VIVA Forever – ein Sender, der mehr als nur Musikfernsehen war

    Ausführlicher Rückblick auf die Geschichte von VIVA

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 30.12.2018, 09:00 Uhr (erstmals veröffentlicht am 22.12.2018)

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    VIVA Forever - ein Sender, der mehr als nur Musikfernsehen war – Ausführlicher Rückblick auf die Geschichte von VIVA

    Genre-Formate für Musikliebhaber

    Neben Mainstream-Musikclipstrecken wie „Planet VIVA“ oder auch „Käpt’n Mola“ legte VIVA gerade in der Anfangszeit Wert auf Vielfalt und spendierte Musikfans eigene Genre-Sendungen aus unterschiedlichen Stilrichtungen. Es gab „Wah Wah“ mit Phil Daub und Markus Kavka, „Metalla“ mit Yvonne Ducksworth und Adam Turtle für Metalfans, „Housefrau“ mit Sabine Christ und Mate Galic für House-Anhänger, „Freestyle“ mit Torch und „Mixery Raw Deluxe“ mit MC Rene für Hip-Hop-Fans. Daisy Dee meldete sich in „Club Rotation“ aus dem Tarm Center Frechen und präsentierte Tracks für Techno-Jünger. Der „VIVA Wecker“ war in den 90ern noch ein von Shirin Valentine moderiertes Morgenmagazin, Nadine Krüger stellte in „Film ab“ die neuesten Kinostarts vor, in „Was geht ab?“ moderierten Aleksandra Bechtel und Matthias Opdenhövel die neuen Musikvideos der Woche an und im „Nite Club“ spielten Bands exklusive Clubkonzerte.

    Mit „Heikes Hausbesuch“ hatte VIVA zudem eine Sendung im Programm, in der Heike Makatsch sich mit Künstlern wie Falco, Dieter Bohlen und Udo Lindenberg in Bars und Cafés traf oder sie zu Hause besuchte, um in intimer Atmosphäre über deren Leben, Karriere und Zukunftspläne zu sprechen. „JAM“ war eine von Rudi Dolezal und Hannes Rossacher produzierte Reihe an hochwertigen Musikdokumentationen, in der jeweils ein Künstler oder eine Band porträtiert wurde. Und Tobi Schlegl entdeckte in der Personalityshow „kEwl“ erst sein komödiantisches Talent und verband in der abgedrehten Show „Das jüngste Gericht“ Kochen mit Anarchie.

    COMET – Ein eigener Preis für VIVA

    VIVA war in seiner Hochphase derart populär, dass für den Sender sogar ein eigener Musikpreis namens „Comet“ ins Leben gerufen wurde. Wie bei den „MTV Video Music Awards“ wurden von 1995 bis 2011 Künstler geehrt, die bei den VIVA-Fans besonders beliebt waren. In unterschiedlichen Kategorien wie „Video National/International“, „Newcomer“, „Live-Act“, „Rock“, „Dance“ oder „Hiphop“ wurden die Preisträger vom Publikum bestimmt, die in der jährlichen Verleihung in einer großen Arena ihre Trophäen entgegennahmen. Zeitweise gab es Kooperationen mit anderen Fernsehsendern. So war von 1999 bis 2002 das ZDF Medienpartner, 2005 wurde der Preis zusammen mit ProSieben ausgerichtet. Von 2005 bis 2008 wurde der Super-Comet als größte Ehrung vergeben. Unter allen Preisträgern des Abends bestimmten die Zuschauer während der Show per Telefon den beliebtesten Comet-Künstler. Jedes Mal gewann die Band Tokio Hotel diese Abstimmung.

    Top 100 – Der Dauerbrenner von VIVA

    Das längste überlebende Format in der Geschichte von VIVA sind die „Top 100“. In den 1990er Jahren stets zum festen Termin (freitags um 21 Uhr) präsentierte in den meisten Fällen Mola Adebisi die Neueinsteiger und erfolgreichsten Plätze der wöchentlich neu erschienenen Single-Charts – damals wirklich noch repräsentativ basierend auf den meistverkauften Einheiten physischer Maxi-CDs.

    Wer nicht bis abends warten wollte, schaute ab Freitagmittag gespannt in den VIVA-Videotext, wo ab Seite 150 alle 100 Plätze aufgelistet wurden. Trotz des sich verändernden Seh- und Konsumverhaltens haben sich die „Top 100“ bis zum Schluss im VIVA-Programm gehalten.

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