„Kevin Can F**k Himself“ für zweite Staffel verlängert

    Düstere Sitcom-Satire wird fortgesetzt

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 27.08.2021, 18:20 Uhr

    Allison (Annie Murphy) ist gefangen in der Sitcom-Hölle. – Bild: Screenshot/AMC
    Allison (Annie Murphy) ist gefangen in der Sitcom-Hölle.

    Das nennt man gutes Timing: Erst heute wurde in Deutschland die Auftaktstaffel von „Kevin Can F**k Himself“ bei Prime Video veröffentlicht – und just vor wenigen Minuten gab der auftraggebende US-Sender AMC die Verlängerung der düsteren Sitcom-Satire bekannt. Eine zweite Staffel mit acht weiteren Episoden für das kommende Jahr ist beschlossene Sache.

    Überraschend ist die Verlängerung der im Vorfeld mit Spannung erwarteten Serie nicht. „Kevin Can F**k Himself“ ist die meistgesehene neue Serie in der noch jungen Geschichte des Streamingdienstes AMC+. Besonders gefragt ist sie bei jungen weiblichen Zuschauern. Zudem erhielt das ungewöhnliche Format überwiegend positive Kritiken und große Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken.

    Diese Serie wurde auf einem neuartigen und einzigartigen Konzept aufgebaut. Das Kreativteam auf beiden Seiten der Kameras lieferte eine äußerst unterhaltsame erste Staffel ab, die die Zuschauer wie nie zuvor zum Diskutieren über das Dasein der Sitcom-Frau anregte. Wir freuen uns, dass Allisons Reise nach dem Cliffhanger im Staffelfinale fortgesetzt wird und weiter die Grenzen des konventionellen Geschichtenerzählens überschreitet, so AMC-Sprecher Dan McDermott.

    Im Mittelpunkt der Serie steht Allison McRoberts (Annie Murphy, „Schitt’s Creek“), ein Frauentyp, von dem wir eigentlich dachten, alles bereits zu wissen: die prototypische Sitcom-Ehefrau. Sie ist hübsch, kann Scherze vertragen (obwohl sie üblicherweise die Zielscheibe der Pointen ist) und ist mit einem Typen verheiratet, der allem Anschein nach in einer Art Hochzeitslotterie gewonnen haben muss. Denn seine Frau sieht fantastisch aus und er ist… lustig.

    Allisons Ehemann Kevin (Eric Petersen) verhält sich wie ein typischer Sitcom-Gatte. Dessen übliche Späße werden Allisons deprimierendem, wahren Leben gegenübergestellt. Die Serie bricht dabei gezielt mit gewohnten Fernsehkonventionen und führt dem Publikum vor Augen, was in jenen Momenten passiert, in denen sich Allison aus dem Herrschaftsbereich ihres Mannes entfernt – und schließlich Ungerechtigkeiten in ihrem Leben erkennt, gegen die sie sich aufzulehnen beginnt. Während die Sitcom-Szenen in einer hell ausgeleuchteten Kulisse mit Multi-Camera-Technik spielen, verdunkelt sich in Allisons tragikomischen Szenen das Bild und die Serie wechselt ins Single-Camera-System.

    Hinter der Serie stehen als Executive Producer Rashida Jones und Will McCormack über ihre Firma Le Train Train („Claws“), entwickelt wurde das Format von Valerie Armstrong („Lodge 49“, „SEAL Team“). Craig DiGregorio („Shrill“) fungiert als Showrunner und Executive Producer.

    „Kevin Can F**k Himself“ will mit seinem feministischen Ansatz einen popkultur-kritischen Beitrag liefern: Über Jahrzehnte standen im Zentrum von Familien-Sitcoms oft die Ehemänner, die sich wie Kindsköpfe verhielten, während deren Seriengattinnen gute Miene zum bösen Spiel machten – und zu Stichwortgeberinnen degradiert wurden und aller Logik zum Trotz an ihren Ehen festhielten. Dass es überhaupt zur Entwicklung dieser Serie kam, hat eine interessante Hintergrundgeschichte, die unser Kritiker Gregor Löcher ausführlich in seinem aktuellen Review schildert (zur ausführlichen Serienkritik).

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