Starregisseur Helmut Dietl im Alter von 70 Jahren gestorben [UPDATE]

    Schöpfer von „Monaco Franze“, „Kir Royal“ und „Schtonk!“

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 30.03.2015, 16:58 Uhr

    Helmut Dietl – Bild: BR
    Helmut Dietl

    Der erfolgreiche Drehbuchautor und Regisseur Helmut Dietl ist tot. Nach Informationen der Wochenzeitung Die Zeit und des Bayerischen Rundfunks starb der bedeutende Film- und Fernsehschaffende am Montagmittag im Alter von 70 Jahren in seiner Münchner Wohnung im engsten Familienkreis. Im November 2013 wurde bekannt, dass er schwer an Lungenkrebs erkrankt ist. Zunächst stand er einer Chemotherapie oder Bestrahlung skeptisch gegenüber, später hatte er sich dennoch einer Behandlung unterzogen.

    Helmut Dietl wurde am 22. Juni 1944 im oberbayerischen Bad Wiessee geboren und wuchs in München auf. Nach dem Abitur kam er als Aufnahmeleiter zum Fernsehen und arbeitete später an den Münchner Kammerspielen als Regieassistent. Bereits für seine erste TV-Produktion, die „Münchner Geschichten“ um den „Tscharlie“ (Günther Maria Halmer) und Oma Häusler (Therese Giehse), erhielt er 1976 seinen ersten Grimme-Preis. Es folgten die Kultserien „Der ganz normale Wahnsinn“ (1979/​80), „Monaco Franze“ (1983) und die ebenfalls Grimme-prämierte Serie „Kir Royal“ (1986), mit der der „Meister der Satire“ seiner Heimatstadt München ein Denkmal setzte.

    In den 1990er Jahren überzeugte Dietl Kritiker und Zuschauer mit seinen Filmen auf der großen Leinwand. Zu seinen erfolgreichsten Werken zählen „Schtonk!“, eine Persiflage auf die Affäre um die Veröffentlichung der Hitler-Tagebücher, die Komödie „Rossini oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“ und die Mediensatire „Late Show“. Seine Beziehung mit Schauspielerin Veronica Ferres, mit der er von 1990 bis 1999 liiert war, verarbeitete er in dem Film „Vom Suchen und Finden der Liebe“ (2005). Sein letzter großer Kinofilm „Zettl“, den er gemeinsam mit Benjamin von Stuckrad-Barre schuf, erschien im Jahr 2012.

    2007 gab Dietl das Rauchen auf, im selben Jahr erlitt er einen Schlaganfall. Nachdem er 2013 die Diagnose für Lungenkrebs erhielt, meinte Dietl gegenüber der Zeit: „Wenn man bedenkt, wie viel ich geraucht habe, dann ist es geradezu ein Wunder, dass es so lange gut gegangen ist.“

    Ende letzten Jahres hatte Helmut Dietl einen seiner letzten öffentlichen Auftritte bei der „Bambi“-Verleihung, wo er für sein Lebenswerk geehrt wurde. In seiner Dankesrede äußerte er sich mit makabrem Witz: „Die Akademie musste sich in meinem Fall besonders beeilen, denn einen Lebenswerk-Preis kann man nur dann erfolgreich verleihen, wenn der Lebenswerkler während der Preisverleihung noch am Leben teilnimmt.“

    Helmut Dietl hinterlässt seine Ehefrau Tamara, eine gemeinsame Tochter im Schulalter, sowie zwei weitere, erwachsene Kinder aus früheren Beziehungen.

