besteht darauf, dass sie Negan brauchen, um ihnen den Weg zu weisen, während Negan sie beschuldigt, ihn nur mitgenommen zu haben, um einen Grund zu finden, sich seiner zu entledigen. Maggie bestreitet nicht, dass sie stets daran denkt, Negan zu töten. Nach einiger Diskussion setzt die Gruppe schließlich ihren Weg fort.

    Die Gruppe um Eugene arbeitet derweil an ihrem Fluchtplan. Dank der besonderen Beobachtungsgabe von Princess gelingt es ihnen, die Route der Wachen vorauszusehen und sich zweier der Rüstungen zu bemächtigen. Als sie schon beinahe den Rand des Geländes erreicht haben, stoßen sie plötzlich auf eine Wand mit Fotos und Notizen von Menschen, die vermisste Freunde und Familienmitglieder suchen. Darunter findet sich auch ein Foto von Yumiko und eine Nachricht von ihrem verloren geglaubten Bruder Tomi. An Flucht ist nun nicht mehr zu denken.

    Ein Fluchtweg muss her. AMC

    Währenddessen müssen Maggie & Co. in den U-Bahn-Tunneln einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Gage und Roy haben sich mit ihren Vorräten und ihrer Munition aus dem Staub gemacht – offenbar haben die Worte von Negan Eindruck bei den beiden hinterlassen. Zu allem Übel kommen mittlerweile immer mehr Untote aus den Tunneln hinter ihnen, sodass die Gruppe gezwungen ist, sich auf eine alte U-Bahn zu retten. Dog flieht in dem plötzlich entstehenden Chaos durch einen Spalt in der Wand und Daryl folgt ihm. Maggie ist die letzte, die den Waggon erklimmt, wird aber von einem Walker am Bein gepackt und kann sich kaum noch festhalten. Negan ist der einzige, der ihre prekäre Lage mitbekommt, entscheidet sich jedoch, nicht einzugreifen. Und so endet die Folge im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Cliffhanger.

    Fazit

    In der griechischen Mythologie ist der Fluss Acheron einer der fünf Flüsse der Unterwelt, der als unüberwindbare Barriere zwischen der Unterwelt und der Welt der Sterblichen fungiert. Im Auftakt der elften Staffel von „The Walking Dead“ ist das Tunnelsystem der metaphorische Acheron, aus dem die Helden schließlich verzweifelt zu entkommen versuchen.

    Man hätte es fast nicht mehr für möglich gehalten, aber mit dem Setting in der U-Bahn hat die Serie es geschafft, einen neuen Schauplatz zu etablieren, der seine gruselige Wirkung nicht verfehlt. Die schaurige Atmosphäre in den verzweigten Tunneln, bei denen hinter jeder Ecke eine neue Gefahr lauern könnte, lässt sich nicht von der Hand weisen und sorgt für viele spannende Momente.

    Dabei lauert die Gefahr jedoch nicht nur in den dunklen Ecken der Tunnel, sondern auch in der von Misstrauen zerrütteten Gruppe. Die angespannte Stimmung zwischen Maggie und Negan erreicht einen neuen Höhepunkt und es sieht so aus, als würde Negan die verzweifelte Maggie wirklich ihrem Schicksal überlassen.

    Auch die Handlung im Außenposten des Commonwealth nimmt endlich Fahrt auf und kann mit immer wieder neuen Wendungen unterhalten. Von den Schwächen der Bonus-Episoden ist kaum mehr etwas geblieben.

    Insgesamt ein überzeugender Staffelauftakt, der Lust auf mehr macht und Hoffnung für die finale Staffel von „The Walking Dead“ aufkommen lässt!

    Über die Autorin

    Jana Bärenwaldt entdeckte ihre Leidenschaft für Fernsehserien mit der Ausstrahlung von „The Tudors“ im deutschen Fernsehen. Bis heute ist die Historienserie eins ihrer favorisierten Genres, weswegen sie diesem Thema auch ihre Bachelorarbeit gewidmet hat. Mittlerweile schaut sie aber bunt gemischt, von Drama über Fantasy bis hin zu Anime Serien. Seit März 2016 ist Jana neben ihrem Studium der Medienwissenschaften in der Redaktion von fernsehserien.de tätig und schreibt dort hauptsächlich für TV-Serien aus dem englischsprachigen Raum.

    Lieblingsserien: The Walking Dead, Outlander, Westworld

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