„Lorena“: Amazon zeigt Dokumentation über Sensationsjournalismus

    Aufarbeitung von schlagzeilenträchtiger Gewalttat in den 1990ern

    "Lorena": Amazon zeigt Dokumentation über Sensationsjournalismus – Aufarbeitung von schlagzeilenträchtiger Gewalttat in den 1990ern – Bild: Amazon Prime Video
    „Lorena“

    Prime Video hat die Dokuserie „Lorena“ für den 15. Februar 2019 angekündigt, die einen populären Fall aus dem Jahr 1993 durchleuchtet. In Deutschland wird die Serie im englischen Original mit Untertiteln gezeigt. Zu den Produzenten gehört Comedian Jordan Peele, der 2017 für den Film „Get Out“ einen Oscar erhielt.

    Wer in den frühen 1990ern lebte, der hat von John Wayne und Lorena Bobbitt gehört: Lorena hatte ihrem Mann nach dreijähriger Ehe im Schlaf den Penis abgeschnitten – als Resultat langjährigen körperlichen und psychischen Missbrauchs und insbesondere in einer Nacht, in der er sie vergewaltigt habe.

    In der Dokuserie „Lorena“ von Joshua Rofé („Lost for Life“) geht es um die Bewertung der Mediengeschehnisse im Umfeld des Falls und seiner gerichtlichen Aufarbeitung – neben der Mordanklage gegen O. J. Simpson war der Fall von Lorena und ihrem Ehemann eine der Gerichts-TV-Sensationen seiner Zeit. Dabei ging es aber vor allem immer wieder sensationslüstern um die blutige Tat und um die Funktionsfähigkeit von John Wayne Bobbitts wieder angenähten Genitalien sowie um die Frage, ob Lorena zum Tatzeitpunkt im rechtlichen Sinn „zurechnungsfähig“ war – dazu wurde die dreckige Wäsche aus der Ehe öffentlich ausgebreitet. Wie die Dokumentation belegen will, wurde dabei aber die Chance verpasst, das Thema „Häusliche Gewalt“ zu beleuchten und somit Opfern den Weg zur Gerechtigkeit zu erleichtern.

    09.01.2019, 10:47 Uhr – Bernd Krannich/fernsehserien.de

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