„The Voice“: John de Mols neues Castingshow-Konzept

    NBC konkurriert ab April mit „American Idol“

    Michael Brandes – 01.03.2011

    Die zehnte Staffel von „American Idol“ geht ab heute in ihre heiße Phase: CBS zeigt die erste Live-Show mit den verbliebenen 24 Gesangstalenten, die von den Juroren Jennifer Lopez, Aerosmith-Sänger Steven Tyler und Musikproduzent Randy Jackson im Recall auserwählt worden sind. Das mittlerweile von Verschleißerscheinungen gezeichnete Casting-Format, das hierzulande als „DSDS“ bekannt ist, ist zwar noch immer die beliebteste Show im US-Fernsehen, doch in diesem Jahr gibt es Konkurrenz. Die britische Erfolgsshow „The X-Factor“ wird ab Herbst erstmals im US-Fernsehen zu sehen sein. FOX zeigt die US-Version mit Simon Cowell ab Herbst und will damit neben dem hauseigenen „American Idol“ eine weitere Casting-Erfolgsshow etablieren.

    Doch auch die Konkurrenz startet einen Angriff auf „American Idol“. Am 26. April beginnt bei NBC „The Voice“, die neue Gesangs-Show des „Big Brother“-Erfinders John de Mol. Unter dem Titel „The Voice of Holland“ debütierte die Show im vergangenen Jahr erfolgreich beim niederländischen Sender RTL 4. Verkauft wurde das junge Format bislang in die USA, die Ukraine und nach Belgien.

    Von „American Idol“ und „X-Factor“ will sich das von Late-Night-Talker Carson Daly moderierte „The Voice“ vor allem durch einen bestimmten Punkt unterscheiden: Das Aussehen der Kandidaten soll keine Rolle spielen. Vier bekannte Vertreter der Musikszene bilden in „The Voice“ keine Jury, sondern eigene Teams, die sie jeweils als Coach und Mentor betreuen. Beim Casting stellen sie ihr persönliches Team zusammen ohne dabei die Teilnehmer sehen zu können. Sie sitzen mit dem Rücken zur Bühne und müssen allein aufgrund der Stimmen ein Urteil fällen. Wer eines der Gesangstalente für sein Team auswählen will, drückt ein Knopf. Daraufhin dreht sich der bewegliche Stuhl des Coaches automatisch in Richtung Bühne. Falls mehrere Coaches bei einem Casting-Talent den Knopf drücken, darf sich der Umworbene seinen Coach selbst auswählen.

    Nachdem alle Teams vollständig sind, beginnt die „Battle“-Phase. Die Teammitglieder werden von ihrem jeweiligen Coach betreut und trainiert und müssen schließlich zu teaminternen Gesangsduellen antreten. Dabei singen jeweils zwei Kandidaten vor einem Studio-Publikum den gleichen Song. Die Coaches entscheiden, wer von beiden die nächste Runde erreicht. In der dritten Phase, den Live-Shows, wird dieses Prinzip fortgesetzt. Nun entscheidet allerdings das Publikum. Im Finale treten dann die vier Sieger der einzelnen Gruppen gegeneinander an. Der Finalsieger darf sich mit dem Titel „The Voice“ schmücken und erhält neben einem Plattenvertrag auch 100.000 US-Dollar.

    NBC zeigt „The Voice“ vom 26. April an jeweils dienstags im Doppelpack mit „The Biggest Loser“. Man darf gespannt sein, ob die Show auch den Weg nach Deutschland findet. Zumindest für die ProSiebenSat.1-Gruppe wäre „The Voice“ eine Möglichkeit, mit den RTL- und VOX-Formaten „DSDS“ und „X Factor“ in Konkurrenz zu treten.

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