Amazon: Die sechste Pilotseason bei Amazon (November 2015)

    „Edge the Loner“, „One Mississippi“, „Good Girls Revolt“ und mehr – von Bernd Krannich

    Ab dem 5. November ruft der Video-on-Demand-Dienst Amazon bereits zum sechsten Mal seine Kunden in den USA, Großbritannien, Deutschland und neuerdings auch Japan dazu auf, die Meinung zu den neuen Serienpiloten des Anbieters kund zu tun.

    Am Vorabend der neuen Pilot-Season machte der VoD-Anbieter die bereits zuvor durchgedrungene Serienbestellung für „Sneaky Pete“ offiziell. Zu „Casanova Untold“ gibt es derweil eine Neuigkeiten: Die Serie befindet sich nach der Bestellung einiger zusätzlicher Drehbücher weiterhin in der Prüfphase.

    Wie in bisherigen Durchläufen der „Pilot-Season“ stellt Amazon über sein Video-Angebot die jeweiligen Serienpiloten online. Die Kunden können die Pilotfolgen anschauen und ihre Kommentare abgeben. Aufgrund der Rückmeldung entscheidet Amazon über die Bestellung.

    Serienpiloten für erwachsene Zuschauer
    1 – „American Patriot“
    2 – „Edge the Loner“
    3 – „Good Girls Revolt“
    4 – „Highston“
    5 – „One Mississippi“
    6 – „Z: The Beginning of Everything“

    Piloten für Kinder im Vorschulalter
    7 – „If You Give a Mouse a Cookie“
    8 – „The Numberlys“

    Piloten für Kinder zwischen 6 und 11
    9 – „Danger & Eggs“
    10 – „Eddie of the Realms Eternal“
    11 – „Everstar“
    12 – „Yoyotoki HappyEars!“

    „American Patriot“

    American Patriot Das Serienprojekt von Autor und Regisseur Steve Conrad („Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“) erzählt die Geschichte von John Allerton, der als Undercover-Spion arbeitet, obwohl er im „echten Leben“ einen Job bei einer US-Regierungsbehörde hat. Michael Dorman hat diese Rolle übernommen. John soll das Atomprogramm des Iran vereiteln. Dazu heuert er bei einer Firma für Röhren an, die im ländlichen amerikanischen Bundesstaat Milwaukee angesiedelt ist und im nahen Osten Geschäfte tätigt.

    Johns Vater Tom Allerton (Terry O’Quinn) ist Geheimdienstdirektor im Außenministerium, sein Bruder (Michael Chernus) Kongressabgeordneter. Kurtwood Smith wird als Mr. Claret der Chef von John im Tarnjob, der vom sprunghaften Verhalten seines neuen Angestellten irritiert ist.

    Kathleen Munroe wurde als Johns Gattin Alice besetzt, eine Grundschullehrerin, die ihm zu Hause den Rücken freihält, wenn er im Einsatz ist.

    Kurzkritik
    Es geht um Spionage, um Familie und um Menschen, die … zutiefst einen an der Waffel haben. Im Gegensatz zum überdrehten Jack-Black-Humor des mit ähnlichen Themen arbeitenden „The Brink“ steht bei „American Patriot“ aber ein intensiver, düsterer Humor im Zentrum. Es sind keine wirklichen Momente zum laut Loslachen, vielmehr zahlreiche WTF-Momente, die fesseln.

    Terry O’Quinn überstrahlt seine Kollegen in diesem Serienpiloten ebenso, wie seine Figur Tom Tavner als Patriarch seine Familie überstrahlt. Der Politiker hat sich eine Geheimdienstkarriere aufgebaut. Den einen Sohn, John (Dorman) hat er zum verdeckten Einsatzagenten gemacht, den anderen, einfältigeren (Michael Chernus’ Edward) zu seiner politischen Marionette.

    Von den beruflichen Herausforderungen des letzten Einsatzes fast komplett zerstört ist John zum Durchatmen in Amsterdam, schlägt sich als Folk-Singer (mit viel zu verräterischen Texten) durch und hofft auf den Gewinn eines Wettbewerbs im Mechanischen-Bullenreiten. Doch ein Notfall macht seine Pläne zunichte, nach einem Politikertod muss John im Auftrag seines Vaters Geld in den Iran bringen und soll darüber wachen, dass es dazu dient, den „richtigen“ Mann an die Macht zu bringen.

    John ist smart und gewandt, aber eben auch vollkommen ausgelaugt. Wenn ihn die Vorbereitungen der Geheimdienstkollegen im Stich lasst, improvisiert er mit einer Mischung aus Kaltschnäuzigkeit und Wahnwitzigkeit: Als er etwa droht, den alles entscheidenden Job nicht zu kriegen, der ihm Zugang zu den Irankontakten in Luxemburg verschaffen würde, schubst er seinen Konkurrenten einfach vor einem Kleinlaster. Problem gelöst.

    Doch eben nur scheinbar: Denn John ereilen bei nahezu allen eingegangenen Risiken früher oder später die Folgen eines eingetretenen Worst-Case-Szenarios. Das dies im Finale der Auftakepisode zu einer interessanten Ausgangslage kumuliert sowie die zahlreichen interessanten Figuren sorgen dafür, dass am Ende des Serienpiloten der Wunsch nach „mehr“ sehr deutlich aufkommt.

    05.11.2015, 17:02 Uhr – Bernd Krannich/fernsehserien.de

    Über den Autor

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich ist Jahrgang 1974 und erhielt die Liebe zu Fernsehserien quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater war Fan früher Actionserien und technikbegeistert, Bernd verfiel den Serien spätestens mit Akte X, Das nächste Jahrhundert und Buffy. Mittlerweile verfolgt er das ganzes Serienspektrum von "The Americans" über "Arrow" bis "The Big Bang Theory". Seit 2007 schreibt Bernd beruflich über vornehmlich amerikanische Fernsehserien, seit 2014 in der Newsredaktion von fernsehserien.de.

    Lieblingsserien: Buffy – Im Bann der Dämonen, Frasier, Star Trek – Deep Space Nine

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