Larry Gelbart mit 81 Jahren gestorben

    Comedy-Autor entwickelte „M*A*S*H“ zur Serie

    Ralf Döbele – 13.09.2009

    Für viele war er einer der größten amerikanischen Comedy-Autoren. Larry Gelbart sorgte nicht nur dafür, dass „M*A*S*H“ elf Jahre lang auf Sendung blieb und ein internationaler Erfolg wurde. Im Laufe seiner Karriere schrieb er zahlreiche Fernseh- und Filmdrehbücher, Theaterstücke und Radioprogramme. Im Alter von 81 Jahren ist er am vergangenen Freitag in seinem Haus in Beverly Hills gestorben. Erst im Juni war bei ihm Krebs diagnostiziert worden. Laut Gelbarts Frau schrieb er noch bis drei Wochen vor seinem Tod.

    „Eigentlich wollte ich gar kein Autor werden, aber ich war so ein großer Radio-Fan. Also schien das Schreiben für das Radio wie die natürliche Erweiterung davon. Als ich die Chance dazu hatte, hab ich sie wahrgenommen“, so Gelbart 1999 zu CNN. Seine ersten Aufträge erhielt der Sohn osteuropäischer Immigranten in den 40er Jahren, er verfasste Bücher für beliebte Radio-Serien. Während seiner Zeit in der US-Army schrieb er außerdem für AFN, das „Armed Forces Network“.

    Larry Gelbarts Fernsehkarriere begann in den 50er Jahren durch seine Arbeit an der Show des Entertainers Bob Hope. Außerdem war er an der Entwicklung einer der ersten großen Sketch-Comedy-Shows im US-Fernsehen beteiligt. Für „Your Show Of Shows“ wurde er mit zwei Emmys ausgezeichnet. In den 60er Jahren gewann er dann auch noch zwei Tonys für seinen Broadway-Hit „A Funny Thing Happened on the Way to the Forum“. 1966 wurde das Musical verfilmt. Deutscher Titel: „Toll trieben es die alten Römer“. Eines seiner Filmdrehbücher dürfte auch bis heute noch zahlreiche Fans haben. 1982 erhielt er für das Script zu „Tootsie“ mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle eine Oscar-Nominierung.

    Zehn Jahre zuvor arbeitete Gelbart gerade in London als der Produzent Gene Reynolds ihn dafür verpflichtete den Film „M*A*S*H“ als Fernsehserie zu entwickeln. Damals konnte er nicht ahnen, dass er damit eine der größten Erfolge der US-Fernsehgeschichte begründen würde. Gelbart selbst schrieb an „M*A*S*H“ nur während der ersten vier Staffeln. Die Anti-Kriegs-Comedy über ein Feldlazarett und dessen leicht ausgeflippte Ärzte im Korea-Krieg lief aber 256 Folgen lang bis 1983. Beim Finale saßen 100 Millionen Amerikaner vor dem Fernseher, bis heute unübertroffen. Auch an dem in Deutschland noch nie gezeigten Ableger „After M*A*S*H“ war Gelbart beteiligt.

    Am Freitag gedachte „M*A*S*H“-Hauptdarsteller Alan Alda seinem Freund in einem Statement: „Larrys Genialität als Autor hat mein Leben verändert, denn ich durfte seine Zeilen sprechen – Zeilen, die so gut waren, dass Sie für eine lange, lange Zeit mit uns sein werden. Aber seine andere Genialität, das Talent dafür gute Gesellschaft zu sein, ist ein Licht, das nun verloschen ist und wir alle sitzen hier jetzt im Dunkeln.“

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