„Traveltainment“ statt Filme: Wann sich ProSieben von seinen Sonntags-Blockbustern trennt

    Mit Verona Pooth, Wigald Boning, Thomas Hayo und Co. in ferne Länder

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 15.08.2022, 12:14 Uhr

    "Traveltainment" statt Filme: Wann sich ProSieben von seinen Sonntags-Blockbustern trennt – Mit Verona Pooth, Wigald Boning, Thomas Hayo und Co. in ferne Länder – Bild: ProSieben/Adobe Stock/Johannes Müller

    Im Mai kündigte ProSieben-Senderchef Daniel Rosemann an, das Programm am Sonntagabend komplett zu revolutionieren. Jahrelang wurden dort zur Primetime um 20:15 Uhr Hollywood-Blockbuster gezeigt, doch damit ist bald Schluss. In wenigen Wochen übernehmen neue Eigenproduktionen den Sendeplatz, die ProSieben als „Traveltainment“ bezeichnet und die allesamt eines gemeinsam haben: Sie nehmen die Zuschauer mit in ferne Länder, um ihnen eine Portion Eskapismus zu bieten, bevor sie in die neue Arbeitswoche starten. Jetzt steht fest: Den Anfang macht ab dem 18. September die vierteilige Sendung „Local Hero“.

    Darin werden pro Folge jeweils Prominente auf einen „weltweiten Crashkurs der spannendsten Traditionen und skurrilsten Bräuche“ geschickt. Sie treten in einem außergewöhnlichen Landesduell gegeneinander an und tauchen in Kultur, Land und Leute rund um den Globus ein. Vor Ort erhalten die Promis von einheimischen Experten, den sogenannten „Local Coaches“, den ultimativen Crashkurs über Gepflogenheiten ihres Landes und Aufgaben rund um Land und Leute, die es nicht unbedingt in jedem Reiseführer gibt.

    Zum Auftakt müssen Choreografin Nikeata Thompson und Journalist Jenke von Wilmsdorff in Mexiko als Mariachis auftreten und das traditionelle Ballspiel Ulama erlernen. Eine Woche später (25. September) sollen die Schauspieler Edin Hasanović und Ken Duken in Schottland die landestypische Spezialität Haggis kochen und die Highland Games bestreiten. Am 2. Oktober geht es für Werbe-Ikone Verona Pooth und Komiker Wigald Boning nach Thailand, wo sie sich als Tuk-Tuk-Kurier beweisen müssen und sich auf einem Floating Market einem kulinarischen Test unterziehen.

    Im Staffelabschluss am 9. Oktober stellen sich die beiden GNTM-Juroren Thomas Hayo und Michael Michalsky in Japan einem Samurai-Wettkampf mit einem japanischen Meister und machen sich mit dem popkulturellen Trend des Cosplays vertraut. Wer meistert die Herausforderungen am besten und wer besteht die meisten Aufgaben? Wer stellt sich den Traditionen und gewinnt als „Local Hero“ am Ende Ruhm, Ehre und eine unbezahlbare Verewigung im jeweiligen Land?

    Auch nach „Local Hero“ will ProSieben seine Zuschauer an den Sonntagen künftig mit auf weitere prominente Entdeckungstouren nehmen. Bereits vorgestellt wurden die Formate „Mission: Job Unknown“, „World Most Dangerous Roads“ und „Country Challenge“, die ebenfalls auf das Prinzip „Promis müssen in fremden Ländern Aufgaben erfüllen“ setzen (fernsehserien.de berichtete). Ein Stück weit erinnern diese neuen Produktionen natürlich an Erfolgsformate wie „Das Duell um die Welt“ und „Kitchen Impossible“.

    Wir wollen mit unseren neuen Sonntagabendprogrammen das Wochenendgefühl verlängern, begründet ProSieben-Chef Daniel Rosemann die neue Ausrichtung am Sonntagabend. Deswegen haben unsere ersten vier Sonntagssendungen alle ähnliche Bestandteile: Unsere Zuschauer:innen können in den neuen Formaten am Sonntagabend Prominente zu Sehnsuchtsorten begleiten. Große Bilder, spannende Geschichten, Aufgaben und Erlebnisse – einfach Wegträumen zum Wochenausklang.

    Der Sonntag wird somit ab September der fünfte Abend der Woche, den ProSieben mit eigenproduzierten Formaten bestückt. Lediglich der Freitagabend bleibt für Lizenzfilme und der Montagabend für Lizenzserien übrig. Den Schritt, sich ausgerechnet jetzt von den traditionellen Blockbustern am Sonntag zu trennen, begründete Rosemann damit, dass bedingt durch die Corona-Pandemie in den vergangenen zwei Jahren nur wenig neue Filme in Hollywood produziert werden konnten und es deshalb in naher Zukunft nur wenig frischen Nachschub geben wird. Da Filme meist erst zwei Jahre nach Kinostart ins Free-TV kommen, werde sich dort der Corona-Effekt verzögert auswirken. Außerdem habe man sich im eigenen Haus oft Konkurrenz gemacht, da sonntags bislang oft zeitgleich in Sat.1 und auf ProSieben US-Filme zu sehen waren.

