„The Tick“: Netflix überrascht mit gleich zwei neuen Superheldencomedys

Serien von 2001 und 2016 kommen ins Angebot

Bernd Krannich
Bernd Krannich – 07.07.2026, 12:39 Uhr

„The Tick“ – Bild: Amazon Studios
„The Tick“

Schräger Superhelden-Doppelschlag bei Netflix: Ab dem 15. Juli nimmt der Dienst die beiden Staffeln der bisherigen Amazon-Serie „The Tick“ ins Angebot auf; zuvor kommt schon am 8. Juli eine frühere Serienadaption ins Angebot, die im Jahr 2001 beim US-Sender FOX gelaufen war und hierzulande bisher noch nicht ausgestrahlt wurde – sie heißt ebenfalls „The Tick“.

Beide Formate basieren auf einer Comicvorlage von Ben Edlund, die ab 1988 als Satire auf eher klassische Superheldenformate veröffentlicht wurde. Im Zentrum steht einerseits The Tick, ein Mann in einem blauen Käfer-Kostüm: Er verfügt über gewaltige Kraft und Sprungfähigkeit, ist nahezu unzerstörbar, hat aber andererseits sein Gedächtnis verloren – daher tritt er mit einem recht simplen Weltbild auf. In dieser Welt sind Superhelden und Superschurken keine Seltenheit. Dem einfachen Büroangestellten Arthur mangelt es an Superfähigkeiten, er will aber gerne ein Superheld werden und hat sich daher einen Superheldenanzug zugelegt, der an eine Motte erinnert.

Ab 1994 wurde als Nachfolger zu den Comics eine Animationsserie veröffentlicht, die es beim Sender FOX Kids auf drei Staffeln und 36 Folgen brachte.

FOX-Serie

Im Jahr 2001 war der damals noch jüngere US-Sender FOX auf der Suche nach ungewöhnlichen, aufsehenerregenden Serienstoffen und schickte daher „The Tick“ als Realserie an den Start. Patrick Warburton („Rules of Engagement“, Originalsprecher von Polizist Joe Swanson in „Family Guy“) schlüpfte ins Käfer-Kostüm. The Tick hatte ursprünglich an einer Busstation für seine eigene Version von Recht und Ordnung gesorgt. Nach dem Fund eines Bustickets ging er in die Großstadt The City, wo er Arthur (David Burke) traf. Weitere Hauptrollen haben Liz Vassey als Captain Liberty und Nestor Carbonell als Batmanuel (Anspielung auf Batman).

Barry Sonnenfeld („Men in Black“) hatte den Serienpiloten inszeniert. Nach nur neun ausgestrahlten Folgen war Schluss.

Amazon-Adaption

Im Jahr 2016 präsentierte das damalige Amazon Video einen Serienpiloten zu seiner „The Tick“-Neuauflage, nach dessen Erfolg eine erste Serienstaffel bestellt wurde (damals machte man das bei Amazon noch so).

Hier übernahm der Engländer Peter Serafinowicz die Titelrolle als blauer Superheld. Arthur wurde von Griffin Newman gespielt.

Hier kommt zur Figur Arthur hinzu, dass sein Vater bei einem Auftritt eines Superschurken vor Jahren ums Leben gekommen war, was bei Arthur ein großes Trauma hinterließ. Als er nun über Hinweise stolpert, dass dieser Superschurke insgeheim seine Stadt unterwandert, macht sich der recht unbeholfene Arthur an die Arbeit. Das ist einerseits lebensgefährlich, denn Arthur hat keine Kräfte. Andererseits befürchtet sein Umfeld, dass Arthur als Spätfolge des Todes seines Vaters den Verstand verloren hat, als er von der Rückkehr des Superschurken berichtet. Mithilfe von The Tick und eines außerirdischen Anzugs (Aerial Defense Suit) kann sich Arthur etablieren.

Weitere Rollen haben unter anderem Valorie Curry (Firecracker in „The Boys“) als Arthurs Schwester Dot, eine Rettungssanitäterin; Brendan Hines („Lie to Me“) als mächtiger, mysteriöser Superheld Superian; Yara Martinez („Jane the Virgin“) als Superschurkin und Unterweltagentin Ms. Lint; Scott Speiser als Overkill. Dazu kommt Alan Tudyk („Resident Alien“) als (Original-)Stimme des Bordcomputers von Dangerboat.

Sony Pictures Television hat im Auftrag von Prime Video insgesamt zwei Staffeln mit 22 Episoden von „The Tick“ hergestellt. Während die Serie seit den Staffelveröffentlichungen (2017 und 2019) exklusiv bei Prime Video zu finden war, ist nun augenscheinlich die vertragliche Exklusivität ausgelaufen.

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