Programmänderungen zum Tod von Günther Maria Halmer

„Anwalt Abel“-Star im Alter von 83 Jahren verstorben

Vera Tidona
Vera Tidona – 16.05.2026, 12:28 Uhr

Günther Maria Halmer (1943⁠–⁠2026) – Bild: ARD
Günther Maria Halmer (1943⁠–⁠2026)

In der Kultserie „Münchner Geschichten“ feierte er als Lebenskünstler Karl „Tscharlie“ Häusler seinen Durchbruch und als „Anwalt Abel“ begeisterte er ein Millionenpublikum. Nun ist Günther Maria Halmer im Alter von 83 Jahren verstorben. Der beliebte bayerische Schauspieler ist bereits in der Nacht von Sonntag, den 10. Mai, auf Montag an den Folgen einer kurzen, schweren Krebskrankheit gestorben, wie erst jetzt bekannt wurde.

Programmänderungen: Das Erste ändert aus diesem Grund das heutige Fernsehprogramm und zeigt in Gedenken an Günther Maria Halmer am Samstag, den 16. Mai um 15:30 Uhr den Film „Mein Vater, der Esel und ich“ (2023) anstelle der ursprünglich eingeplanten Komödie „Endlich Gardasee!“. Das BR Fernsehen zeigt u. a. am Montag, den 18. Mai um 22:00 Uhr das Porträt „Lebenslinien: Günther Maria Halmer – Der Weg bleibt das Ziel“ (2022) und direkt im Anschluss um 22:45 Uhr den Film „Zwei übern Berg“ (2012).

Günther Maria Halmer wurde am 5. Januar 1943 in Rosenheim geboren und gelangte erst durch Umwege zur Schauspielerei. Nachdem er das Abitur am Gymnasium abgebrochen hatte, begann er zunächst nach der Wehrpflicht bei der Bundeswehr eine Ausbildung im Hotelgewerbe, brach diese aber wieder ab und ging für zwei Jahre nach Kanada, wo er verschiedene Jobs annahm. Wieder zurück in München hatte sich sein Wunsch, Schauspieler zu werden, gefestigt. Er wurde auf der Otto-Falckenberg-Schule für Schauspiel in München aufgenommen, wo er von 1967 bis 1969 seine Schauspielausbildung absolvierte. Noch während seiner Ausbildung gab Halmer sein Bühnendebüt am Bayerischen Staatsschauspiel München. Nach dem Abschluss der Schauspielschule übernahm er sein erstes Engagement bei den Münchner Kammerspielen, wo er bis 1974 in zahlreichen Inszenierungen auf der Bühne stand.

Im Jahr 1974 besetzte Regisseur Helmut Dietl ihn für die Rolle des Karl „Tscharlie“ Häusler in der Fernsehserie „Münchner Geschichten“ des Bayerischen Rundfunks, was ihm den Durchbruch und eine größere Bekanntheit einbrachte. Es folgten mehr als 180 Produktionen für Film und Fernsehen, etwa in „Die Angst ist ein zweiter Schatten“ (1975), „Die 21 Stunden von München“ (1976), „Lucky Star“ (1979) und „Tödliches Geheimnis“ (1980). Zusätzlich stand er auch für internationale Produktionen vor der Kamera, wie etwa in Richard Attenboroughs Oscar-prämiertem Kinofilm „Gandhi“ (1982) sowie in „Sophies Entscheidung“ im gleichen Jahr.

1986 erhielt Halmer als Siggi Riedmüller erstmals die Rolle des Kriminalhauptkommissars in der erfolgreichen „Tatort“-Reihe im Ersten. Es blieb jedoch bei nur einer Folge mit dem Titel „Riedmüller, Vorname Sigi“, während er vielfach als Gastdarsteller in unterschiedlichen Rollen in der Krimireihe zu sehen war. Zudem spielte er im Vierteiler „Peter der Große“ (1986) an der Seite von Maximilian Schell, Omar Sharif und Laurence Olivier mit und war in der Koproduktion „Der Zug“ (1988) neben Hauptdarsteller Ben Kingsley zu sehen.

Im gleichen Jahr erhielt er die Hauptrolle in der beliebten ZDF-Serie „Anwalt Abel“, in der Halmer als titelgebender Strafverteidiger bis 2001 in insgesamt 20 Folgen mit seinen höchst unorthodoxen Methoden für die Rechte seiner Klienten kämpfte. Es folgten zahlreiche weitere Hauptrollen in Film- und Fernsehproduktionen, wie in der Komödienreihe „Ein Drilling kommt selten allein“ (2012) mit Thekla Carola Wied, der Kinoreihe „Enkel für Anfänger“ (2020) und „Enkel für Fortgeschrittene“ (2023) mit Heiner Lauterbach und Maren Kroymann. Zudem war er ein immer wieder gern gesehener Gast an Bord des „Traumschiffs“. Zuletzt spielte er die Hauptrollen in der Dramedy „Weißt du noch“ (2023) an der Seite von Senta Berger und in der Komödie „Trapps Sommer“ (2024).

Günther Maria Halmer hinterlässt seine Ehefrau Claudia und seine beiden Söhne Daniel und Dominik. Im Jahr 2017 erschien seine Autobiografie „Fliegen kann jeder: Ansichten eines Widerborstigen“ im Handel.

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