    Ein weiterer, nicht offiziell genannter Grund für das Aus der Filme am Sonntag dürfte allerdings sein, dass diese zuletzt längst nicht mehr der Garant für Topquoten waren, wie das in Zeiten vor Streaming und On Demand noch der Fall war. Anstatt sich etwa mal in anderen Ländern nach Filmen umzusehen oder gar selbst welche zu produzieren, setzt ProSieben ab September auf eine gänzlich andere Programmfarbe.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1969) am

      Der nächste Sender der dann ständig nur solchen Quatsch bringt! Promi-kochen,backen, reisen,singen tanzen,modeln usw.! Echt abartig und nervig! wobei bei vielen über den Promistatus sich man mal Gedanken machen müßte! Irgend welche 3.klassischen Möchtegernstars die irgend wann mal bisschen Influencer spielen! Der nächste Sender wo ich mich dann an diesem Abend verabschiede!
      • (geb. 1961) am

        Noch mehr so ein Mist, es gibt fast nur noch Unterhaltungssendung. Naja, ein Glück, es gibt noch Amazon, Netflix und Co.
        • (geb. 1967) am

          nun, dann kann sich die ard freuen, dann kommen weitere zuschauer zum tatort hinzu!! WEr guckt sich denn bitte diesen Mist am Sonntag um 20.15 an???
          • (geb. 1967) am

            Und damit geht die Reihe von Megaflops bei Pro7 weiter. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen dass die Zuschauer für solche Sendungen Sonntags Abends einschalten werden. Wenn dann nach der Sommerpause die beliebtesten ARD Tatorte wieder laufen wird das Programm von Pro7 endgültig einbrechen. RIP Pro 7 !!!
            • am

              Galileo trifft Joko & Claas und gehen auf Traumschiffreise.
              Ist es so schwer, zu verstehen, das solche "Wir schicken Promis auf XY und Z zu machen"-Dings ausgelutscht sind? Glauben die echt, das man sich am Sonntag Abend sowas rein zieht?
              Das man die Blockbuster da nicht bringt, ist nachvollziehbar. Das man aber gerade diese Filme nach ihrer Erstausstrahlung bis zum erbrechen dann in den folgenden Wochen und Monate wiederholt, ist auch Sinnfrei.
              Wenn man schon eine solche Sendung konzepiert, dann bitte ohne Battle und Aufgabenstellung. Laßt sie die Traditionen erforschen (durchaus auch mal absichtlich was falsch machen, damit der Zuschauer was lernt). Ähnlich wie beim Schwestersender Kabel Eins mit "Achtung Abzocke". Da kriegt man was geboten, lernt etwas und das hämnische "Mir wäre das nicht passiert" darf auch nicht fehlen.
              • (geb. 1960) am

                Auch Pro7 merkt nun, dass die Zuschauer die Blockbuster lieber streamen. Durch Werbeblöcke (7 Minuten Biopausen alle 30 Minuten) zieht sich ein normaler Spielfilm in unerträgliche Längen. Montag ist ein normaler Arbeitsstag und man muss früh aufstehen.


                Oder wenn dann kurzfristig die Spielfilme ohne aktuellen Grund (14.08.2022 RTL2 ersetzt Aushilfsgangster durch Apollo) wird auch das letzte Fass zum Überlaufen gebracht.



                Serien werden mittendrin abgesetzt oder auf einen anderen Sendetermin verlegt (Info z.B. im Videotext oder Internet wann
                • am

                  der nächste Rosemann Flop......man kann nur hoffe das er bald gefeuert wird als pro7/sat1 Chef........
                  • (geb. 1978) am

                    Deutsche B- und C-Promis, die typische Länderklischees nachstellen, sollen mehr Quote bringen als Hollywood-Blockbuster? Das erscheint mir ein ziemlich ambitionierter Plan zu sein. Da kann Herr Rosemann nur froh sein, dass die Konkurrenz mit 0815-Tatorten, Herzschmerz-Filmchen und NFL-Dauerwerbesendungen nicht allzu groß ist.
                    • am

                      Das können dann alle in ihrer kalten Wohnung sehen, die sich wegen der Energiekosten auch keinen Urlaub mehr leisten können.
                      • am

                        "...arm und ein bisschen fettleibig" ;-)

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