„German Moon“: Dramaserie um deutsche Forscher im US-Raketenprogramm

    Wie die Schöpfer der V2 die USA auf Mondkurs brachten

    Bernd Krannich – 15.10.2018, 10:57 Uhr

    „German Moon“

    Eine Mischung aus Deutschen, Italienern und Israelis arbeitet an einer dramatischen Aufarbeitung der deutschen Beteiligung am US-Raumfahrtprogramm nach dem Zweiten Weltkrieg: „German Moon“ ist der Titel des Projekts, dessen Beschreibung ähnlich wie die von „Manhattan“ klingt.

    Geschichtlich interessierten Menschen ist bekannt, dass die gleichen Leute, die unter den Nationalsozialisten in Peenemünde die V2 entwickelten, nach dem Kriegsende von den Amerikanern im beginnenden Kalten Krieg eingespannt wurden, wobei der Namen Wernher von Braun am bekanntesten ist. „Operation Paperclip“ war die Bezeichnung des Projekts, da die Akten der Wissenschaftler, an deren Rekrutierung die Amerikaner interessiert waren, mit einem Paper Clip (Büroklammer) markiert wurden.

    Die deutschen Forscher und Ingenieure sollen dem US-amerikanischen Raketenprogramm auf die Sprünge helfen und bei der Entwicklung interkontinentaler, ballistischer Raketen helfen. Letztendlich werden sie aber auch zum Wegbereiter des US-Erfolgs im Wettlauf zum Mond. Unter Aufsicht des Geheimdienstes lebten und arbeiteten die deutschen Familien, von denen viele kein Englisch sprachen, in Huntsville (Alabama). Dazu kam, dass wegen des Drucks des Kalten Kriegs die Amerikaner über manches Kriegsverbrechen im Zusammenhang mit dem Nazi-Regime und den Arbeitsbedingungen für Zwangsarbeiter in deren Raktenprogramm hinweggesehen hatten.

    Die israelischen Autoren Nadav Schirman, Ron Leshem und Amit Cohen arbeiten nun für die Produktionsfirmen Beta Film, Wildside und Zeitsprung an einer dramatischen Aufarbeitung. Das Projekt wird aktuell auf der Rechtemesse MIPCOM in Cannes internationalen Käufern angeboten, um eine Finanzierung zu finden.

    Beta Film („Babylon Berlin“) ist ein internationaler Distributor, der laut Variety schon bei „1992 – Die Zukunft ist noch nicht geschrieben“ mit Wildeside zusammengearbeitet hatte.

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