„München Mord“ und „Stralsund“: Krimi-Star Alexander Held ist tot

Markanter Charakterdarsteller wurde 67 Jahre alt

Ralf Döbele
Ralf Döbele – 19.05.2026, 13:53 Uhr

Alexander Held (1958⁠–⁠2026) – Bild: ZDF/Sandra Hoever
Alexander Held (1958⁠–⁠2026)

Film und Fernsehen verlieren eines ihrer markantesten Gesichter: Alexander Held ist tot. Bekannt wurde der gebürtige Münchner einem Millionenpublikum vor allem durch seine Rollen in den ZDF-Krimis „München Mord“ und „Stralsund“, in denen er zwei völlig unterschiedliche Ermittler verkörperte – den kontrollierten Karl Hidde und den eigenwilligen Ludwig Schaller.

Der Schauspieler starb bereits am 12. Mai überraschend nach kurzer Krankheit im Alter von 67 Jahren. Nach Informationen der Bild soll eine Lungenentzündung die Ursache gewesen sein.

Alexander Held gehörte über Jahrzehnte zu den prägendsten Charakterdarstellern des Landes. Nach seiner Ausbildung an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule begann seine Karriere an den Münchner Kammerspielen, später folgten Engagements an der Freien Volksbühne Berlin sowie bei den Salzburger Festspielen. Auch international machte sich der Schauspieler einen Namen, etwa 1993 mit einer Rolle in Steven Spielbergs „Schindlers Liste“. Es folgten Auftritte in „Der Untergang“, „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, „Napola – Elite für den Führer“, „Der Baader-Meinhof-Komplex“ oder auch in der Komödie „Der Schuh des Manitu“.

Noch zuletzt stand Held für zwei neue Folgen der erfolgreichen ZDF-Krimireihe „München Mord“ vor der Kamera. Ausgestrahlt werden sollen sie kommenden Herbst. Seit 2014 spielte Held den melancholischen Kommissar Ludwig Schaller mit feinem Humor und ungewöhnlichen Methoden. Für seine Rolle in „München Mord“ erhielt er 2014 den Bayerischen Fernsehpreis. 2023 wurde er zudem beim Deutschen Fernsehkrimi-Festival mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Dem ZDF blieb Alexander Held über viele Jahre eng verbunden. Neben „München Mord“ und „Stralsund“ wirkte er unter anderem in den Mehrteilern „Tannbach – Schicksal eines Dorfes“ und „Unterleuten – Das zerrissene Dorf“ mit.

Auch abseits der Schauspielerei verlief Helds Leben ungewöhnlich: Als Jugendlicher sang er bei den Regensburger Domspatzen und spielte als Torwart in der Jugend des TSV 1860 München. Eine Verletzung beendete den Traum von der Profikarriere, ehe er sich endgültig der Schauspielerei widmete. Privat lebte Held zuletzt im Tiroler Erl. Der Tod seiner Ehefrau Patricia Fugger im Jahr 2014 hatte ihn schwer getroffen. Jahre später sagte er in einem Interview, er wolle eines Tages neben ihr im Garten ihres Hauses begraben werden. Zuletzt war Held mit Antoinette Gräfin von Schaesberg liiert.

Frank Zervos, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Fernsehfilm/​Serie I und stellvertretender Programmdirektor, erklärte: Wir sind sehr traurig. Wenn ich an Alexander Held denke, dann denke ich an seinen hintergründigen, melancholischen Blick, der seinem Spiel eine philosophische Note gab und an seinen feinen Humor, mit dem er seine Rollen ausstattete. Alexander Held wird dem Film und Fernsehen sehr fehlen.

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