    UPDATE: Das Erste ändert zu Ehren von Helmut Dietl am Donnerstag, 2. April, sein Programm und zeigt um 23:00 Uhr den Film „Rossini oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“. Der ursprünglich für diese Sendezeit geplante Film „Die Flucht – Teil 2“ läuft nun bereits am Mittwoch, 1. April, um 00:50 Uhr im Anschluss an den ersten Teil.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      Vor allem seine Serien 'Münchner Geschichten', 'Monaco Franze' und 'Kir Royal' sind unvergesslich und längst Teil des münchner Images. Äußerlich mag aufgrund des Alters der Serien ein zunehmend historischer Charakter der Serien erkennbar werden. Doch andere Dinge scheinen immergleich, z. B. die Gentrifizierung von Charlies Stadtteil anno 1974 und der Mietwahnsinn in Deutschlands teuerster Stadt anno 2015. Dietls Serien waren lustig, aber nie dumm, und so besitzt etwa die Darstellung menschlichen und allzu menschlichen Verhaltens eine immerwährende Gültigkeit.
      Für mich standen die Serien immer über den Filmen von Dietl, von denen mir sein erster noch am besten gefallen hat. Leider hat er nach 1986 keine Serie mehr gemacht. Andererseits ist das so besser als hätte er Flops geliefert; diese hat er sich für seine Filme aufgehoben. Nichtsdestotrotz waren auch seine Filme nicht dumm, aber Dietl war eben ein Spezialist für die Darstellung münchner Lebens - Veränderung ist wie Fortschritt oder Wachstum eben nicht per se gut, sonst wäre auch das Ding in seiner Lunge, an dem er leider jetzt schon starb, gut gewesen.
      Danke, und RIP, Helmut.
      • am via tvforen.de

        Kir Royal war genial und mit das Beste, das je für das deutsche Fernsehen produziert wurde.
        Dietls leichter, eleganter und damit so undeutscher Humor war einfach großartig. Wir brauchen mehr wie ihn.
        • am via tvforen.de

          Ich hatte sehr gehofft das Er es doch schafft , obwohl ich schlimmes befürchtete .

          Alleine durch Kir Royal hat er mir einige der herrlichsten und witzigsten Momente im TV geschenkt . Alleine die "Heinrich Haffenloher" Szene ist göttlich ! ! !

          Danke für alles !


          Gruß

          Sir Hilary
        • am via tvforen.de

          Mario Adorf war einfach großartig in der Rolle.
        • am via tvforen.de

          Absolut genial ! So , und jetzt sach Heini zu mir..,-)

          Übrigens hat mich Dielt vom Aussehen immer an den reiferen Al Pacino erinnert . Er hat sich auch ähnlich gekleidet , er war sich der Ähnlichkeit sicher bewusst...
        • am via tvforen.de

          SpockskleinerBruder schrieb:
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          > Kir Royal war genial

          Meine Lieblingsfolge ist unverändert die mit dem Paris-Besuch.
        • am via tvforen.de

          Sir Hilary schrieb:
          -------------------------------------------------------
          > Absolut genial ! So , und jetzt sach Heini zu
          > mir..,-)

          Scheißt du ihn dann auch mit Geld zu? ;-)
        • am via tvforen.de

          Ja, ich kauf Ihm ne Villa, da stell ich ihm noch ne Ferrari davor , dann schick ich Cash im Koffer , dat schickt er zurück- 1 mal , 2 mal - vielleischt sojahr en dritttes mal - aber ich schick jedes mal mehr . und irjendwann ,da is er so mürbe und dann hab isch ihn, dann is er mein Knecht...,-))
      • am via tvforen.de

        Das tut mir leid.
        Er hat uns gezeigt, dass leichte Unterhaltung auch gut sein kann.
        Habe alles von ihm gern gesehen.

        Migge
        • am via tvforen.de

          Migge schrieb:
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          > Das tut mir leid.
          > Er hat uns gezeigt, dass leichte Unterhaltung auch
          > gut sein kann.
          > Habe alles von ihm gern gesehen.
          >
          > Migge


          Dem schließe ich mich an.
      • am via tvforen.de

        Der Regisseur Helmut Dietl ist heute an Lungenkrebs gestorben. Er wurde 70 Jahre alt.

        Von ihm waren z.B. Monaco Franze, Schtonk und Kir Royal.

        [url]http://www.zeit.de/kultur/film/2015-03/helmut-dietl-ist-gestorben[/url]

        Mein Beileid den Angehörigen und Freunden.

        TVMaster74

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