„Star Wars“: Obi-Wan-Kenobi-Serie wird aufgeschoben

    Drehbuchautor wird ersetzt, eventuell weniger Episoden

    Bernd Krannich – 24.01.2020, 11:45 Uhr

    Ewan McGregor als Obi-Wan Kenobi

    Nach dem Erfolg mit „The Mandalorian“ für Kathleen Kennedy, Lucasfilm und Disney kommt nun der nächste Rückschlag: Die unlängst angekündigte Serie um den Jedi Obi-Wan Kenobi hat sich vom Autoren (und den bisherigen Drehbüchern) getrennt. Der für 2020 anvisierte und schon in Vorproduktion befindliche Start der Dreharbeiten ist bis auf weiteres aufgeschoben, wie es unter Berufung auf dafür bereits in London angeworbene Mitarbeiter heißt, denen wieder abgesagt wurde.

    Im August war die neue Serie, in der Ewan McGregor erneut in die Titelrolle schlüpfen sollte, feierlich angekündigt worden. Hossein Amini („McMafia“) sollte die Drehbücher für eine sechsteilige Serie entwickeln. Nach Abgabe der ersten beiden Drehbücher wurde sein Ansatz dann zurückgewiesen. Laut The Hollywood Reporter hätte Obi-Wan in der Geschichte seine Hand schützend über den jungen Luke und/oder Leia ausgestreckt. Regisseurin Deborah Chow (etwa Folge 3 und 7 von „The Mandalorian“) ist weiterhin an Bord.

    Die Handlung der möglichen nächsten Geschichte für Obi-Wan war für Fans immer ein bisschen ein Knackpunkt – vor der Serienankündigung war das Projekt schon länger als Film angedacht gewesen. Denn in den Filmen war etabliert worden, dass sich Obi-Wan nach „Star Wars – The Clone Wars“ nach Tatooine zurückgezogen hatte, um dort bei dem bei Onkel Owen und Tante Beru aufwachsenden Luke zu wachen. Das Imperium wusste bis zum Film „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ nichts von Luke. Fans fanden es einerseits unrealistisch, dass Obi-Wan seinen wichtigen Job aufgeben würde, um abseits von Tatooine ein Abenteuer zu erleben und andererseits, dass auf Tatooine Raum für eine große Handlung wäre. Obwohl der Jedi – laut Comics – anfangs Kontakt mit Lukes Familie hatte (er hatte den Säugling ja auch dort hingebracht), hielt er sich später von deren Farm fern. Im Rahmen der Animationsserie „Star Wars Rebels“ war die Konfrontation von Obi-Wan mit einem alten Gegenspieler abgehandelt worden, der ihn aber erst auf Tatooine aufspüren musste.

    Im Gegensatz zu Disneys anderer großer Erwerbung, Marvel, stand Lucasfilm mit „Star Wars“ immer im Schatten. Seit dem Abtritt von George Lucas führt bei Lucasfilm Kathleen Kennedy die Geschicke. Im lautstarken Fandom war sie nie gut gelitten und jeder Rückschlag wurde hämisch bedacht, immer wieder ihre berufliche Zukunft in Frage gestellt.

    Rückschläge gab es einige. „Vorwürfe“ umfassten etwa, dass „Das Erwachen der Macht“ zu stark an „Eine neue Hoffnung“ erinnerte, der inhaltliche Bruch zwischen „Das Erwachen der Macht“ und „Die letzten Jedi“ (und jetzt wieder zu „Der Aufstieg Skywalkers“), dazu die Tatsache, dass sowohl bei „Rogue One: A Star Wars Story“ und „Solo: A Star Wars Story“ die Regisseure mittendrin getauscht wurden und dass diese Filme (im Gegensatz zu den MCU-Filmen) an der Kinokasse schwach abschnitten. So schwach, dass angedachte Kinofilme um Boba Fett und auch Obi-Wan nun eben in Serienform umgesetzt werden (wobei Boba Fett zu „The Mandalorian“ mutierte).

    Man kann es als Stärke oder Schwäche ansehen, dass nun die Ausarbeitung eines Drehbuchs zurückgewiesen wurde – einerseits sollten die inhaltlichen Vorgaben zuvor abgesprochen sein, andererseits ist es natürlich besser, mit der Produktion zu warten, bis man vom Drehbuch überzeugt ist.

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